Gestolpert? Hinschauen! Betrachtungen zur sechsten Bitte im Vater-Unser „Und führe uns nicht in Versuchung“

Kann Gott in Versuchung führen? Die Vater-Unser-Bitte, dass Gott das nicht tun möge, löst auf den ersten Blick Irritationen aus. Ist es daher eine Anpassung an die modernen Gottesvorstellungen überfällig? Bei näherem Hinsehen ergeben sich freilich neue Perspektiven und Aufgaben: Nicht das Vater-Unser muss geändert werden, sondern das Verständnis dessen, was Versuchung ist: Ein notwendiger Stolperstein!

Kenterkram Ein Essay über den Zeitgeist

Das Schifflein Petri auf Kenterkurs? Zwei Sätze in einem ganzen Grußwort werfen wieder einmal die Frage nach dem Verhältnis von Kirche und Welt auf. Ist der Zeitgeist wirklich Gegner der Verkünder? Oder ist es nicht der Geist Gottes, der in den Zeiten weht? Die Seegeschichten des Neuen Testamentes sprechen jedenfalls von einem besonderen Gottvertrauen: Gott vertraut den Seinen, dass sie die Herausforderungen meistern werden.

Petrus vs. Maria von Magdala An Ostern ist nichts so sicher wie die Auferstehung – und auch die fordert nicht weniger als den Verstand

Die Botschaft der Auferstehung des Gekreuzigten ist in Gefahr, zu belanglosen Floskel zu werden. Dabei bedeutet sie heute wie damals nicht nur eine intellektuelle Herausforderung. Auch die biblische Tradition lässt ein intensives Ringen um die Wahrheit erkennen, die die frühchristliche Diskussion über das Neue Testament hinaus prägt. Vor allem zwei Protagonisten geraten dabei in Konkurrenz - nicht ohne Folgen für die geschichtliche Manifestation der Kirche: Maria von Magdala und Petrus - wem erschien der Auferstandene zuerst?

Nathans Waisen Wer die Grenzen der Religionen überwinden will, muss die Grenzen der Religionen achten – ein Plädoyer für den interreligiösen Dialog

Gehört der Islam nach Deutschland? Der Regensburger Bischof Robert Vorderholzer hält den Islam für nicht integrierbar, weil er Kerngehalte des christlichen Glaubens negiert. Tatsächlich ist das jeweils Trennende für die Ausbildung religiöser Identitäten unabdingbar. Vor allem ist das Trennende eine Herausforderung sowohl der Selbstvergewisserung als auch für den interreligiösen Dialog, durch den die Religionen gemeinsam tiefer in die Wahrheit gelangen. Diese Chance sollte man sich weder durch Verweigerung noch durch vorschnelle Leugnung des Trennenden vergeben.

Die Arbeiter im Steinbruch des Herrn Eine kritische Hinterfragung zum Umgang mit dem Wort Gottes anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen 2017

Das Wort Gottes ist kein Steinbruch, in dem man sich beliebig bedienen kann. Die beliebig und willkürliche Auswahl von Textstellen hingegen manipuliert das Textverständnis. Wenn die biblischen Texte aber wirklich Gottes Wort enthalten, muss mit ihnen sorgsam umgegangen werden. Nur so kann ein theologischer Diskurs in Gang kommen, der vorhandene Differenzen nicht einfach leugnet, sondern das Trennende als Ansporn eines tieferen Verstehens annimmt.

Selbstliebe als biblische Botschaft? Gegen Simplifizierung und für den biblischen Text

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat versucht, die Bibel auf einem Bierdeckel zusammenzufassen: „Liebe Gott. Liebe Dich selbst. Liebe die Anderen.“ Ist Selbstliebe ein biblisches Gebot? Ein Blick auf das alttestamentliche Gebot der Nächstenliebe zeigt, warum man die biblische Botschaft nicht paraphrasieren, sondern diskutieren sollte.