Die Lehren des Herrn Tur Tur Eine neutestamentliche Reflexion über das Verhältnis von Stärke des Kleinen und die Schwachheit der Lauten

Es sagt sich so einfach: Die Freiheit eines Menschen endet da, wo die Freiheit eines anderen Menschen beginnt. In Zeiten der Corona-Pandemie hingegen blasen sich manche zu Freiheitskämpfern auf, die ohne Rücksicht auf andere vor allem für ihre eigenen Bedürfnisse eintreten. Kann man so den Weg aus der Krise finden? Es braucht bei aller Unsicherheit wohl eher eine nüchterne Bestandsaufnahme, die die Schwachen nicht vergisst.

Einfach unerhört Neutestamentliche Aspekte über Stoßgebete in Krisenzeiten

Ein Virus breitet sich pandemisch aus. Er macht krank. Viele erleben sich ohnmächtig. Das ist der Boden, auf dem Verschwörungserzählungen gedeihen. Der Verschwörungsvirus befällt sogar manch einen, der in der Kirche Ansehen zu haben scheint. Reicht da das Stoßgebet, Gott möge Hirn vom Himmel werfen? Wer betet, der empfängt. Was wird Gott geben, wenn Hirn aus ist?

Palin, Palin Gedanken eines Neutestamentlers über amazonische Liebeserklärungen und ein ekklesiales Murmeltiersyndrom

"Geliebtes Amazonien" - "Querida Amazonia". Wieder einmal feiern die einen ein päpstliches Schreiben als großen Fortschritt, während die anderen sich enttäuscht abwenden, weil abermals weder der Zölibat gelockert noch die Weihe von Frauen avisiert wurde. Beide spielen mit den Resten einer zu Asche verglühten Tradition. Die einen hüten sie als Relikt vergangener Gluten, die anderen wirbeln sie durcheinander bis die Luft wegbleibt in verschlossenen Räumen. Wenn das Feuer wieder brennen soll, muss man neues Brenngut holen - und dazu den neue Öffnungen im Raum finden ...

Kirche.Macht.Glauben. Oder: Wenn das Wort Gottes nicht sagt, was es meinen soll

Wieder einmal wird die Übersetzung des Vaterunser geändert - diesmal in Italien. Diese Veränderungen sind ein Symptom der gegenwärtigen Verkündigung. Kirche macht Glauben, liefert sich aber dem Geglaubten nicht mehr aus. So stellen sich die, die in der Kirche Verantwortung zu scheinen haben, über das Wort Gottes. Betet man da noch das, was Jesus lehrte, oder nicht das, was er besser gelehrt haben sollte? Wer das Vaterunser so entschärft, nimmt ihm seine eigentliche Kraft: Die Ermächtigung der Glaubenden!

Ein allzu lautes Schweigen Eine neutestamentliche Erwiderung auf den Einwurf Joseph Ratzingers

Wenn ein Kurienkardinal und ein Altbischof von Rom kurz vor einem mit Spannung erwarteten apostolischen Schreiben des Papstes ein Buch veröffentlichen, in dem es um das Priestertum geht, löst allein schon die Tatsache als solcher intensive Diskussionen aus. Während die Wandlung den Kern der Eucharistie ausmacht, darf sich offfenkundig nichts in der Kirche wandeln. Wenn dann noch das Wort Gottes herangezogen wird, gilt es genau hinzuschauen - und sich für manche Überraschung zu wappnen. Auch heute noch könnte das Wort Gottes eine Leuchte sein, das den Weg weist.

Wohnen wie Gott auf Erden Adventliche Gedankenspiele eines Neutestamentlers über offenkundig zunehmende ontologische Differenzen in der Christusnachfolge

Das Wahre, Gute und Schöne wird von denen, die vorgeben, in der Kirche Verantwortung zu tragen, gerne frei und aktuell interpretiert. Da wird der wahre Glaube zweifellos verkündet, gute Textilien in Spitzenqualität zur Schau getragen und der neueste Trend geht offenkundig zum schöneren Wohnen in Luxusimmobilien. Die zeitgenössisch aktualisierte Form der Nachfolge Jesu will aber nicht ganz zu jenem Menschensohn passen, der keinen Ort hatte, wohin er sein Haupt legen konnte (vgl. Matthäus 8,20). Es bedarf wohl einer ontologischen Neuorientierung vieler, die vorgeben, sonst in der Person Christi zu handeln.

Das Kartenhaus Ein Essay über die Ambivalenz des Heiligen

Ist die Kirche noch heilig? Nicht nur immer neu auftauchende Missbrauchsfälle, in denen Kleriker Täter waren und sind, lassen daran Zweifel aufkommen. Vor allem die anhaltende Unfähigkeit der vielen Verantwortlichen, die Konsequenzen ihrer Verantwortung zu übernehmen, entlarvt die behauptete Heiligkeit als bloßen Schein. Die Kirche kann ihre Heiligkeit nur wiedererlangen, wenn sich die Verantwortlichen von ihrer selbstgewählten Verantwortungslosigkeit bekehren. Viel Zeit ist nicht mehr, denn die Heiligkeit ist von scheuem Wesen.

Hat man je einen Papst übers Wasser laufen sehen? Wenn große Hoffnungen auf kleinen Glauben treffen

Wieder einmal steht die Kirche auch in der Gegenwart vor großen Herausforderungen. Zwischen Furcht und Hoffnung schwankend erscheint manches schon als Quantensprung, was in den Augen der Welt er einem Tippelschritt gleichkommt. Die alles entscheidende Aufgabe, das Wort Gottes in alle Welt zu verkünden, braucht aber zu allen Zeiten Mutige, die bereit sind, zu entscheiden und zu verkünden. Ist da jemand, der heute den Sprung wagt?

Der Sauerteigplan Oder: Evangelisieren ist eigentlich einfach, wenn man nicht ständig davon reden würde ...

Schillernd ist der Charakter des Wortes. Das gilt insbesondere für in Kirchenkreisen gerne verwendete Begriff wie "Charismenorientierung", "geistlich" und neuerdings auch "Evangelisierung". Soll es sich hier nicht um bloße Worthülsen handeln, muss auch offengelegt werden, was mit diesen Worten konkret gemeint ist. Nur so kann sich die schöpferische Macht des Wortes entfalten.

Gestalten Ein Essay über die wechselseitige Bedeutsamkeit von Form und Inhalt und das Leuchten des Wortes Gottes

Form und Inhalt lassen sich nicht voneinander trennen. Jeder Inhalt braucht eine dem jeweiligen Kontext angemessene Form, um sich mitteilen zu können. Umgekehrt aber prägt die äußere Form immer auch den Inhalt. Das zu erkennen, ist für eine Kirche, deren Stimme heiser geworden ist, essentiell, ist die Kirche doch das Werkzeug Gottes um sein Wort in der Welt zu verkünden. Es scheint wieder Zeit für eine Reformation der Kirche zu sein, damit die Welt mit dem Wort Gottes informiert wird.

Gleich vor Gott, aber nicht in der Kirche? Biblische Interventionen zum bleibend „heißen Eisen“ der Rolle der Frau in der Kirche

Ein synodaler Weg ist noch keine Synode - noch nicht mal ein Synödchen. Die Erwartungen an die Amazonien-Synode, die im Oktober 2019 in Rom stattfindet, sind hingegen hoch. Gelingt der der Durchbruch, was die immer wieder diskutieren "heißen Eisen" - etwa die Frage des Pflichtzölibates oder der Zugang von Frauen zu kirchlichen Ämtern - angeht? Wenn, dann wird es ein Aufbruch den Grenzen lokaler Regionen sein. Kann das angesichts der Herausforderungen der Zeit im Angesicht eines Gottes genügen, der stets etwas Neues macht und schafft?

Das Schweigen der Frauen Ein Besuch in der exegetischen Werkstatt führt bisweilen zu erstaunlichen Erkenntnissen

In der Kirche herrscht keine Redefreiheit - zumindest nicht in den 10 Minuten nach dem Evangelium in der Heiligen Messe. Wer daran rührt, kann sich sicher sein, emotionale Diskussionen auszulösen. In solchen Auseinandersetzungen wird die Schlagkraft der Bibel wiederentdeckt, wobei die Tiefe der Texte und ihrer Entstehung selten beachtet wird. Wer sich mit Verstand in diese Abgründe wagt, wird nicht nur Überraschendes erkennen, sondern auch Auswege aus manch vermeintlichem Dilemma.

Mensch, Adam! Ein neuer Blick auf die biblische Anthropologie

Schon oft hat die Kirche es unternommen, die Welt zu erklären. Oft tat und tut sie es von der Warte des vermeintlichen Besitzes der Wahrheit aus. Und oft genug musste sie früher oder später erkennen, dass die Wahrheit größer ist und tiefer geht, als es auf den ersten Blick erscheint. Das gilt auch für die Frage, was oder wer der Mensch eigentlich ist. Ist er bloß Mann und Frau, wie der Katechismus es sagt, oder männlich und weiblich, wie das Wort Gottes bezeugt? Der kleine Unterschied aber macht wahrhaftig einen Unterschied!

Das Wagnis Ein neutestamentliches Plädoyer für einen nicht bloß behaupteten Kulturwandel

Schiffe sind gute Werkzeuge, um Menschen zu verbinden. Wenn ein Schiff in Schieflage gerät, aber nicht untergeht, kann die Mannschaft Rettungsboote besteigen und das Schiff aufgeben. Sie werden dann von anderen, fremden Schiffen aufgenommen, stranden auf einsamen Inseln oder gehen auf dem Meer verloren. Man könnte auch die Schiffsschlosser holen, um das Leck abzudichten und das Schiff mit kreativem Geist wieder flott zu machen, denn es gibt nur das Material, was an Bord ist. In der Kirche ist das die Aufgabe der Theologie. Es ist wieder an der Zeit, mit kreativem Geist mehr Theologie zu wagen.

Die Verführung der Schafe Eine neutestamentliche Replik auf Kevin Kühnerts sozialistischen Denkversuch

Der Vorsitzende der Jungsozialisten, Kevin Kühnert, denkt sozialistisch - was für eine Überraschung! Ob aber die in seinem sozialistischen Denkversuch angestellten Überlegungen der Kollektivierung großer Unternehmen eine wirklich zukunftsträchtige Lösung ist, die den gesellschafltichen Frieden zu bewahren geeignet ist? Der Mensch an sich hat ja seine Eigenarten, die man nicht einfach wegidealisieren kann. Das zeigen nicht nur markante biblische Beispiele. Im Neuen Testament finden sich auch Ansätze einer Alternative zur sozialistischen Utopie.

Lehre leere Lehren leeren Oder: Warum man das Wort Gottes nur mit Besonnenheit und Leidenschaft zum Leben erwecken kann

Was ist ein Lehramt wert, dessen Lehre niemand mehr erreicht? Wo der Mensch aus dem Blick gerät und das Ineinander von Leidenschaft und Besonnenheit fehlen, entleert sich die Lehre selbst. Da hilft es auch nicht, Bibelzitate anzuführen - schon gar nicht, wenn diese aus dem Zusammenhang gerissen werden. Sind das, was die Kirche heute lehrt, wirklich noch die Worte des ewigen Lebens? Der Rabbi von Nazareth war das wesentlich konkreter und weltzugewandter als es manchem Frommen heutzutage lieb ist. Sein Wort verstörte damals ebenso wie heute - wenn man es wirklich ganz und ungestutzt hört; und das ist gut so!

Hyper, Hyper Oder: Die vielfältige Einheit der Kirche verträgt keine Sonderwege

Die Kirche als der eine Leib Christi besteht aus vielen Gliedern. Die Einheit in der Vielfalt zu realisieren ist ihr aufgegeben. Kann es da in der Kirche Sonderwege geben, die besser sind als andere? Die Texte des Neuen Testamentes mahnen Vielfalt an - aber auch die Ausrichtung auf den vom Kreuzestod Auferstandenen, der nicht durch selbsternannte Propheten verdeckt werden darf. Die Kirche als Leib Christi ist eben kein Zoo geistlicher Eitelkeiten.