Die große Schwester der Geduld Reflexionen über die Notwendigkeit der Hoffnung

Krisen sind Herausforderungen. Wer sie bestehen will, braucht Geduld und eine Hoffnung, die aufrichtet. Hoffnung aber ist nicht das schnell beschworene Licht am Ende des Tunnels, das auch ein entgegenkommender Zug sein könnte. Hoffnung aber beruht auf einem grundständigen Vertrauen, Krisen bewältigen zu können, wie es schon früher gelungen ist. So kann man auch mitten in der Krise das Leben als Herausforderung feiern.

Omertà? No! Biblische Reflexionen über das (Ver-)Schweigen

Wenn es um das Selbstverständnis der Kirche geht, hatte (und hat) das Schweigen Konjunktur bei vielen Verantwortlichen. Nichts sollte die Heiligkeit der Kirche in Gefahr bringen. Gerade das Schweigen aber beschädigt eben diese Heiligkeit - und es ist ein Zeichen mangelnden Gottvertrauens. Damit die Kirche wieder des Glaubens würdig werden kann, darf nichts im Verborgenen bleiben. Nichts!

Nicht ganz dicht im Dach Neutestamentliche Überwindungen einer ekklesialen Bunkermentalität

Wenn das längst Bewährte als revolutionäre Neuerung erscheint, dann ist die Kraft zur inneren Reform längst versiegt. Frauen dürfen jetzt Lektorinnen sein. Wow! Angesichts soviel reformerischen Minimalismus' weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Nur eins scheint klar: die Kirche mag noch lange nicht verbeult sein, sie ist aber nicht mehr ganz dicht im Dach. Das könnte allerdings auch eine Chance sein, der erlahmten Braut Christi Beine zu machen.

Leben lernen Ein Plädoyer wider das Aufblühen eines paganen Klerikalismus

Wenn jede an sich denkt - und jeder auch - dann ist an alle gedacht. Viele leben offenkundig in einem Bewusstsein einer besonderen Erwählung, nehmen sie doch scheinbare Sonderrechte für sich in Anspruch, die gerne auch als Grundrechte deklariert werden. Die Freiheit der Entscheidung bleibt dabei ebenso auf der Strecke wie der gesellschaftliche Zusammenhalt, ist eine organische Gesellschaft doch immer mehr als die Summe Einzelner. Wahre Freiheit braucht Charakter.

Und der Knabe schweigt Neutestamentliche Betrachtungen zu einem außergewöhnlichen Weihnachtsfest 2020

Weihnachten wird im Corona-Jahr 2020 zur Herausforderung. Können Präsenzgottesdienste wichtige Hoffnungszeichen in dunkler Zeit sein oder setzen sie die Menschen einer Gefahr aus. Das sind möglicherweise die falschen Alternativen. Weihnachten wird im Corona-Jahr 2020 so oder so anders gefeiert werden. Weihnachten als das Fest, an dem der Ewige das menschliche Leben heiligt, hat in diesem Jahr eine ganz eigene Botschaft, die zukunftsweisend ist: Jetzt seid ihr dran!

Wann endlich kommen die Tage der Not? Ein Essay zur Frage der Reformunfähigkeit der Kirche

Reformvorschläge haben in der Kirche wenig Chancen. Es gibt immer Kräfte - seien es Weihevolle oder Weihelose -, die den Besitzstand wahren möchte. Wer aber nur daran interessiert ist, die eigenen Pfründe zu sichern, ist reformunfähig. Das Wort Gottes selbst aber lehrt, dass Umkehr kein Ergebnis geistlicher Erkenntnis, sondern letztlich eines physischen Mangels ist. Ohne diesen erlebten Mangel haben alle pastoralen Zukunftsprozesse wohl keine Chance ...

Wahrheitsvermutung Oder: Wie man von Missbrauch Betroffenen endlich eine Stimme gibt

Missbrauch ist ein perfides Verbrechen. Wenn Namen von Tätern bekannt werden, ist schnell von Unschuldsvermutung die Rede. Von Missbrauch Betroffene hingegen müssen Jahre um ihr Recht kämpfen - nicht selten erfolglos. Es ist an der Zeit, dass sie nicht mehr als Bittsteller behandelt werdne. Ihnen gegenüber hat endlich die Wahrheitsvermutung zu gelten!

Die Mähler und das Mahl Neutestamentliche Aspekte zur Diskussion um die eucharistische Gastfreundschaft

Der Wunsch nach einem gemeinsamen Abendmahl der christlichen Konfessionen ist groß. Gerne wird auch beschworen, dass die unterschiedlichen Konfessionen mehr verbinden als trennen würde. Das Trennende aber ist oft das, was die unterschiedlichen Identitäten begründet. Kann es ein gemeinsames Mahl geben, das weder den biblischen Befund noch die identitätsstiftenden Akzente vorschnell nivelliert? Das Neue Testament hält eine Möglichkeit bereit.

Worte sind Worte sind Worte Bekenntnisse eines Neutestamentlers

Worte wirken. Sie lösen Reaktionen aus, die bisweilen aber dem, was gesagt wurde, widersprechen. Das ist auch gut so, denn sonst wäre alles nur Zauberei: Man spricht und das Gesagte wird wirklich. Stattdessen verwandeln sich viele Worte in Windhauch, in heiße Luft, wenn sie nicht durch Taten gedeckt sind. Gerade der Glaube an den, dessen Wort Fleisch wird, ist tatempfindlich. Wenn die Taten für die Worte fehlen oder gar den Worten widersprechen, sind die, die so verkünden, des Glaubens nicht mehr würdig. Liegt hier der eigentliche Kern der gegenwärtigen Kirchenkrise?