Das Opium der Zweifler Ein neuer Blick auf die Wundererzählungen des Neuen Testamentes

Wunder sind bei Glaubensverfechtern wie bei -kritikern gleichermaßen beliebt. Die einen brauchen sie, um glauben zu können, die anderen, um den Glauben zu kritisieren. Dabei sprechen die Evangelisten selbst gar nicht von Wundern, sondern von Zeichen und machtvollen Taten, bei denen das Außergewöhnliche in der Wiederherstellung von Normalität besteht.

Die Vollstreckung der Todesstrafe Ein alttestamentliches „Ja, aber…“

Der 10. Oktober ist der Internationale und Europäische Tag gegen die Todesstrafe. Während weltweit mehr und mehr Nationen die Todesstrafe abschaffen steht sie weiterhin in den Heiligen Schriften des Judentums und Christentum. Aber bereits im Alten Testament findet sich ein Diskurs über die Frage, wer die Todesstrafe überhaupt vollstrecken darf.

Sandkastenspiele Eine neutestamentliche Korrektur kindlicher Korrektoren

Papst Franziskus lehrt die Barmherzigkeit des Evangeliums - und verwirrt damit purpurtragende Zweifler und kindliche Korrektoren. Dabei ist die correctio fraterna, die brüderliche Zurechtweisung, ein durchaus biblisches Gut - wenn sie in der rechten Weise verstanden wird. Sonst wird aus oberflächlich-kindlicher Demut nur allzu schnell kindische Besserwisserei.

Halali? Halleluja! Gedanken eines Neutestamentlers zur Entscheidung des Souveräns der Bundestagswahl 2017

Der Souverän hat entschieden, das Volk hat gewählt. Erschrocken nimmt die Öffentlichkeit zur Kenntnis, dass mit der AfD eine rechtsradikale Partei in den Bundestag einzieht. Doch der Schock ist unberechtigt, wird nun doch nur offenkundig, was im Verborgenen längst Wirklichkeit war. Es wird Zeit, wider die neue Hassrhetorik wieder den ebenso offensiven wie respektvollen politischen Diskurs zu pflegen.

Solidarität! oder: mit Gefühlen kann man keine Politik machen, mit Haltungen schon

Solidarität ist der Kitt, der die Gesellschaft zusammenhält. Die scheinbare Zufriedenheit vieler Bürgerinnen und Bürger kann sich schnell als Trug entlarven, wenn die Ränder der Gesellschaft aus dem Blick geraten. Soziale Gerechtigkeit ist deshalb mehr als ein Slogan im Wahlkampf. Soziale Gerechtigkeit ist ein Grundfundament für die Stabilität der Gesellschaft.

Glasgestalten Reflexionen über Verlustsymptome der Verkündigung

Glaubensverlust, Priestermangel oder Mangel an Glaubenden? - Verlustsymptome gibt es viele in den Kirchen. Allein zwei Kirchenfenster im Kölner Dom - das älteste von 1260 n.Chr. und das neueste von 2007 n.Chr. - machen deutlich, dass der Verlust aber an einer ganz anderen Stelle beginnt: Bei einer Verkündigung, die sich weigert, dem Wort Gottes Gestalt zu geben.

Das Zeitalter der Frösche Ein Weckruf gegen Feuer und Zorn

Mit der Androhung von "Feuer und Zorn" reagiert der US-amerikanische Präsident auf die nordkoreanischen Provokationen - und bemüht damit eine Bildwelt, die auch in der Bibel zu finden ist. Dort jedoch sind "Feuer und Zorn" allein Gott vorbehalten. Das Wort Gottes selbst mahnt hingegen menschliche Herrscher, die sich derart an die Stelle Gottes setzen wollen: Manch einer gleicht einem aufgeblähten Frosch, der in dem Feuer umkommt, mit dem er droht. Die aber, die dem Wort Gottes folgen, können die Welt nicht mehr aus einer solchen Froschperspektive betrachten.