Hyper, Hyper Oder: Die vielfältige Einheit der Kirche verträgt keine Sonderwege

Die Kirche als der eine Leib Christi besteht aus vielen Gliedern. Die Einheit in der Vielfalt zu realisieren ist ihr aufgegeben. Kann es da in der Kirche Sonderwege geben, die besser sind als andere? Die Texte des Neuen Testamentes mahnen Vielfalt an - aber auch die Ausrichtung auf den vom Kreuzestod Auferstandenen, der nicht durch selbsternannte Propheten verdeckt werden darf. Die Kirche als Leib Christi ist eben kein Zoo geistlicher Eitelkeiten.

Berührt, geführt? Wer Menschen zu Christus führen will, muss selbst berührbar sein

Christus berührbar zu machen, ist das Ziel vieler moderner pastoraler Ansätze - und das, obwohl sich der Auferstandene als der Unberührbare gezeigt hat. Der irdische Jesus hingegen ist berührbar und berührt. Seine Berührungen sind zu konkret, um vergeistlicht werden zu können - und genau das ist Ambivalenz und Herausforderung heutiger Verkündigung.

Unbeschnitten strittig Warum sich eine Kirche aus unbeschnittenen Heiden auf den Juden Jesus Christus gründet

Wer sich auf den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs beruft, der auch der Gott und Vater Jesu Christi ist, kommt nicht an der Frage der Beschneidung vorbei. Gerade weil sie ein göttliches Gebot an Abraham ist, entsteht eine Begründungspflicht für die, die die Beschneidung nicht vollziehen. Hinter der Frage um die Beschneidung oder die Unbeschnittenheit verbirgt sich das Ringen um ein neues theologisches Selbstverständnis, um das eben nur und bleibend unbeschnittene Heiden, also Nichtjuden, ringen müssen, die sich zum Gott und Vater Jesu Christi bekennen.

Kundschaft! Ein Plädoyer für eine Kirche, die endlich lernt, wirklich zu dienen

Immer wieder wird in der Kirche ein mutiger Aufbruch beschworen. Kundschafter sollen mutig in neues Land gehen, damit die Kirche sich entwickeln kann. Ist Kirchenentwicklung aber überhaupt der richtige Ansatz? Oder steht nicht vielmehr eine grundlegende Haltungsänderung an, in der die Kirche die Mitte frei für die Menschen macht, zu deren Dienst sie bestellt ist. Tatsächlich sind sie die Kundschaft, von denen die Kirche viel über ihren eigentlichen Auftrag lernen kann.