Ein allzu lautes Schweigen Eine neutestamentliche Erwiderung auf den Einwurf Joseph Ratzingers

Wenn ein Kurienkardinal und ein Altbischof von Rom kurz vor einem mit Spannung erwarteten apostolischen Schreiben des Papstes ein Buch veröffentlichen, in dem es um das Priestertum geht, löst allein schon die Tatsache als solcher intensive Diskussionen aus. Während die Wandlung den Kern der Eucharistie ausmacht, darf sich offfenkundig nichts in der Kirche wandeln. Wenn dann noch das Wort Gottes herangezogen wird, gilt es genau hinzuschauen - und sich für manche Überraschung zu wappnen. Auch heute noch könnte das Wort Gottes eine Leuchte sein, das den Weg weist.

Error? Try! Oder: Von der Gunst, Fehler machen zu dürfen

Der Mensch lernt durch Versuch und Irrtum. Das Fehlermachen ist dabei eine Quelle der Inspiration, aus der Erkenntnis wachsen kann. Das Streben nach einer Existenz ohne Fehler und Makel hingegen ist eine Utopie, an der der Mensch nur scheitern kann. Er sollte also nicht den Fehler machen, fehlerlos sein zu wollen. Es braucht vielmehr eine Kultur der Fehlerfreundlichkeit, aus der echter Fortschritt entstehen kann.

Bethlehem! Ein weihnachtlicher Essay über die Bedeutung des historischen Kontextes für die Verkündigung des Glaubens

Weihnachten ist kein Märchen. Weihnachten ist Geschichte. Auch wenn die Evangelien in erster Linie Zeugnisse des Glaubens sind, fusst ihre Überlieferung doch auf historischen Grundlagen. Allen Entmythologisierungstendenzen zum Trotz ist in ihren Geschichten doch reale Geschichte enthalten - eine Geschichte freilich, die interpretiert wird und werden muss. Gottes Wort ereignet sich jedenfalls immer unter konkreten Rahmenbedingungen. Nur so kann und muss es immer neu Gestalt werden.

Wohnen wie Gott auf Erden Adventliche Gedankenspiele eines Neutestamentlers über offenkundig zunehmende ontologische Differenzen in der Christusnachfolge

Das Wahre, Gute und Schöne wird von denen, die vorgeben, in der Kirche Verantwortung zu tragen, gerne frei und aktuell interpretiert. Da wird der wahre Glaube zweifellos verkündet, gute Textilien in Spitzenqualität zur Schau getragen und der neueste Trend geht offenkundig zum schöneren Wohnen in Luxusimmobilien. Die zeitgenössisch aktualisierte Form der Nachfolge Jesu will aber nicht ganz zu jenem Menschensohn passen, der keinen Ort hatte, wohin er sein Haupt legen konnte (vgl. Matthäus 8,20). Es bedarf wohl einer ontologischen Neuorientierung vieler, die vorgeben, sonst in der Person Christi zu handeln.

Das Kartenhaus Ein Essay über die Ambivalenz des Heiligen

Ist die Kirche noch heilig? Nicht nur immer neu auftauchende Missbrauchsfälle, in denen Kleriker Täter waren und sind, lassen daran Zweifel aufkommen. Vor allem die anhaltende Unfähigkeit der vielen Verantwortlichen, die Konsequenzen ihrer Verantwortung zu übernehmen, entlarvt die behauptete Heiligkeit als bloßen Schein. Die Kirche kann ihre Heiligkeit nur wiedererlangen, wenn sich die Verantwortlichen von ihrer selbstgewählten Verantwortungslosigkeit bekehren. Viel Zeit ist nicht mehr, denn die Heiligkeit ist von scheuem Wesen.

Betende Gartenzwerge Neutestamentliche Anmerkungen zur gefühlten Einschränkung der Meinungsfreiheit

Darf man noch seine Meinung sagen? Man darf! Es gibt in unserer Gesellschaft keine Einschränkungen der Meinungsfreiheit. Trotzdem "fühlen" sich viele in ihrem Recht auf eine eigene Meinung eingeschränkt. Ob das an einer zunehmenden Unfähigkeit zur ebenso konstruktiv-kritischen wie respektvollen Auseinandersetzung liegt? Zur Meinungsfreiheit gehört es in der Tat, das andere andere Meinungen haben. Deshalb gibt es kein Recht auf Zustimmung zur eigenen Meinung. Es ist an der Zeit, das Streiten neu zu lernen.

Hat man je einen Papst übers Wasser laufen sehen? Wenn große Hoffnungen auf kleinen Glauben treffen

Wieder einmal steht die Kirche auch in der Gegenwart vor großen Herausforderungen. Zwischen Furcht und Hoffnung schwankend erscheint manches schon als Quantensprung, was in den Augen der Welt er einem Tippelschritt gleichkommt. Die alles entscheidende Aufgabe, das Wort Gottes in alle Welt zu verkünden, braucht aber zu allen Zeiten Mutige, die bereit sind, zu entscheiden und zu verkünden. Ist da jemand, der heute den Sprung wagt?

Der Sauerteigplan Oder: Evangelisieren ist eigentlich einfach, wenn man nicht ständig davon reden würde ...

Schillernd ist der Charakter des Wortes. Das gilt insbesondere für in Kirchenkreisen gerne verwendete Begriff wie "Charismenorientierung", "geistlich" und neuerdings auch "Evangelisierung". Soll es sich hier nicht um bloße Worthülsen handeln, muss auch offengelegt werden, was mit diesen Worten konkret gemeint ist. Nur so kann sich die schöpferische Macht des Wortes entfalten.

Gestalten Ein Essay über die wechselseitige Bedeutsamkeit von Form und Inhalt und das Leuchten des Wortes Gottes

Form und Inhalt lassen sich nicht voneinander trennen. Jeder Inhalt braucht eine dem jeweiligen Kontext angemessene Form, um sich mitteilen zu können. Umgekehrt aber prägt die äußere Form immer auch den Inhalt. Das zu erkennen, ist für eine Kirche, deren Stimme heiser geworden ist, essentiell, ist die Kirche doch das Werkzeug Gottes um sein Wort in der Welt zu verkünden. Es scheint wieder Zeit für eine Reformation der Kirche zu sein, damit die Welt mit dem Wort Gottes informiert wird.

Gleich vor Gott, aber nicht in der Kirche? Biblische Interventionen zum bleibend „heißen Eisen“ der Rolle der Frau in der Kirche

Ein synodaler Weg ist noch keine Synode - noch nicht mal ein Synödchen. Die Erwartungen an die Amazonien-Synode, die im Oktober 2019 in Rom stattfindet, sind hingegen hoch. Gelingt der der Durchbruch, was die immer wieder diskutieren "heißen Eisen" - etwa die Frage des Pflichtzölibates oder der Zugang von Frauen zu kirchlichen Ämtern - angeht? Wenn, dann wird es ein Aufbruch den Grenzen lokaler Regionen sein. Kann das angesichts der Herausforderungen der Zeit im Angesicht eines Gottes genügen, der stets etwas Neues macht und schafft?