Das Kartenhaus Ein Essay über die Ambivalenz des Heiligen

Ist die Kirche noch heilig? Nicht nur immer neu auftauchende Missbrauchsfälle, in denen Kleriker Täter waren und sind, lassen daran Zweifel aufkommen. Vor allem die anhaltende Unfähigkeit der vielen Verantwortlichen, die Konsequenzen ihrer Verantwortung zu übernehmen, entlarvt die behauptete Heiligkeit als bloßen Schein. Die Kirche kann ihre Heiligkeit nur wiedererlangen, wenn sich die Verantwortlichen von ihrer selbstgewählten Verantwortungslosigkeit bekehren. Viel Zeit ist nicht mehr, denn die Heiligkeit ist von scheuem Wesen.

Hat man je einen Papst übers Wasser laufen sehen? Wenn große Hoffnungen auf kleinen Glauben treffen

Wieder einmal steht die Kirche auch in der Gegenwart vor großen Herausforderungen. Zwischen Furcht und Hoffnung schwankend erscheint manches schon als Quantensprung, was in den Augen der Welt er einem Tippelschritt gleichkommt. Die alles entscheidende Aufgabe, das Wort Gottes in alle Welt zu verkünden, braucht aber zu allen Zeiten Mutige, die bereit sind, zu entscheiden und zu verkünden. Ist da jemand, der heute den Sprung wagt?

Der Sauerteigplan Oder: Evangelisieren ist eigentlich einfach, wenn man nicht ständig davon reden würde ...

Schillernd ist der Charakter des Wortes. Das gilt insbesondere für in Kirchenkreisen gerne verwendete Begriff wie "Charismenorientierung", "geistlich" und neuerdings auch "Evangelisierung". Soll es sich hier nicht um bloße Worthülsen handeln, muss auch offengelegt werden, was mit diesen Worten konkret gemeint ist. Nur so kann sich die schöpferische Macht des Wortes entfalten.

Gestalten Ein Essay über die wechselseitige Bedeutsamkeit von Form und Inhalt und das Leuchten des Wortes Gottes

Form und Inhalt lassen sich nicht voneinander trennen. Jeder Inhalt braucht eine dem jeweiligen Kontext angemessene Form, um sich mitteilen zu können. Umgekehrt aber prägt die äußere Form immer auch den Inhalt. Das zu erkennen, ist für eine Kirche, deren Stimme heiser geworden ist, essentiell, ist die Kirche doch das Werkzeug Gottes um sein Wort in der Welt zu verkünden. Es scheint wieder Zeit für eine Reformation der Kirche zu sein, damit die Welt mit dem Wort Gottes informiert wird.

Gleich vor Gott, aber nicht in der Kirche? Biblische Interventionen zum bleibend „heißen Eisen“ der Rolle der Frau in der Kirche

Ein synodaler Weg ist noch keine Synode - noch nicht mal ein Synödchen. Die Erwartungen an die Amazonien-Synode, die im Oktober 2019 in Rom stattfindet, sind hingegen hoch. Gelingt der der Durchbruch, was die immer wieder diskutieren "heißen Eisen" - etwa die Frage des Pflichtzölibates oder der Zugang von Frauen zu kirchlichen Ämtern - angeht? Wenn, dann wird es ein Aufbruch den Grenzen lokaler Regionen sein. Kann das angesichts der Herausforderungen der Zeit im Angesicht eines Gottes genügen, der stets etwas Neues macht und schafft?

Das Schweigen der Frauen Ein Besuch in der exegetischen Werkstatt führt bisweilen zu erstaunlichen Erkenntnissen

In der Kirche herrscht keine Redefreiheit - zumindest nicht in den 10 Minuten nach dem Evangelium in der Heiligen Messe. Wer daran rührt, kann sich sicher sein, emotionale Diskussionen auszulösen. In solchen Auseinandersetzungen wird die Schlagkraft der Bibel wiederentdeckt, wobei die Tiefe der Texte und ihrer Entstehung selten beachtet wird. Wer sich mit Verstand in diese Abgründe wagt, wird nicht nur Überraschendes erkennen, sondern auch Auswege aus manch vermeintlichem Dilemma.

Mensch, Adam! Ein neuer Blick auf die biblische Anthropologie

Schon oft hat die Kirche es unternommen, die Welt zu erklären. Oft tat und tut sie es von der Warte des vermeintlichen Besitzes der Wahrheit aus. Und oft genug musste sie früher oder später erkennen, dass die Wahrheit größer ist und tiefer geht, als es auf den ersten Blick erscheint. Das gilt auch für die Frage, was oder wer der Mensch eigentlich ist. Ist er bloß Mann und Frau, wie der Katechismus es sagt, oder männlich und weiblich, wie das Wort Gottes bezeugt? Der kleine Unterschied aber macht wahrhaftig einen Unterschied!

Das Wagnis Ein neutestamentliches Plädoyer für einen nicht bloß behaupteten Kulturwandel

Schiffe sind gute Werkzeuge, um Menschen zu verbinden. Wenn ein Schiff in Schieflage gerät, aber nicht untergeht, kann die Mannschaft Rettungsboote besteigen und das Schiff aufgeben. Sie werden dann von anderen, fremden Schiffen aufgenommen, stranden auf einsamen Inseln oder gehen auf dem Meer verloren. Man könnte auch die Schiffsschlosser holen, um das Leck abzudichten und das Schiff mit kreativem Geist wieder flott zu machen, denn es gibt nur das Material, was an Bord ist. In der Kirche ist das die Aufgabe der Theologie. Es ist wieder an der Zeit, mit kreativem Geist mehr Theologie zu wagen.

Die Verführung der Schafe Eine neutestamentliche Replik auf Kevin Kühnerts sozialistischen Denkversuch

Der Vorsitzende der Jungsozialisten, Kevin Kühnert, denkt sozialistisch - was für eine Überraschung! Ob aber die in seinem sozialistischen Denkversuch angestellten Überlegungen der Kollektivierung großer Unternehmen eine wirklich zukunftsträchtige Lösung ist, die den gesellschafltichen Frieden zu bewahren geeignet ist? Der Mensch an sich hat ja seine Eigenarten, die man nicht einfach wegidealisieren kann. Das zeigen nicht nur markante biblische Beispiele. Im Neuen Testament finden sich auch Ansätze einer Alternative zur sozialistischen Utopie.

Lehre leere Lehren leeren Oder: Warum man das Wort Gottes nur mit Besonnenheit und Leidenschaft zum Leben erwecken kann

Was ist ein Lehramt wert, dessen Lehre niemand mehr erreicht? Wo der Mensch aus dem Blick gerät und das Ineinander von Leidenschaft und Besonnenheit fehlen, entleert sich die Lehre selbst. Da hilft es auch nicht, Bibelzitate anzuführen - schon gar nicht, wenn diese aus dem Zusammenhang gerissen werden. Sind das, was die Kirche heute lehrt, wirklich noch die Worte des ewigen Lebens? Der Rabbi von Nazareth war das wesentlich konkreter und weltzugewandter als es manchem Frommen heutzutage lieb ist. Sein Wort verstörte damals ebenso wie heute - wenn man es wirklich ganz und ungestutzt hört; und das ist gut so!