Betende Gartenzwerge Neutestamentliche Anmerkungen zur gefühlten Einschränkung der Meinungsfreiheit

Darf man noch seine Meinung sagen? Man darf! Es gibt in unserer Gesellschaft keine Einschränkungen der Meinungsfreiheit. Trotzdem "fühlen" sich viele in ihrem Recht auf eine eigene Meinung eingeschränkt. Ob das an einer zunehmenden Unfähigkeit zur ebenso konstruktiv-kritischen wie respektvollen Auseinandersetzung liegt? Zur Meinungsfreiheit gehört es in der Tat, das andere andere Meinungen haben. Deshalb gibt es kein Recht auf Zustimmung zur eigenen Meinung. Es ist an der Zeit, das Streiten neu zu lernen.

Hat man je einen Papst übers Wasser laufen sehen? Wenn große Hoffnungen auf kleinen Glauben treffen

Wieder einmal steht die Kirche auch in der Gegenwart vor großen Herausforderungen. Zwischen Furcht und Hoffnung schwankend erscheint manches schon als Quantensprung, was in den Augen der Welt er einem Tippelschritt gleichkommt. Die alles entscheidende Aufgabe, das Wort Gottes in alle Welt zu verkünden, braucht aber zu allen Zeiten Mutige, die bereit sind, zu entscheiden und zu verkünden. Ist da jemand, der heute den Sprung wagt?

Der Sauerteigplan Oder: Evangelisieren ist eigentlich einfach, wenn man nicht ständig davon reden würde ...

Schillernd ist der Charakter des Wortes. Das gilt insbesondere für in Kirchenkreisen gerne verwendete Begriff wie "Charismenorientierung", "geistlich" und neuerdings auch "Evangelisierung". Soll es sich hier nicht um bloße Worthülsen handeln, muss auch offengelegt werden, was mit diesen Worten konkret gemeint ist. Nur so kann sich die schöpferische Macht des Wortes entfalten.

Gestalten Ein Essay über die wechselseitige Bedeutsamkeit von Form und Inhalt und das Leuchten des Wortes Gottes

Form und Inhalt lassen sich nicht voneinander trennen. Jeder Inhalt braucht eine dem jeweiligen Kontext angemessene Form, um sich mitteilen zu können. Umgekehrt aber prägt die äußere Form immer auch den Inhalt. Das zu erkennen, ist für eine Kirche, deren Stimme heiser geworden ist, essentiell, ist die Kirche doch das Werkzeug Gottes um sein Wort in der Welt zu verkünden. Es scheint wieder Zeit für eine Reformation der Kirche zu sein, damit die Welt mit dem Wort Gottes informiert wird.

Gleich vor Gott, aber nicht in der Kirche? Biblische Interventionen zum bleibend „heißen Eisen“ der Rolle der Frau in der Kirche

Ein synodaler Weg ist noch keine Synode - noch nicht mal ein Synödchen. Die Erwartungen an die Amazonien-Synode, die im Oktober 2019 in Rom stattfindet, sind hingegen hoch. Gelingt der der Durchbruch, was die immer wieder diskutieren "heißen Eisen" - etwa die Frage des Pflichtzölibates oder der Zugang von Frauen zu kirchlichen Ämtern - angeht? Wenn, dann wird es ein Aufbruch den Grenzen lokaler Regionen sein. Kann das angesichts der Herausforderungen der Zeit im Angesicht eines Gottes genügen, der stets etwas Neues macht und schafft?

Alles eine Frage der Haltung Oder: Warum Geisterfülltheit nichts sein kann, was hinzukommt

Kirchliche Runden beginnen selten ohne geistlichen Einstieg. Er bildet oft den ersten Tagesordnungspunkt, den es abzuhaken gilt. Dabei ist das eigentlich Geistliche nie etwas, das hinzukommen kann. Geistlichkeit ist eine grundlegende und existentielle Haltung, die die im Handeln prägen sollte, die erkannt haben, dass der Geist Gottes allem, was atmet, wohnt.

Silberstreif und Wetterleuchten Biblisches zur Notwendigkeit, sich dem Klimawandel zu stellen

Der menschengemachte Klimawandel und Gott haben eines gemeinsam – zumindest aus Sicht derer, die offen und bereit zur Erkenntnis sind: Man kann beides leugnen, sie sind trotzdem da! Während die Bestreitung der Existenz Gottes für die Zweifler allerdings ohne unmittelbare Konsequenz ist, zeitigt die Leugnung des menschengemachten Klimawandels und der Einleitung entsprechender Gegenmaßnahmen unmittelbare Folgen für das Leben auf dem Planeten Erde. Die Zeit der Entscheidung ist da. Kann man ihre Zeichen tatsächlich noch übersehen?

Das Schweigen der Frauen Ein Besuch in der exegetischen Werkstatt führt bisweilen zu erstaunlichen Erkenntnissen

In der Kirche herrscht keine Redefreiheit - zumindest nicht in den 10 Minuten nach dem Evangelium in der Heiligen Messe. Wer daran rührt, kann sich sicher sein, emotionale Diskussionen auszulösen. In solchen Auseinandersetzungen wird die Schlagkraft der Bibel wiederentdeckt, wobei die Tiefe der Texte und ihrer Entstehung selten beachtet wird. Wer sich mit Verstand in diese Abgründe wagt, wird nicht nur Überraschendes erkennen, sondern auch Auswege aus manch vermeintlichem Dilemma.

Zeugnisreife Ein kurzer Essay über die Notwendigkeit, dass aus Jüngern Zeugen werden

Es heißt, man lerne nicht für die Schule, sondern das Leben. Das Dasein als Schülerin oder Schüler endet mit der Schulentlassung nach hoffentlich erfolgreicher Reifeprüfung. Dann beginnt die eigentlich Bewährung auf dem Spielfeld des Lebens. So ist es auch mit der Jüngerschaft in der Nachfolge Jesu. Auch diese Lernzeit endet. Aus Jüngern müssen dann endlich Zeugen des Evangeliums werden. Auch heute reicht es deshalb nicht, Jüngerin oder Jünger zu sein; die Botschaft Gottes braucht Zeuginnen und Zeugen!

Auf hoher See und vor Gericht Oder: Wenn Europa zu spät kommt, wird das Leben es bestrafen

Die Rettung in Seenot geratener Flüchtlinge im Mittelmeer spaltet Europa. Die einen sehen in Kapitänen von Rettungsschiffen wie Carola Rackete, der Kapitänin der Sea-Watch-3 eine Heldin, andere eine Rechtsbrecherin, die sich eigenmächtig über das Verbot, Flüchtlinge in italienischen Häfen anzulanden, hinwegsetzt. Kann man aber einfach die Pflicht zur Rettung Schiffbrüchiger gegen staatliche Grenzziehungen ausspielen? Vor der Tür Europas wird das Mittelmeer zum Ort, an dem sich entscheidet, wes Geistes Kind der Kontinent der Gegenwart ist.