Nicht ganz dicht im Dach Neutestamentliche Überwindungen einer ekklesialen Bunkermentalität

Wenn das längst Bewährte als revolutionäre Neuerung erscheint, dann ist die Kraft zur inneren Reform längst versiegt. Frauen dürfen jetzt Lektorinnen sein. Wow! Angesichts soviel reformerischen Minimalismus' weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Nur eins scheint klar: die Kirche mag noch lange nicht verbeult sein, sie ist aber nicht mehr ganz dicht im Dach. Das könnte allerdings auch eine Chance sein, der erlahmten Braut Christi Beine zu machen.

Leben lernen Ein Plädoyer wider das Aufblühen eines paganen Klerikalismus

Wenn jede an sich denkt - und jeder auch - dann ist an alle gedacht. Viele leben offenkundig in einem Bewusstsein einer besonderen Erwählung, nehmen sie doch scheinbare Sonderrechte für sich in Anspruch, die gerne auch als Grundrechte deklariert werden. Die Freiheit der Entscheidung bleibt dabei ebenso auf der Strecke wie der gesellschaftliche Zusammenhalt, ist eine organische Gesellschaft doch immer mehr als die Summe Einzelner. Wahre Freiheit braucht Charakter.

Und der Knabe schweigt Neutestamentliche Betrachtungen zu einem außergewöhnlichen Weihnachtsfest 2020

Weihnachten wird im Corona-Jahr 2020 zur Herausforderung. Können Präsenzgottesdienste wichtige Hoffnungszeichen in dunkler Zeit sein oder setzen sie die Menschen einer Gefahr aus. Das sind möglicherweise die falschen Alternativen. Weihnachten wird im Corona-Jahr 2020 so oder so anders gefeiert werden. Weihnachten als das Fest, an dem der Ewige das menschliche Leben heiligt, hat in diesem Jahr eine ganz eigene Botschaft, die zukunftsweisend ist: Jetzt seid ihr dran!

Wann endlich kommen die Tage der Not? Ein Essay zur Frage der Reformunfähigkeit der Kirche

Reformvorschläge haben in der Kirche wenig Chancen. Es gibt immer Kräfte - seien es Weihevolle oder Weihelose -, die den Besitzstand wahren möchte. Wer aber nur daran interessiert ist, die eigenen Pfründe zu sichern, ist reformunfähig. Das Wort Gottes selbst aber lehrt, dass Umkehr kein Ergebnis geistlicher Erkenntnis, sondern letztlich eines physischen Mangels ist. Ohne diesen erlebten Mangel haben alle pastoralen Zukunftsprozesse wohl keine Chance ...

Wahrheitsvermutung Oder: Wie man von Missbrauch Betroffenen endlich eine Stimme gibt

Missbrauch ist ein perfides Verbrechen. Wenn Namen von Tätern bekannt werden, ist schnell von Unschuldsvermutung die Rede. Von Missbrauch Betroffene hingegen müssen Jahre um ihr Recht kämpfen - nicht selten erfolglos. Es ist an der Zeit, dass sie nicht mehr als Bittsteller behandelt werdne. Ihnen gegenüber hat endlich die Wahrheitsvermutung zu gelten!

Die Mähler und das Mahl Neutestamentliche Aspekte zur Diskussion um die eucharistische Gastfreundschaft

Der Wunsch nach einem gemeinsamen Abendmahl der christlichen Konfessionen ist groß. Gerne wird auch beschworen, dass die unterschiedlichen Konfessionen mehr verbinden als trennen würde. Das Trennende aber ist oft das, was die unterschiedlichen Identitäten begründet. Kann es ein gemeinsames Mahl geben, das weder den biblischen Befund noch die identitätsstiftenden Akzente vorschnell nivelliert? Das Neue Testament hält eine Möglichkeit bereit.

Worte sind Worte sind Worte Bekenntnisse eines Neutestamentlers

Worte wirken. Sie lösen Reaktionen aus, die bisweilen aber dem, was gesagt wurde, widersprechen. Das ist auch gut so, denn sonst wäre alles nur Zauberei: Man spricht und das Gesagte wird wirklich. Stattdessen verwandeln sich viele Worte in Windhauch, in heiße Luft, wenn sie nicht durch Taten gedeckt sind. Gerade der Glaube an den, dessen Wort Fleisch wird, ist tatempfindlich. Wenn die Taten für die Worte fehlen oder gar den Worten widersprechen, sind die, die so verkünden, des Glaubens nicht mehr würdig. Liegt hier der eigentliche Kern der gegenwärtigen Kirchenkrise?

Spreu und Weizen Ein kurzer Essay über die Frage, warum die Kirche sich nicht weiterentwickelt

Keine noch so gute Taktik vermag den Gewinn zu garantieren, wenn sie in der Praxis nicht umgesetzt wird. Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Das gilt für die Welt wie für die Kirche. Wenn die Zeugen des Evangeliums durch ihr Handeln unglaubwürdig erscheinen, ist das Scheitern vorprogrammiert. Es bedarf deshalb einer tiefen inneren Katarsis, einer Reinigung, um vor dem Gerichtshof der Welt wieder Glauben zu finden.

Den Fernen so nah Ein Blick zurück ins Neues Testament auf die Dialektik missionarischer Pastoral der Gegenwart und Zukunft

Die Kirche ist stetigen Veränderungen unterworfen. Jede Veränderung bedeutet Herausforderungen. Die Herausforderungen der Gegenwart liegen auf der Hand: Die Zahl hauptamtlicher Seelsorgerinnen und Seelsorger geht zurück, Kirchenaustritte steigen - die Aufgabe, das Evangelium in aller Welt alles Geschöpfen zu verkünden (vgl. Markus 16.15) bleibt. Eine Lösung liegt darin, Verwaltung zu zentralisieren, Pastoral aber zu dezentralisieren. Ein Modell, das sich schon zu neutestamentlichen Zeiten bewährt hat.