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Disput·Res publica

Anders denken! Ein neutestamentlicher Zwischenruf zum Umgang mit politischen und anderen Gegnern


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Die Gesellschaft der Gegenwart zerfällt in drei Teile. Den einen bewohnen die, die die Wahrheit stetig suchen und ihrer eigenen Fehlbarkeit bewusst sind, einen anderen diejenigen, die die Wahrheit nicht mehr suchen müssen, weil sie sowieso immer Recht haben, den dritten die, die sich selbst aus allem heraushalten, weil sie sich selbst am nächsten sind. Ein Streit dieser drei Teile ist um die Frage entbrannt, wer oder was das Volk und wie die Demokratie zu verstehen sei. Vor allem aber ringen die meist selbsternannten Vertreter dieser Teile um die Definitionshoheit dessen, was nun wer wann wie und in welcher Weise sagen und tun darf. Nicht selten entpuppen sich dabei die Fürsprecher des einen wie des anderen Teils als echte Brüller, die der Kraft der Argumente mit Lautstärke begegnen und in dieser Weise einem kommunikativen Darwinismus frönen, bei dem auf jeden Fall der Lautere gewinnt. Die so Unterlegenen stilisieren sich dann häufig in pseudomärtyrerhafter Weise als Opfer der herrschenden Verhältnisse und stimmen beleidigt heulend in die dergestalt immer lauter werdende Kakophonie ein, die – die Meinungs- und Religionsfreiheit beschwörend – letztlich deren Abgesang einleitet.

Auf dem Altar der Meinungsfreiheit ...

Drei Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit mögen diese These veranschaulichen. In der Türkei steht ein Referendum bevor, mit dem die türkische Verfassung geändert werden soll1). Damit würde das Amt des Ministerpräsidenten abgeschafft; der türkische Staatspräsident hingegen wäre gleichzeitig auch Regierungschef. Er könne Minister ohne Parlamentsanhörung ernennen oder auch entlassen, ja sogar das Parlament auflösen und Gesetzesvorhaben mit seinem Veto blockieren. Weitere Änderungen der Verfassung würde die Macht des Staatspräsidenten – gegenwärtig eben Recep Tayyip Erdoğan – so umfassend definieren, dass die Türkei zu einer Autokratie mutieren würde.

Zum Zwecke des Wahlkampfes sollen auch in Deutschland, wo immerhin 1,4 Millionen Deutsch-Türken leben, Auftritte namhafter Politiker stattfinden. Es ist verständlich, dass in Deutschland, das mit solcher Art Ermächtigungsgesetze seine eigenen schlechten Erfahrungen gemacht hat, die Kritik an dem Referendum berechtigterweise laut geäußert wird. Gleichwohl wird auch nach Möglichkeiten gesucht, die Auftritte selbst zu unterbinden. Der türkische Staatspräsident reagiert pikiert, beleidigt und greift zu den erwartet emotionalen Mitteln, wie es die so häufig tun, die in der Schwachheit mangelnder Argumente den rhetorischen Totschlag suchen. So wirft er den deutschen Behörden vor:

„Eure Praktiken unterscheiden sich nicht von den früheren Nazi-Praktiken.“2)

Einmal abgesehen davon, dass die versammlungsrechtliche Argumentation der so gescholtenen Behörden in der Tat einem eher kleinkarierten bis hilflosen Versuch gleichkommt, das Skandalon zu umgehen, offenbart die Nazi-Keule einen merkwürdigen Minderwertigkeitskomplex. Geht es auf allen Seiten nicht eine Spur gelassener? Wäre es nicht weiser gewesen, den Werbeversuchen türkischer Regierungsmitglieder in einem demokratischen Akt des Counter Speech die Argumente der Vertreter oppositioneller Gruppen prominent positioniert entgegenzusetzen und so die Meinungsfreiheit, die doch so offensichtlich in der Türkei wenig Freunde hat, zu feiern anstatt sie auf dem Altar pseudodemokratischer Erwägungen zu opfern?

... werden Opfer gezeugt, ...

Solche Opfer sind auch jüngst bei einer Veranstaltung in Wuppertal gezeugt worden, als die senegalesische Muslima Selly Wane in ihrem Szene-Café im Elberfelder Luisenviertel zu einem Diskussionsabend einlud, bei dem Wuppertaler Landtagskandidaten gebeten wurden, sich vorzustellen und mit den Anwesenden zu diskutieren. Anwesend war auch der Vertreter der AfD3). Das war einigen aus der linksautonomen Szene Wuppertals Anlass genug, die Veranstaltung derart lautstark zu stören, dass nicht nur keine Diskussion in Gang kam, sondern auch der Vertreter der AfD unter Polizeischutz das Lokal verlassen musste. Als Grund für ihr Benehmen berufen sich die Linksautonomen immer wieder auf „ihr Demokratieverständnis“ – als läge die Deutungshoheit über das, was Demokratie ist, bei ihnen selbst; sie würden schließlich von ihrer Meinungsfreiheit Gebrauch machen – einer Freiheit, die sie offenkundig Andersdenkenden nicht so ohne Weiteres zubilligen4). Man muss die Ansichten der AfD nicht teilen – und als Christ kann man sie eigentlich auch nicht teilen –; aber Demokratie besteht gerade daraus, auch die radikal Andersdenkenden nicht niederzubrüllen, sondern sich dem Diskurs zu stellen. So aber werden nur neue Opfer gezeugt: Die Kompensation des Mangels an Argumenten durch lautes Gebrüll zeugt von Schwachheit und Angst, die sich nicht selten in einem Bonmot klassischer freud’scher Fehlleistungen Ausdruck verschafft, etwa wenn für die eigene Reaktion angeführt wird, bei den Vertretern der AfD handele es sich raffinierte Rhetoriker bzw. Demagogen. Wer so argumentiert, offenbart nicht bloß seinen eigenen Mangel an intellektueller Raffinesse5), sondern gibt dem Gegner auch noch Anlass genug, sich selbst als Märtyrer zu stilisieren6).

... die eigentlich nicht das Zeug zum Märtyrer haben

Diese heldenhafte Selbststilisierung vom Opfer zum Märtyrer findet sich auch im dritten Beispiel wieder. Am Wuppertaler Johannes-Rau-Gymnasium wollen muslimische Schüler während der Unterrichtszeit beten und vollziehen dafür rituelle Reinigungen auf der Schultoilette. Die Schulleitung reagiert mit einem internen Schreiben, das per Twitterfoto an die Öffentlichkeit gelangt. Der erklärtermaßen unglückliche Wortlaut des Schreibens lautet:

„In den vergangenen Wochen wurde zunehmend beobachtet, dass muslimische Schülerinnen und Schüler im Schulgebäude für andere deutlich sichtbar beten, signalisiert durch rituelle Waschungen in den Toiletten, das Ausrollen von Gebetsteppichen, das Einnehmen von bestimmten Körperhaltungen. Dies ist nicht gestattet.“7)

Der Fall wirft zahlreiche Fragen auf. An die betroffenen Schülerinnen und Schüler gerichtet muss man fragen, warum das erst jetzt zu einem Problem hochstilisiert wird, leben doch in Deutschland seit über 40 Jahren Muslimas und Muslime, die zum Land gehören ohne dass es diese Art von Konflikten gegeben hätte? Ist die rituelle Reinigung auf einer Schultoilette mit all den notwendigen Vorschriften8) wirklich ideal und nicht doch eher eine Provokation? Vor allem aber muss man die verantwortlichen Pädagoginnen und Pädagogen fragen, ob es nicht andere Möglichkeiten der Konfliktbewältigung gegeben hätte, als die einer schriftlichen Anweisung. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, sich mit kompetenten Theologinnen und Theologen, vor allem auch Imamen vorab zu verständigen, in welcher Weise die religiösen Verpflichtungen bindend sind oder gegebenenfalls nachgeholt werden können. Stattdessen fordern die einen jetzt die Einrichtung von islamischen Gebetsräumen in Schulen, in denen man erst vor kurzem die Kreuze mit dem Hinweis auf die staatliche Pflicht zu religiöser Neutralität abgehängt hat9), während andere in eingeübter Autoredundanz eilfertig die komplette Entfernung alles Religiösen aus dem öffentlichen Raum fordern. Ohne dass sie je definieren würden, was denn überhaupt Religion sei, offenbaren auch sie damit nicht mehr als ihre Angst vor dem eigenen Gottesschatten und dem eigenen Selbst Fremden. Wenn eine solche Welt Wirklichkeit werden würde, sie wäre leer und still, alle Argumente wären ausgetauscht, jedes Geschrei verstummt, denn die Menschheit wäre an ihrer eigenen Dummheit verstorben.

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Jede Zeit betreibt ihre eigene Inquisition, in der die Wahrheit zum Objekt derer wird, die sie besitzen zu können glauben. Ein Mensch zählt da nicht mehr viel, wenn anders denken schon zur Verurteilung reicht.

Wahrheit vor Gericht

Die drei Beispiele stehen prototypisch für den Geisteszustand der gegenwärtigen Gesellschaft. Die Wahrheit, von Natur aus ein flüchtiges Wesen, findet man so nicht. Wer sie aber nicht gefunden hat, kann sie auch nicht bezeugen. Zeuge sein, heißt auf Griechisch: μάρτυς (gesprochen: mártys). Der Märtyrer ist also jemand, der die Martyria (griechisch: μαρτυρία) auf sich nimmt, also die Zeugnisablegung, die Bezeugung der Wahrheit. Im christlichen Sinne kann man deshalb nur dann wahrhaft Märtyrer sein, wenn man für die Wahrheit Zeugnis ablegt.

In welcher Weise das zu geschehen hat, darin ist Jesus Christus selbst das Vorbild. Im Angesicht des römischen Statthalters Pontius Pilatus, der über Leben und Tod Jesu richten wird, antwortet er auf dessen Frage, ob er ein König und damit ein Aufrührer sei:

Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme. Johannes 18,37

Die Textstelle ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Sie führt nicht nur die Schwierigkeit vor Augen, einen Text vom Schriftlichen in den mündlichen Vortrag zu transferieren: Je nachdem, wie man das „Du sagst es“ betont, kann es eine Bestätigung (Betonung auf „sagst“) sein, oder eine Zurückweisung (Betonung auf „Du“). In jedem Fall zeigt Jesus seinem Richter eine völlig neue Dimension des Königseins auf. Er ist kein weltlicher König, sondern König der Wahrheit. Er ist gekommen, um die Wahrheit zu verkünden und sie zu bezeugen (μαρτυρήσω – gesprochen: martyréso). Gerade deshalb kann man Jesus zurecht den Märtyrer der Wahrheit nennen.
Wie wenig aber Pontius Pilatus in der Lage ist, der Aufforderung Jesu, anders zu denken, wird in seiner skeptischen Frage deutlich, mit der er die Einlassung Jesu beantwortet:

Was ist Wahrheit? Johannes 18,38

Anders denken lernen – eine Therapie

Die Frage gereicht Pontius Pilatus zur Ehre – allein schon, weil er sie stellt. Darin ist er den modernen Zeitgenossen um einiges voraus, die die eigene Sicht der Dinge zur Wahrheit verklären. Wer nur an das zu glauben vermag, was er selbst sieht, hört und denkt, der erklärt sich selbst zur Wahrheit. Er kann nicht anders denken, ja Andersdenkende sind ihm ein Gräuel, weil sie seine eigene Fehlbarkeit offenbaren. Die aufsteigende Angst entlädt sich im lauten Schrei. Und Geschrien wird viel in diesen Tagen. Der Shitstorm vertreibt den Brainstorm. Auf der Strecke bleibt die Wahrheit. Die vielen selbsternannten Märtyrer und Opfer dieser Tage sind vor allem eines: Meineidig der Wahrheit. Sie reden schneller als sie denken können. Und genau das ist das Problem, vor dem der Autor der Jakobusepistel10) warnt:

Wisset, meine geliebten Brüder und Schwestern: Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn; denn der Zorn eines Mannes schafft keine Gerechtigkeit vor Gott. Darum legt alles Schmutzige und die viele Bosheit ab und nehmt in Sanftmut das Wort an, das in euch eingepflanzt worden ist und die Macht hat, euch zu retten! Jakobus 1,19-21

Hören geht vor Reden – so der Rat des Autors, der sich selbst Jakobus nennt. Bemerkenswert ist, dass er in diese Reihe auch den Zorn (ὀργή – gesprochen: orgé) stellt. Es scheint so, als sei das Problem, dass zu schnelles Reden den Zorn zu entfachen im Stande ist, kein neuzeitliches Phänomen. Stattdessen empfiehlt Jakobus, vor dem Reden erst einmal zum Hören, was offenkundig auch das verinnerlichende Nachdenken des Gehörten einschließt.

Das Ziel dieser Art des Hörens ist die Gerechtigkeit (δικαιοσύνη – gesprochen: dikaiosyne). Die Gerechtigkeit aber duldet keine Bosheit und keinen Schmutz. Zorn, Bosheit, schmutziger Hass – all dies zeigt also an, dass die Wahrheit nicht in dem ist, der diesen Emotionen frönt. Im Gegenteil: Jakobus rät zur Sanftmut (πραΰτης – gesprochen: praytes). Πραΰτης bedeutet aber auch Freundlichkeit und Milde. Das ist die Therapie, mit der die Suche nach der Wahrheit gelingen kann. Es bedarf der Geduld und Milde mit denen, die anders als man selbst denken. Deshalb warnt Jakobus auch vor den Konsequenzen für die, die schneller Reden als sie denken können:

Wenn einer meint, er diene Gott, aber seine Zunge nicht im Zaum hält, sondern sein Herz betrügt, dessen Gottesdienst ist wertlos. Ein reiner und makelloser Gottesdienst ist es vor Gott, dem Vater: für Waisen und Witwen in ihrer Not zu sorgen und sich unbefleckt von der Welt zu bewahren. Jakobus 1,26-27

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Kommunikation braucht eine Form, um gelingen zu können. Dazu gehören auch Hören, Verstehen und nachdenken. Wenn alle nur durcheinander reden, wird ein Gespräch zum schwarzrauschenden Geräusch.

Metanoia – Umdenken!

Nicht alle, die sich für die Wahrheit engagieren, werden das als Gottesdienst verstehen. Als Glaubender darf man das aber sicher trotzdem tun. Die Mahnung des Jakobus trifft aber so oder so. An den Werken erkennt man die Motivation der Täter. Ist ihr Handeln vom Streben nach Wahrheit bestimmt – oder dient es einer bloßen Provokation, die über die eigenen Unzulänglichkeiten hinwegtäuschen will? Sind sie bereit, sich selbst dem Licht der Wahrheit zu stellen – oder ängstigt sie der Schatten, der überall da ist, wo auch Licht ist? Sind sie echter Märtyrer, Zeugen, Rufer der Wahrheit – oder nur von Angst getriebene Schreihälse?

Es ist Zeit, den gesellschaftlichen Umgang neu zu denken, umzudenken, anders zu denken. Der biblische Begriff dafür heißt μετάνοια (gesprochen: metánoia), der wortwörtlich „Umdenken“ bedeutet, aber auch „Umkehr“ impliziert. Die Gesellschaft der Gegenwart, so zeigen die drei oben genannten Beispiele im Großen wie im Kleinen, steht vor einer Krise. Jede Krise birgt eine Entscheidung. Es geht um mehr als die Wahrheit. Es geht um den Zusammenhalt der Gesellschaft, der ein friedliches Zusammenleben erst ermöglicht. Das ist der tiefere Sinn des Böckenförde-Diktums:

„Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Das ist das große Wagnis, das er, um der Freiheit willen, eingegangen ist. Als freiheitlicher Staat kann er einerseits nur bestehen, wenn sich die Freiheit, die er seinen Bürgern gewährt, von innen her, aus der moralischen Substanz des einzelnen und der Homogenität der Gesellschaft, reguliert. Anderseits kann er diese inneren Regulierungskräfte nicht von sich aus, das heißt mit den Mitteln des Rechtszwanges und autoritativen Gebots zu garantieren suchen, ohne seine Freiheitlichkeit aufzugeben und – auf säkularisierter Ebene – in jenen Totalitätsanspruch zurückzufallen, aus dem er in den konfessionellen Bürgerkriegen herausgeführt hat.“11)

Gemeinhin wird darin meist ein Bezug auf ein Absolutes gesehen. Davon spricht Böckenförde aber nicht zwingen. Das Diktum bezieht sich vor allem auf die gemeinsame Basis des staatlichen Zusammenlebens, einen gesellschaftlichen Grundkonsens, den man weder einfach machen noch garantieren kann. Der Grundkonsens muss immer neu verteidigt und errungen werden. Wo nur noch Fake-News gestreut werden, die Lüge hoffähig gemacht wird und der kommunikative Darwinismus regiert, löst sich der gesellschaftliche Grundkonsens auf. Wenn die Einzelnen nicht mehr in der Lage sind, sich auf das Ganze der Gesellschaft hin zu relativieren, zählt eben nur noch das Recht des Stärkeren. Der Andersdenkende muss dann mundtot gemacht werden.

Das Recht auf Irrtum

Noch gibt es in unserer Gesellschaft ein Recht auf den Irrtum. Und es gibt die Pflicht, dem anderen zu zeigen, dass er im Irrtum ist. Vor allem aber gibt es die Notwendigkeit der Einsicht, man könne selbst im Irrtum sein – so unwahrscheinlich es einem selbst auch erscheinen mag. Inerranz ist der Boden, auf dem Diktatur und Tyrannei mit all ihren unmenschlichen Auswüchsen gedeihen. In Deutschland hatte man davon schon genug. Die Mahnung des Jakobus ist daher wieder einmal aktuell: Bevor du redest, höre zu! Wenn du gehört hast, denke nach! Erwäge deine Schritte, denn dein Gegenüber ist ein Mensch! Mache dich nicht gemein mit dem, was du bekämpfen willst, denn auch wer mit gleichen Waffen tötet, ist ein Mörder. Übe stattdessen Sanftmut, denn die Wahrheit ist stark, stärker als ihre Feinde. Habe Geduld und bleibe beharrlich, denn die Wahrheit wird siegen – so oder so!

Auch hier gilt der Rat des Jakobus:

Meine Brüder und Schwestern, wenn einer unter euch von der Wahrheit abirrt und jemand ihn zur Umkehr bewegt, dann soll er wissen: Wer einen Sünder, der auf einem Irrweg ist, zur Umkehr bewegt, rettet ihn vor dem Tod und deckt viele Sünden zu. Jakobus 5,19-20

Tötet die nicht, die ihr für Sünder haltet, sondern bewegt sie zur Umkehr und zum Umdenken – so, und nur so werdet ihr die Welt retten!

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Bildnachweis

Titelbild: Stoned (106313) – Quelle: 106313 / photocase.de – lizenziert als Photocase Basislizenz 5.0.

Bild 1: Diebold Schilling d.Ä., Spiezer Chronik (1485): Feuertod des Jan Hus in Konstanz – Quelle: Wikicommons – lizenziert als gemeinfrei.

Bild 2: Emma Hauck (*1878 in Ellwangen, gestorben 1920 Anstalt Wiesloch): Brief an den Ehemann (1909) – Quelle: Wikicommons – lizenziert als gemeinfrei.

Einzelnachweis   [ + ]

1. Vgl. zum folgenden: Vanessa Steinmetz, Worüber Erdogan die Türken abstimmen lassen will, in: Spiegel online, 21.1.2017, Quelle: http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-worueber-recep-tayyip-erdogan-sein-land-abstimmen-lassen-will-a-1130689.html [Stand: 5. März 2017].
2. Zitiert nach: Erdoğan wirft Deutschland „Nazi-Praktiken“ vor, Zeit online, 5.3.2017, Quelle: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-03/recep-tayyip-erdogan-tuerkei-deutschland-behoerden-nazi-methoden-wahlkampfauftritte [Stand: 5. März 2017].
3. Vgl. hierzu Eike Rüdebusch, Linke verhindern politischen Diskussionsabend mit AfD, WZ online, 3.3.2017, Quelle: http://www.wz.de/lokales/wuppertal/linke-verhindern-politischen-diskussionsabend-mit-afd-1.2389471 [Stand: 5. März 2017].
4. Dass es sich bei dem Wuppertaler Vorfall um keinen Einzelfall handelt, zeigen auch die Ereignisse in Zürich, die Anne Hähnig in ihrem Kommentar „Soll man mit der AfD reden? Man muss“ beschreibt (veröffentlicht in: Zeit online, 2.3.2017, Quelle: http://www.zeit.de/2017/10/zuerich-afd-marc-jongen-auftritt-proteste [Stand: 5. März 2017]).
5. Vgl. hierzu Anne Hähnig, Soll man mit der AfD reden? Man muss, in: Zeit online, 2.3.2017, Quelle: http://www.zeit.de/2017/10/zuerich-afd-marc-jongen-auftritt-proteste [Stand: 5. März 2017].
6. Vgl. hierzu die Einlassung der AfD Wuppertal zu dem Vorfall im Café Swane auf Ihrer Homepage vom 3.3.2017 (Quelle: https://www.afd-wuppertal.de/weimarer-verhaeltnisse-in-wuppertal-afd-verlaesst-veranstaltung-unter-polizeischutz/ [Stand: 5. März 2017]: „Bereits im Vorfeld dokumentierten Vertreter der Linkspartei sowie des linksextremen Spektrums ihr ganz eigenes Verständnis von Demokratie, freier Meinungsäußerung und politischer Kultur: Während die Direktkandidatin der Linkspartei, Petra Mahmoudi, ihre Teilnahme an der Veranstaltung unter Hinweis auf die Anwesenheit der AfD gleich ganz absagte, wurde auf einschlägigen Internetseiten der linksextremen Szene offen dazu aufgerufen, die Diskussion zu verhindern. (…)Zivilcourage zeigten an diesem Abend, neben der tapferen Veranstalterin, nur die Mitglieder der AfD, die unter bewusster Inkaufnahme erheblicher persönlicher Risiken gekommen waren, um auch als kleine zahlenmäßige Minderheit gegen einen linksextremen Mob für die Werte der Demokratie einzustehen.“
7. Zitiert nach: Marie Todeskino, Muslimische Schüler fallen durch „provozierendes Beten“ auf – Wirbel an Wuppertaler Gymnasium, in: Der Westen online, 1.3.2017, Quelle: http://www.derwesten.de/region/muslimische-schueler-fallen-durch-provozierendes-beten-auf-wirbel-an-wuppertaler-gymnasium-id209791697.html [Stand: 5. März 2017].
8. Vgl. hierzu: http://islam.de/41.php [Stand: 5. März 2017].
9. Zur Frage religiöser Symbole im öffentlichen Raum siehe auch den Dei Verbum-Beitrag „Privatsache Kopftuch“ von Dr. Werner Kleine: http://www.dei-verbum.de/privatsache-kopftuch/ [Stand: 6. März 2017].
10. Allgemein wird der Text als „Jakobusbrief“ bezeichnet. Tatsächlich aber fehlen dem Schreiben wesentliche formale Briefelemente. So ist zwar eine adressenähnliche Eröffnung zu verzeichnen, es fehlt aber ein formaler Briefschluss oder eine Grußformel. Hinzu kommt, dass der gesamte Text inhaltlich einen Mangel an Konsistenz aufweist. Er wirkt eher als Konvolut ursprünglich selbstständiger Texteinheiten, die redaktions- bzw. literarkritisch häufig durch die Anrede „Meine geliebten Brüder“ (ἀδελφοί μου ἀγαπητοί – gesprochen: adelphoí mou agapetoí) oder „Meine Brüder“ (ἀδελφοί μου – gesprochen: adelphoí mou) abzugrenzen sind. Die Adressierung in Jakobus 1,1 signalisiert, dass die Textsammlung an einen größeren Adressatenkreis gerichtet war. Das Textkonvolut des vorliegenden „Jakobusbriefes“ stellt offenkundig eine Sammlung theologischer Ansprachen und Erwägungen dar, die als Rundschreiben um das Jahr 100 n.Chr. Verbreitung fanden. Formal handelt es sich daher weniger um einen Brief, sondern um die Gattung einer „Epistel“, so dass korrekterweise von der „Jabobusepistel“ zu sprechen wäre.
11. Ernst-Wolfang Böckenförde, Staat, Gesellschaft, Freiheit, Berlin 1976, S. 60.
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