Zwölfundzweiundsiebzig Unterwegs im Auftrag des Herrn

Vielfach wird eine Krise der Kirche beschworen. Je nach Blickwinkel ist es mal der Mangel an Priester, mal an Gläubigen, mal am Glauben selbst, der zu radikalen strukturellen Veränderungen führt. Wo aber die Kirche als Unternehmen betrachtet wird, steht sie in der Gefahr, den eigentlichen Auftrag aus dem Blick zu verlieren. Dem eigentlichen Mangel an Mut könnte man anders begegnen.

Ein Lob auf den Kirchturm Ein Plädoyer für die bleibende Präsenz der Kirche in der Fläche

Wozu braucht die Kirche Raum? Diese Frage steht angesichts wirtschaftlicher und personeller Zwänge zunehmend im Raum. Zusammenlegung von Gemeinden, Profanierung von Kirchenräumen, als ultima ratio sogar der Abriss von Kirchen stehen auf der Tagesordnung. Reicht es aber, die Glaubenden daran zu erinnern, dass sie die lebendigen Steine des Hauses Gottes seien? Wenn Kirche im Wesentlichen immer auch Versammlung der Glaubenden ist, dann muss es für diese Versammlung auch einen Ort geben - in neutestamentlicher Tradition "nah beim Haus".

Der ewige Stuhlkreis Oder: Sitzt ihr noch oder verkündet ihr schon?

Der Stuhlkreis ist das Paradigma der Kirche der Gegenwart. Er steht für oft langjährige synodale Prozesse, mit denen die Kirche den neuen Herausforderungen zu begegnen versucht. Neutestamentlich wirft das aber Fragen auf: Kann sich die Kirche wirklich jahrelange Prozesse leisten, die eher dem Status quo als der Suche nach tatsächlich neuen Wegen dienen. Haben die Verantwortlichen verlernt, dass die Zeit drängt?

Wie war Weihnachten? Eine Spurensuche zwischen A wie Augustus und Z wie Zählung

Die Herbergssuche ist tief im kollektiven Gedächtnis verankert. Dabei erzählen die Evangelien nichts von ihr. Trotzdem kann aus den wenigen Angaben der Evangelien schon einiges rekonstruiert werden. Archäologische und historische Forschungen ergänzen das Bild. Es zeigt sich: Bethlehem ist als Geburtsort Jesu nicht unwahrscheinlich - und doch war vieles wohl anders, als man es von Krippenspielen gewohnt ist. Sie war wohl nicht wirklich still, die Nacht, die heilig werden sollte.

Vom Glück der Versuchung Neutestamentliche Reflexionen über ein korrumpiertes Phänomen

Die Vaterunser-Bitte, Gott solle uns nicht in Versuchung führen, irritiert selbst den Papst. Aber kann man sie einfach ändern? Es wäre dann nicht mehr das Gebet, das Jesus lehrte. Vielmehr stellt sich die Frage, was denn überhaupt unter "Versuchung" verstehen ist. Eine Spurensuche im Neuen Testament führt nicht nur zu dem Schluss, dass die sechste Vaterunser-Bitte durchaus in der existentiellen Versuchungserfahrung Jesu begründet sein könnte; in jeder Versuchung liegt vielmehr auch die Möglichkeit des Scheiterns wie der Reifung.