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Heilige Corona, bitte für uns! Gottvertrauen in Zeiten der Epidemie


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Selbst in Zeiten der Hysterie obsiegt doch der Humor. Was verbindet ein Bier, eine Epidemie und eine Heilige? Der Name Corona – ja, Heilige Corona, bitte für uns! Sie, deren Name die „Gekrönte“ bedeutet, starb den Legenden nach in der Antike als Märtyrerin.1) Und gerade sie gilt unter anderem als Patronin gegen Seuchen – und auch als Patronin der Schatzgräber, Metzger sowie in Geldangelegenheiten. Die finanziellen Mittel um die Epidemie in Deutschland und in Europa einzudämmen, gibt es ja; da bedarf es keines Stoßgebets. Eigentlich ist der Fürbittruf – „bitte für uns“ – gar nicht angebracht. Wir müssten beten: Heilige Corona, bitte für diejenigen Menschen, die durch Vorerkrankungen oder aufgrund ihres hohen Alters durch die Ausbreitung des Covid-19 gefährdet sind.
Nun ist nicht die Zeit der Hysterie, sondern des Altruismus. Dem Gebet für die Anderen sollte das Handeln für die Anderen folgen. Anstatt mit Hamsterkäufen anderenorts dringend benötige Desinfektionsmittel zu horten, wäre es jetzt an der Zeit besonnen zu reagieren: zum Beispiel einfach regelmäßig die Hände waschen und niemanden anniesen – diese Empfehlungen gelten eigentlich auch unabhängig von Zeiten einer Epidemie.

Gegen Hysterien aufgrund von Krankheiten half schon immer gesundes Gottvertrauen. Schließlich sagt doch Gott über sich selbst:

ich bin der HERR, dein Arzt. Exodus 15,26

Gemäß dem biblischen Glauben ist er der Herr der Krankheiten. Das bedeutet zugleich aber auch, dass geglaubt wurde, Krankheiten kämen von ihm. Der Anfang dieser Zusage Gottes lautet:

Wenn du auf die Stimme des HERRN, deines Gottes, hörst und tust, was in seinen Augen recht ist, wenn du seinen Geboten gehorchst und auf alle seine Gesetze achtest, werde ich dir keine der Krankheiten schicken, die ich den Ägyptern geschickt habe […] Exodus 15,26

Für die Autoren des Alten Testaments, die zur Erkenntnis des Ein-Gott-Glaubens gelangt sind, ist es selbstverständlich, dass der Ursprung für alles in Gott liegt – also auch für Krankheiten. Die Problematik dieses Weltbildes wird auch bereits im Alten Testament deutlich:

Wollte ich rufen, würde er mir Antwort geben? Ich glaube nicht, dass er auf meine Stimme hört. Er, der im Sturm mich niedertritt, ohne Grund meine Wunden mehrt, er lässt mich nicht zu Atem kommen, er sättigt mich mit Bitternis. Ijob 9,16-17

Der gerechte Ijob beklagt einen grausamen, Krankheiten verursachenden Gott. Krankheitserreger aber kennen keinen Gott; sie kennen nicht einmal Unterschiede zwischen Arm und Reich, Sünder oder Heiligen. Wenn man also nicht dem unaufgeklärten Fatalismus des sogenannten Tun-Ergehen-Zusammenhangs folgt und nicht in ein Muster verfallen will, das eine Epidemie als eine Gottes Strafe erklärt, sondern der Virologie seinen Glauben schenkt – sind dann gesundes Gottvertrauen und ein Stoßgebet nicht absurd? Wer glaubt heute schon noch der Zusage des biblischen Weisheitslehrers Jesus Ben Sirach?

Kind, in deiner Krankheit sei nicht unachtsam, sondern bete zum Herrn und er selbst wird dich heilen! Beseitige einen Fehler und bereite die Hände! Reinige das Herz von allen Sünden! Sirach 38,9-10

Wer jedoch einen langen Atem hat und auch gewillt ist, mehr als nur einzelne Bibelverse zu lesen, kann bei eben diesem Weisheitslehrer lernen, was gesundes Gottvertrauen ist, denn er mahnt:

Gib dem Arzt seinen Platz, denn auch ihn hat der Herr erschaffen! Er bleibe dir nicht fern, denn er ist notwendig! Sirach 38,12

Vertrauen auf Gott und auf die Ärzte hilft sicherlich mehr, als wenn man Toilettenpapier für 12 Wochen einkauft. Eine Hysterie hat noch nie eine Epidemie eingedämmt. Darum lasst uns die Hände waschen und zu Gott, dem Arzt bitten, dass er auf die Fürsprache der Heiligen Corona die Menschen beschützt, die auf unseren Schutz vor der Krankheit angewiesen sind.

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Bildnachweis

Titelbild: Hand, waschent. Lizenz: gemeinfrei auf Pixabay.

Einzelnachweis   [ + ]

1. siehe den Eintrag im Heiligenlexikon.
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