Der Narr von Nazareth Über notwendige Korrekturen eines harmlos gewordenen Jesusbildes

Die Zeit der Karnevaliade sei vorbei, soll Jorge Maria Bergoglio nach seiner Wahl zum Papst gesagt haben. Auch wer sich auf Jesus von Nazareth beruft, muss die falschen Masken ablegen. Das Neue Testament zeigt ihn als lauten Heiland, der schon zu seiner Zeit die, die etwas zu sein scheinen, schonungslos entlarvt. Wer diesem Jesus nachfolgen will, kann das wohl kaum still auf Knien tun.

Es muss wieder gewartet werden Gedanken eines Neutestamentlers über eine Kirche zwischen Ist und Soll

Die Kirche ist im Umbruch. Wieder einmal. Gegenwärtig erscheint sie, die doch ein Feldlazarett für die Menschen sein, selbst heilungsbedürftig. Wie zu allen Zeiten wird es der Kirche gut tun, wenn sie sich an das Fundament erinnert, auf dem sie gegründet ist: Das Wort Gottes. Und wie zu allen Zeiten muss und kann man sie nicht neubauen - wohl aber besteht die Pflicht, sie mit Bedacht, den richtigen Werkzeugen und gutem Baumaterial weiterzubauen. Nur so kann der bedenkliche Ist-Zustand wieder dem verheißenen Soll-Zustand angenähert werden.

Hyper, Hyper Oder: Die vielfältige Einheit der Kirche verträgt keine Sonderwege

Die Kirche als der eine Leib Christi besteht aus vielen Gliedern. Die Einheit in der Vielfalt zu realisieren ist ihr aufgegeben. Kann es da in der Kirche Sonderwege geben, die besser sind als andere? Die Texte des Neuen Testamentes mahnen Vielfalt an - aber auch die Ausrichtung auf den vom Kreuzestod Auferstandenen, der nicht durch selbsternannte Propheten verdeckt werden darf. Die Kirche als Leib Christi ist eben kein Zoo geistlicher Eitelkeiten.

Berührt, geführt? Wer Menschen zu Christus führen will, muss selbst berührbar sein

Christus berührbar zu machen, ist das Ziel vieler moderner pastoraler Ansätze - und das, obwohl sich der Auferstandene als der Unberührbare gezeigt hat. Der irdische Jesus hingegen ist berührbar und berührt. Seine Berührungen sind zu konkret, um vergeistlicht werden zu können - und genau das ist Ambivalenz und Herausforderung heutiger Verkündigung.

Unbeschnitten strittig Warum sich eine Kirche aus unbeschnittenen Heiden auf den Juden Jesus Christus gründet

Wer sich auf den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs beruft, der auch der Gott und Vater Jesu Christi ist, kommt nicht an der Frage der Beschneidung vorbei. Gerade weil sie ein göttliches Gebot an Abraham ist, entsteht eine Begründungspflicht für die, die die Beschneidung nicht vollziehen. Hinter der Frage um die Beschneidung oder die Unbeschnittenheit verbirgt sich das Ringen um ein neues theologisches Selbstverständnis, um das eben nur und bleibend unbeschnittene Heiden, also Nichtjuden, ringen müssen, die sich zum Gott und Vater Jesu Christi bekennen.