Ein allzu lautes Schweigen Eine neutestamentliche Erwiderung auf den Einwurf Joseph Ratzingers

Wenn ein Kurienkardinal und ein Altbischof von Rom kurz vor einem mit Spannung erwarteten apostolischen Schreiben des Papstes ein Buch veröffentlichen, in dem es um das Priestertum geht, löst allein schon die Tatsache als solcher intensive Diskussionen aus. Während die Wandlung den Kern der Eucharistie ausmacht, darf sich offfenkundig nichts in der Kirche wandeln. Wenn dann noch das Wort Gottes herangezogen wird, gilt es genau hinzuschauen - und sich für manche Überraschung zu wappnen. Auch heute noch könnte das Wort Gottes eine Leuchte sein, das den Weg weist.

Error? Try! Oder: Von der Gunst, Fehler machen zu dürfen

Der Mensch lernt durch Versuch und Irrtum. Das Fehlermachen ist dabei eine Quelle der Inspiration, aus der Erkenntnis wachsen kann. Das Streben nach einer Existenz ohne Fehler und Makel hingegen ist eine Utopie, an der der Mensch nur scheitern kann. Er sollte also nicht den Fehler machen, fehlerlos sein zu wollen. Es braucht vielmehr eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit, aus der echter Fortschritt entstehen kann.

Wohnen wie Gott auf Erden Adventliche Gedankenspiele eines Neutestamentlers über offenkundig zunehmende ontologische Differenzen in der Christusnachfolge

Das Wahre, Gute und Schöne wird von denen, die vorgeben, in der Kirche Verantwortung zu tragen, gerne frei und aktuell interpretiert. Da wird der wahre Glaube zweifellos verkündet, gute Textilien in Spitzenqualität zur Schau getragen und der neueste Trend geht offenkundig zum schöneren Wohnen in Luxusimmobilien. Die zeitgenössisch aktualisierte Form der Nachfolge Jesu will aber nicht ganz zu jenem Menschensohn passen, der keinen Ort hatte, wohin er sein Haupt legen konnte (vgl. Matthäus 8,20). Es bedarf wohl einer ontologischen Neuorientierung vieler, die vorgeben, sonst in der Person Christi zu handeln.

Das Kartenhaus Ein Essay über die Ambivalenz des Heiligen

Ist die Kirche noch heilig? Nicht nur immer neu auftauchende Missbrauchsfälle, in denen Kleriker Täter waren und sind, lassen daran Zweifel aufkommen. Vor allem die anhaltende Unfähigkeit der vielen Verantwortlichen, die Konsequenzen ihrer Verantwortung zu übernehmen, entlarvt die behauptete Heiligkeit als bloßen Schein. Die Kirche kann ihre Heiligkeit nur wiedererlangen, wenn sich die Verantwortlichen von ihrer selbstgewählten Verantwortungslosigkeit bekehren. Viel Zeit ist nicht mehr, denn die Heiligkeit ist von scheuem Wesen.

Gott hat zu mir gesprochen Wo ist die prophetische Stimme in unserer Zeit?

Die Stimme Gottes schweigt scheinbar in unserer Zeit und keine Propheten, die sagen können "Spruch des HERRN", erheben ihre Stimmen. Enden wir als Kirche in einer verrückt-machenden Stille oder erklären wir einfach die für verrückt, die eine Stimme hören? - eine Suche nach heutigen Propheten, aber in den Heiligen Schriften aus der Vergangenheit.

Hat man je einen Papst übers Wasser laufen sehen? Wenn große Hoffnungen auf kleinen Glauben treffen

Wieder einmal steht die Kirche auch in der Gegenwart vor großen Herausforderungen. Zwischen Furcht und Hoffnung schwankend erscheint manches schon als Quantensprung, was in den Augen der Welt er einem Tippelschritt gleichkommt. Die alles entscheidende Aufgabe, das Wort Gottes in alle Welt zu verkünden, braucht aber zu allen Zeiten Mutige, die bereit sind, zu entscheiden und zu verkünden. Ist da jemand, der heute den Sprung wagt?

Prophetisches Salz Über Fragen, Zeichen und Jesaja in Zeiten der Kirche

Wären das Priesteramt auf Zeit oder der Hartz-IV-Regelsatz für Pfarrer ein "prophetisches Zeichen"? Wie zeigt sich die "prophetische Existenz" der Kirche und ihrer Gläubigen? Der schrifstellerische Aktionismus verschafft der Kirche immer neue Anfragen und wenige Antworten. Das ist ein guter Grund, sich die Einheit von Gottes Wort und Tat bei dem nackten Propheten Jesaja vor Augen zu führen.