Was ist eigentlich Eucharistie? Eine neutestamentliche Suche nach Mitte, Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens

Die Eucharistie ist Quelle, Mitte und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens. So lehrt es das 2. Vatikanische Konzil. Aber ist damit nur die Heilige Messe gemeint? Was ist "Eucharistie" überhaupt? Und: Wie kann man in Pandemiezeiten Eucharistie feiern? Fragen, die Anlass genug für eine neutestamentliche Spurensuche sind. Wie so oft, eröffnet die Exegese auch hier eigene Perspektiven. Es lohnt sich immer wieder, zurück zu den Quellen zu gehen.

Die Lehren des Herrn Tur Tur Eine neutestamentliche Reflexion über das Verhältnis von Stärke des Kleinen und die Schwachheit der Lauten

Es sagt sich so einfach: Die Freiheit eines Menschen endet da, wo die Freiheit eines anderen Menschen beginnt. In Zeiten der Corona-Pandemie hingegen blasen sich manche zu Freiheitskämpfern auf, die ohne Rücksicht auf andere vor allem für ihre eigenen Bedürfnisse eintreten. Kann man so den Weg aus der Krise finden? Es braucht bei aller Unsicherheit wohl eher eine nüchterne Bestandsaufnahme, die die Schwachen nicht vergisst.

Einfach unerhört Neutestamentliche Aspekte über Stoßgebete in Krisenzeiten

Ein Virus breitet sich pandemisch aus. Er macht krank. Viele erleben sich ohnmächtig. Das ist der Boden, auf dem Verschwörungserzählungen gedeihen. Der Verschwörungsvirus befällt sogar manch einen, der in der Kirche Ansehen zu haben scheint. Reicht da das Stoßgebet, Gott möge Hirn vom Himmel werfen? Wer betet, der empfängt. Was wird Gott geben, wenn Hirn aus ist?

Gehorsam folgsam oder freiwillig einsichtig Neutestamentliche Überlegungen über kindliche Sicherheitsbedürfnisse und reife Mündigkeit

Freiwilliger Gehorsam? - mit diesem Paradox wird auch in der Kirche gerne Gefolgschaft ohne allzu kritische Nachfragen gefordert. Der mit freiem Willen ausgestattete mündige Mensch aber kann nie unkritisch gehorsam sein. Er darf es nicht. Im Gegenteil: Seine Entscheidungen beruhen auf Einsicht und Erkenntnis. Man muss ihn also gewinnen, will man ihn nicht im Stand eines Kindes lassen. In der Zeit, wo Masken zur Pflicht werden, demaskiert sich mancher Charakter als vorschnell gehorsam oder einsichtig aus freiem Willen.

Schrecklich frohe Ostern Österliche Gedanken eines Neutestamentlers in Zeiten der Corona-Pandemie

Kreuzestod und Auferstehung bilden zusammen den Kern des christlichen Glaubens. Das eine ist nicht ohne das andere zu haben. So bleiben auch die Wundmale als Denkmale am Leib des Auferstandenen. Das Leid kann nicht weggejubelt werden, wohl aber kann im Leid die Hoffnung lebendig bleiben. Der Schrecken gehört wie der Jubel zur Ostererfahrung.

Nähe und Distanz Neutestamentliche Anmerkungen über eine nicht nur pastorale Herausforderung in Zeiten der Corona-Pandemie

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Die angesichts der Corona-Pandemie medizinisch notwendige Forderung nach körpferlichem Abstand bedeutet eine Herausforderung: Wie kann trotz angemessener physischer Distanz soziale Nähe gelingen und aufrecht erhalten werden? Der Mensch wird hier in seiner ganzen Existenz gefordert - mit Leib und Geist.

Fragiler Firnis mit fortschreitenden Fissuren Nachdenkliche Beobachtungen eines Neutestamentlers in der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie stellt die gegenwärtige Generation vor Herausforderungen, für die es keine Vorerfahrungen gibt. Neben egomanischen Auswüchsen zeigt sich aber immer wieder auch die Fähigkeit des Menschen zur Solidarität. Solidarität ist die Haltung, mit der die Krise bewältigt werden kann. Dazu gehört, das eigene Verhalten gerade an den Schwächsten und den Risikogruppen zu orientieren. Das gilt gerade auch für Christen. Nächstenliebe ist ein Tatwort, das alle frommen Versuchungen durchkreuzt - gerade wenn es um den einen Leib Christi geht.

Corona morbus coronae creatonis Eine Suche nach der Würde der Krankheit

Ein Virus setzt die Welt in Schrecken. Noch weiß man nicht viel über das neuartige Corona-Virus. Das ist aber vielleicht eine der Ursachen, warum viele Menschen von einer kaum greifbaren Angst erfasst werden. Krankheiten kränken das menschliche Bewusstsein - und sie grenzen bisweilen aus. Das Beispiel Jesu ist da geradezu distanzlos. In Zeiten irrationaler Hysterie kann es helfen, zurück zu gelassener Vorsicht zu finden.

Palin, Palin Gedanken eines Neutestamentlers über amazonische Liebeserklärungen und ein ekklesiales Murmeltiersyndrom

"Geliebtes Amazonien" - "Querida Amazonia". Wieder einmal feiern die einen ein päpstliches Schreiben als großen Fortschritt, während die anderen sich enttäuscht abwenden, weil abermals weder der Zölibat gelockert noch die Weihe von Frauen avisiert wurde. Beide spielen mit den Resten einer zu Asche verglühten Tradition. Die einen hüten sie als Relikt vergangener Gluten, die anderen wirbeln sie durcheinander bis die Luft wegbleibt in verschlossenen Räumen. Wenn das Feuer wieder brennen soll, muss man neues Brenngut holen - und dazu den neue Öffnungen im Raum finden ...

Kirche.Macht.Glauben. Oder: Wenn das Wort Gottes nicht sagt, was es meinen soll

Wieder einmal wird die Übersetzung des Vaterunser geändert - diesmal in Italien. Diese Veränderungen sind ein Symptom der gegenwärtigen Verkündigung. Kirche macht Glauben, liefert sich aber dem Geglaubten nicht mehr aus. So stellen sich die, die in der Kirche Verantwortung zu scheinen haben, über das Wort Gottes. Betet man da noch das, was Jesus lehrte, oder nicht das, was er besser gelehrt haben sollte? Wer das Vaterunser so entschärft, nimmt ihm seine eigentliche Kraft: Die Ermächtigung der Glaubenden!

Ein allzu lautes Schweigen Eine neutestamentliche Erwiderung auf den Einwurf Joseph Ratzingers

Wenn ein Kurienkardinal und ein Altbischof von Rom kurz vor einem mit Spannung erwarteten apostolischen Schreiben des Papstes ein Buch veröffentlichen, in dem es um das Priestertum geht, löst allein schon die Tatsache als solcher intensive Diskussionen aus. Während die Wandlung den Kern der Eucharistie ausmacht, darf sich offfenkundig nichts in der Kirche wandeln. Wenn dann noch das Wort Gottes herangezogen wird, gilt es genau hinzuschauen - und sich für manche Überraschung zu wappnen. Auch heute noch könnte das Wort Gottes eine Leuchte sein, das den Weg weist.

Error? Try! Oder: Von der Gunst, Fehler machen zu dürfen

Der Mensch lernt durch Versuch und Irrtum. Das Fehlermachen ist dabei eine Quelle der Inspiration, aus der Erkenntnis wachsen kann. Das Streben nach einer Existenz ohne Fehler und Makel hingegen ist eine Utopie, an der der Mensch nur scheitern kann. Er sollte also nicht den Fehler machen, fehlerlos sein zu wollen. Es braucht vielmehr eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit, aus der echter Fortschritt entstehen kann.

Bethlehem! Ein weihnachtlicher Essay über die Bedeutung des historischen Kontextes für die Verkündigung des Glaubens

Weihnachten ist kein Märchen. Weihnachten ist Geschichte. Auch wenn die Evangelien in erster Linie Zeugnisse des Glaubens sind, fusst ihre Überlieferung doch auf historischen Grundlagen. Allen Entmythologisierungstendenzen zum Trotz ist in ihren Geschichten doch reale Geschichte enthalten - eine Geschichte freilich, die interpretiert wird und werden muss. Gottes Wort ereignet sich jedenfalls immer unter konkreten Rahmenbedingungen. Nur so kann und muss es immer neu Gestalt werden.

Wohnen wie Gott auf Erden Adventliche Gedankenspiele eines Neutestamentlers über offenkundig zunehmende ontologische Differenzen in der Christusnachfolge

Das Wahre, Gute und Schöne wird von denen, die vorgeben, in der Kirche Verantwortung zu tragen, gerne frei und aktuell interpretiert. Da wird der wahre Glaube zweifellos verkündet, gute Textilien in Spitzenqualität zur Schau getragen und der neueste Trend geht offenkundig zum schöneren Wohnen in Luxusimmobilien. Die zeitgenössisch aktualisierte Form der Nachfolge Jesu will aber nicht ganz zu jenem Menschensohn passen, der keinen Ort hatte, wohin er sein Haupt legen konnte (vgl. Matthäus 8,20). Es bedarf wohl einer ontologischen Neuorientierung vieler, die vorgeben, sonst in der Person Christi zu handeln.

Das Kartenhaus Ein Essay über die Ambivalenz des Heiligen

Ist die Kirche noch heilig? Nicht nur immer neu auftauchende Missbrauchsfälle, in denen Kleriker Täter waren und sind, lassen daran Zweifel aufkommen. Vor allem die anhaltende Unfähigkeit der vielen Verantwortlichen, die Konsequenzen ihrer Verantwortung zu übernehmen, entlarvt die behauptete Heiligkeit als bloßen Schein. Die Kirche kann ihre Heiligkeit nur wiedererlangen, wenn sich die Verantwortlichen von ihrer selbstgewählten Verantwortungslosigkeit bekehren. Viel Zeit ist nicht mehr, denn die Heiligkeit ist von scheuem Wesen.

Betende Gartenzwerge Neutestamentliche Anmerkungen zur gefühlten Einschränkung der Meinungsfreiheit

Darf man noch seine Meinung sagen? Man darf! Es gibt in unserer Gesellschaft keine Einschränkungen der Meinungsfreiheit. Trotzdem "fühlen" sich viele in ihrem Recht auf eine eigene Meinung eingeschränkt. Ob das an einer zunehmenden Unfähigkeit zur ebenso konstruktiv-kritischen wie respektvollen Auseinandersetzung liegt? Zur Meinungsfreiheit gehört es in der Tat, das andere andere Meinungen haben. Deshalb gibt es kein Recht auf Zustimmung zur eigenen Meinung. Es ist an der Zeit, das Streiten neu zu lernen.

Hat man je einen Papst übers Wasser laufen sehen? Wenn große Hoffnungen auf kleinen Glauben treffen

Wieder einmal steht die Kirche auch in der Gegenwart vor großen Herausforderungen. Zwischen Furcht und Hoffnung schwankend erscheint manches schon als Quantensprung, was in den Augen der Welt er einem Tippelschritt gleichkommt. Die alles entscheidende Aufgabe, das Wort Gottes in alle Welt zu verkünden, braucht aber zu allen Zeiten Mutige, die bereit sind, zu entscheiden und zu verkünden. Ist da jemand, der heute den Sprung wagt?

Der Sauerteigplan Oder: Evangelisieren ist eigentlich einfach, wenn man nicht ständig davon reden würde ...

Schillernd ist der Charakter des Wortes. Das gilt insbesondere für in Kirchenkreisen gerne verwendete Begriff wie "Charismenorientierung", "geistlich" und neuerdings auch "Evangelisierung". Soll es sich hier nicht um bloße Worthülsen handeln, muss auch offengelegt werden, was mit diesen Worten konkret gemeint ist. Nur so kann sich die schöpferische Macht des Wortes entfalten.

Gestalten Ein Essay über die wechselseitige Bedeutsamkeit von Form und Inhalt und das Leuchten des Wortes Gottes

Form und Inhalt lassen sich nicht voneinander trennen. Jeder Inhalt braucht eine dem jeweiligen Kontext angemessene Form, um sich mitteilen zu können. Umgekehrt aber prägt die äußere Form immer auch den Inhalt. Das zu erkennen, ist für eine Kirche, deren Stimme heiser geworden ist, essentiell, ist die Kirche doch das Werkzeug Gottes um sein Wort in der Welt zu verkünden. Es scheint wieder Zeit für eine Reformation der Kirche zu sein, damit die Welt mit dem Wort Gottes informiert wird.