Der ewige Stuhlkreis Oder: Sitzt ihr noch oder verkündet ihr schon?

Der Stuhlkreis ist das Paradigma der Kirche der Gegenwart. Er steht für oft langjährige synodale Prozesse, mit denen die Kirche den neuen Herausforderungen zu begegnen versucht. Neutestamentlich wirft das aber Fragen auf: Kann sich die Kirche wirklich jahrelange Prozesse leisten, die eher dem Status quo als der Suche nach tatsächlich neuen Wegen dienen. Haben die Verantwortlichen verlernt, dass die Zeit drängt?

Wie war Weihnachten? Eine Spurensuche zwischen A wie Augustus und Z wie Zählung

Die Herbergssuche ist tief im kollektiven Gedächtnis verankert. Dabei erzählen die Evangelien nichts von ihr. Trotzdem kann aus den wenigen Angaben der Evangelien schon einiges rekonstruiert werden. Archäologische und historische Forschungen ergänzen das Bild. Es zeigt sich: Bethlehem ist als Geburtsort Jesu nicht unwahrscheinlich - und doch war vieles wohl anders, als man es von Krippenspielen gewohnt ist. Sie war wohl nicht wirklich still, die Nacht, die heilig werden sollte.

Vom Glück der Versuchung Neutestamentliche Reflexionen über ein korrumpiertes Phänomen

Die Vaterunser-Bitte, Gott solle uns nicht in Versuchung führen, irritiert selbst den Papst. Aber kann man sie einfach ändern? Es wäre dann nicht mehr das Gebet, das Jesus lehrte. Vielmehr stellt sich die Frage, was denn überhaupt unter "Versuchung" verstehen ist. Eine Spurensuche im Neuen Testament führt nicht nur zu dem Schluss, dass die sechste Vaterunser-Bitte durchaus in der existentiellen Versuchungserfahrung Jesu begründet sein könnte; in jeder Versuchung liegt vielmehr auch die Möglichkeit des Scheiterns wie der Reifung.

Zungenbiss Ein exegetischer Ordnungsruf angesichts Verweigerung und Verantwortung zur Regierungsbildung

Ebensowenig wie ein Wunschzettel ein Bestellschein ist, ist die Wahl ein Wunschkonzert für Politikerinnen und Politiker. Wer sich Auftrag der Wähler vorschnell entzieht, entzieht sich der ihm übertragenen Verantwortung. Statt flinkem Hang zur Selbstdarstellung sollte deshalb der Respekt vor dem Souverän das politische Handeln prägen.

Nächstenliebe? Verdammt! Ein Essay über die Irrungen und Wirrungen eines christlichen Urideals

Nächstenliebe ist keine christliche Kür - sie ist Pflicht. Dabei geht es nicht um die Frage, wer der Nächste ist, dem man sich liebend zuwenden soll. Selbst zum Nächsten zu werden ist die eigentliche Herausforderung, die Jesus seinen Jüngern stellt. Da ist auch für christliche Abendländer kein wirklicher Platz, sich vor der Herausforderung zu drücken.