Wahrheitsvermutung Oder: Wie man von Missbrauch Betroffenen endlich eine Stimme gibt

Missbrauch ist ein perfides Verbrechen. Wenn Namen von Tätern bekannt werden, ist schnell von Unschuldsvermutung die Rede. Von Missbrauch Betroffene hingegen müssen Jahre um ihr Recht kämpfen - nicht selten erfolglos. Es ist an der Zeit, dass sie nicht mehr als Bittsteller behandelt werdne. Ihnen gegenüber hat endlich die Wahrheitsvermutung zu gelten!

Worte sind Worte sind Worte Bekenntnisse eines Neutestamentlers

Worte wirken. Sie lösen Reaktionen aus, die bisweilen aber dem, was gesagt wurde, widersprechen. Das ist auch gut so, denn sonst wäre alles nur Zauberei: Man spricht und das Gesagte wird wirklich. Stattdessen verwandeln sich viele Worte in Windhauch, in heiße Luft, wenn sie nicht durch Taten gedeckt sind. Gerade der Glaube an den, dessen Wort Fleisch wird, ist tatempfindlich. Wenn die Taten für die Worte fehlen oder gar den Worten widersprechen, sind die, die so verkünden, des Glaubens nicht mehr würdig. Liegt hier der eigentliche Kern der gegenwärtigen Kirchenkrise?

Spreu und Weizen Ein kurzer Essay über die Frage, warum die Kirche sich nicht weiterentwickelt

Keine noch so gute Taktik vermag den Gewinn zu garantieren, wenn sie in der Praxis nicht umgesetzt wird. Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Das gilt für die Welt wie für die Kirche. Wenn die Zeugen des Evangeliums durch ihr Handeln unglaubwürdig erscheinen, ist das Scheitern vorprogrammiert. Es bedarf deshalb einer tiefen inneren Katarsis, einer Reinigung, um vor dem Gerichtshof der Welt wieder Glauben zu finden.

Den Fernen so nah Ein Blick zurück ins Neues Testament auf die Dialektik missionarischer Pastoral der Gegenwart und Zukunft

Die Kirche ist stetigen Veränderungen unterworfen. Jede Veränderung bedeutet Herausforderungen. Die Herausforderungen der Gegenwart liegen auf der Hand: Die Zahl hauptamtlicher Seelsorgerinnen und Seelsorger geht zurück, Kirchenaustritte steigen - die Aufgabe, das Evangelium in aller Welt alles Geschöpfen zu verkünden (vgl. Markus 16.15) bleibt. Eine Lösung liegt darin, Verwaltung zu zentralisieren, Pastoral aber zu dezentralisieren. Ein Modell, das sich schon zu neutestamentlichen Zeiten bewährt hat.

Wo ist das Problem? Neutestamentliche Instruktionen nicht nur für die frühe Kirche

Lösungen sind dann erfolgversprechend, wenn es für sie ein passendes Problem gibt. Schwierig hingegen wird es, wenn es Lösungen ohne Probleme gibt. Institutionen, in denen es viele Antworten auf ungestellte Fragen gibt, werden dann nicht selten selbst zum Problem. Das gilt für die Gesellschaft, vor allem aber für eine Kirche, die viele ehemals bewährte Lösungen vorhält, die aber nicht mehr so recht zu den Probleme der Gegenwart passen.

Der Laie als Gott? Aufruf zur Radikalität und Dank im Angesicht einer Instruktion

Dank, Ermutigung und Anerkennung für das Engagement der Laien in den Kirchengemeinden fehlen - dies ist eine blutende Wunde in der neuen Instruktion der Kleruskongregation, die unter dem Titel „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“ veröffentlicht wurde. Ein Blick in die Bibel macht die Unsichtbaren sichtbar. #ZeitfürRadikalität

Das Fenster zur Welt Neutestamentliche Gedanken zu Kirchenaustritten und die Gefahren und Chancen offener Fenster

Das Ritual ist erprobt: Der Veröffentlichung der Zahlen der Kirchenaustritte folgt eine Konzert von Betroffenheitssymphonien. Man fordert dann gerne offene Fenster, um sich dann wieder an die Konferenztische zu setzen. Wer das Wort Gottes in der Welt verkünden will, muss die schlecht belüfteten Räume wohl ganz verlassen, um denen zu begegnen, die längst aus dem Fenster gesprungen sind.

Was ist eigentlich Eucharistie? Eine neutestamentliche Suche nach Mitte, Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens

Die Eucharistie ist Quelle, Mitte und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens. So lehrt es das 2. Vatikanische Konzil. Aber ist damit nur die Heilige Messe gemeint? Was ist "Eucharistie" überhaupt? Und: Wie kann man in Pandemiezeiten Eucharistie feiern? Fragen, die Anlass genug für eine neutestamentliche Spurensuche sind. Wie so oft, eröffnet die Exegese auch hier eigene Perspektiven. Es lohnt sich immer wieder, zurück zu den Quellen zu gehen.

Nähe und Distanz Neutestamentliche Anmerkungen über eine nicht nur pastorale Herausforderung in Zeiten der Corona-Pandemie

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Die angesichts der Corona-Pandemie medizinisch notwendige Forderung nach körpferlichem Abstand bedeutet eine Herausforderung: Wie kann trotz angemessener physischer Distanz soziale Nähe gelingen und aufrecht erhalten werden? Der Mensch wird hier in seiner ganzen Existenz gefordert - mit Leib und Geist.

Fragiler Firnis mit fortschreitenden Fissuren Nachdenkliche Beobachtungen eines Neutestamentlers in der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie stellt die gegenwärtige Generation vor Herausforderungen, für die es keine Vorerfahrungen gibt. Neben egomanischen Auswüchsen zeigt sich aber immer wieder auch die Fähigkeit des Menschen zur Solidarität. Solidarität ist die Haltung, mit der die Krise bewältigt werden kann. Dazu gehört, das eigene Verhalten gerade an den Schwächsten und den Risikogruppen zu orientieren. Das gilt gerade auch für Christen. Nächstenliebe ist ein Tatwort, das alle frommen Versuchungen durchkreuzt - gerade wenn es um den einen Leib Christi geht.

Palin, Palin Gedanken eines Neutestamentlers über amazonische Liebeserklärungen und ein ekklesiales Murmeltiersyndrom

"Geliebtes Amazonien" - "Querida Amazonia". Wieder einmal feiern die einen ein päpstliches Schreiben als großen Fortschritt, während die anderen sich enttäuscht abwenden, weil abermals weder der Zölibat gelockert noch die Weihe von Frauen avisiert wurde. Beide spielen mit den Resten einer zu Asche verglühten Tradition. Die einen hüten sie als Relikt vergangener Gluten, die anderen wirbeln sie durcheinander bis die Luft wegbleibt in verschlossenen Räumen. Wenn das Feuer wieder brennen soll, muss man neues Brenngut holen - und dazu den neue Öffnungen im Raum finden ...