Bitte wenden! Wer den Wandel will, muss Wurzelarbeit leisten

Jede Katastrophe löst den immer gleichen Reflex aus: Es muss sich etwas ändern. Vorsätze aber teilen das Schicksal kurzfristiger Auflösungen. Dabei zeigen die Hitzesommer der Jahre 2018-2020 und die Flutkatastrophe im Jahr 2021, dass der Klimawandel längst Realität ist. Handeln und Veränderung sind das Gebot der Stunde. Vorsätze reichen schon lange nicht mehr.

Das Gemeinte und das Gesagte Über die die merkwürdige Lust, das Eigentliche zwischen den Zeilen zu suchen, und dabei das Offenkundige aus den Augen zu verlieren

Worte werden in den Händen vieler Ausleger weich wie Wachs. Man braucht den Autoren gar nicht im Mund herumzudrehen, um sie den eigene Anliegen dienstbar zu machen. Oft reicht es schon, das Gesagte geflissentlich zu ignorieren und zwischen den Zeilen das Eigentliche zu suchen. Das ist ohne Frage eine Lust, die dem ursprünglich Gesagten aber zur Last wird. Was aber ist, wenn das Gesagte das Gemeinte längst enthält? Das Weiße zwischen den Zeilen wäre dann einfach ... weiß.

Tote Punkte Neutestamentliche Einwürfe zu einem ambivalenten Phänomen

Ein Erzbischof bietet seinen Rücktritt an, weil er die Kirche an einem "toten Punkt" sieht. Er erhofft darin eine Wende. Das aber ist trügerisch, sind tote Punkte nicht immer schon die tiefsten Punkte. Der Abstieg kann sogar noch schneller voranschreiten. Die Botschaft der Bibel aber lehrt, dass selbst die Pforten der Unterwelt durch den Auferstandenen erst dann erschüttert werden, wenn vorher ganz und gar gestorben wurde. Eine Kirche, die auferstehen will, hat da noch einiges mehr vor sich als Rücktrittsangebote ...

Umkämpfter Sehnsuchtsort Gedanken eines Neutestamentlers über eine Stadt, die die Heilige genannt wird

Jerusalem - Heilige Stadt und Sehnsuchtsort für viele. Es ist eine in vielen Zeiten immer wieder umkämpfte Stadt. Christliche Kreuzzügler kamen im Mittelalter, um die Heiligen Stätten zu "befreien". In der Gegenwart entzünden sich immer wieder blutige Konflikte um den Tempelberg, der Juden wie Muslimen heilig ist. Kann die heilge Stadt Jerusalem, Stadt des Heiligen, in der so viele, Juden, Christen und Muslime das Heil suchen, Frieden finden?

Petrinische Horizonterweiterungen Oder: Wie der Apostel lernte, seinen Katechismus neu zu schreiben

Die Ansicht, im Glauben wäre alles von Alters her immer schon gleich gewesen und würde deshalb für alle Ewigkeiten feststehen, wird schon in den Schriften der Bibel konterkariert. Auch Petrus muss immer wieder lernen, dass Gott selbst es ist, der das Überkommene übersteigt. Von Anfang an besteht deshalb die Aufgabe darin, den überlieferten Glauben immer neu in Wort und Tat zu formulieren - eine stete Herausforderung, der sich Theologie und Lehramt stellen müssen.

Aus Dankbarkeit segnen Alttestamentliche Überlegungen zu #mutwilligSegnen, #liebegewinnt

Am 10. Mai 2021 werden deutschlandweit Menschen, die sich lieben, gesegnet. "Wir feiern die Vielfalt der verschiedenen Lebensentwürfe und Liebesgeschichten von Menschen und bitten um Gottes Segen", erklären die Initiatoren von liebegewinnt. Doch darf die Kirche auch homosexuelle Paare und ihre Liebe segnen? - ein biblischer Einwurf zum Lobpreis Gottes und für mehr Dankbarkeit.

Der Bischof und die Professorin Neutestamentliche Wegweisungen aus der ekklesialen Sackgasse

Das Verhältnis ist schon lange spannungsgeladen: Die Theologie und das Lehramt. Immer wieder geraten die Vertreter des einen mit denen in Konflikt, die theologietreibend Antworten auf die Fragen der Zeit suchen. Dabei liegt der Konflikt tiefer als es der augenscheinliche Streit um die richtige Lehre. Es geht letztlich um die Frage der Ordnung des Volkes Gottes. Sind die einen Herren über den Glauben der anderen? Und was ist ein Hirte, wenn die Herde einfach weiterzieht? Es ist schon lange Zeit, umzudenken ...

Einstürzende Altbauten Österliche Betrachtungen eines Neutestamentlers

Eine Tradition, die danach strebt, dass alles so bleibt, wie es ist, ist ein Diätprogramm. Wer aber auf Diät ist, will weniger weniger, nicht mehr. Österlich ist das nicht. Ostern ist mehr als Aufbruch, es ist ein Bruch mit Althergebrachtem. Ostern ist, wenn Gott den zur Sünde gemachten rettet, auf dass Gerechtigkeit für alle wird. Wahrhaftig: Ostern ist ein Segen!

Und die Moral von der Geschicht … Neutestamentliche Reflexionen über Moral und Gewissen

Nicht jeder, der Recht bekommt, ist auch moralisch auf der rechten Seite. Zumindest wird die Moral angeführt, wenn die Argumente des Rechts ausgetauscht sind. Was aber ist Moral? Woran kann man sie messen? Die Moral mag nicht relevant für irdisches Recht sein, vor dem inneren Gerichtshof, dem Gewissen, ist sie die oberste Norm. Sie objektiv zu prüfen, mag unmöglich sein; subjektiv aber entscheidet sich vor diesem inneren Gerichtshof, ob das Handeln eines Menschen lauter ist. Das aber kann auch vor der Welt nicht auf Dauer verborgen bleiben.

Ertüchtigt und ermächtigt Oder: Warum es die Kirche überhaupt gibt

Wenn es eng wird, berufen sich einige, die in der Kirche Verantwortung tragen, gerne darauf, dass die Kirche für dieses oder jenes keine Vollmacht habe. In anderen Fragen scheint es dieses Problem nicht zu geben. In der Tat zeigt ein Blick in das Neue Testament, dass die Kirche ertüchtigt ist und sich von Anfang an ermächtigt sah, das Werk Jesu eigenverantwortlich fortzuführen - auch und gerade da, wo es keine Worte Jesu gab. Das ist der Beginn echter Theologie, die denkt und nicht nur repetiert.