Kapitel
Ecclesiastica·Pastoralia

Gott ist gut, wenn… Glaubenssprache musst gefüllt werden

Glauben ist nicht abstrakt. Auch wenn die Rede vom „lieben Gott“ manchmal so ganz ohne Anhaltspunkt in Raum und Zeit der Gegenwart zu sein scheint. Reines Geschichtswissen eignet sich nicht für die Verkündigung und auch Literaturwissenschaften sind nicht die Grundlage für die Begeisterung des Glaubens – sondern das Gute! Es ist diese relationale Größe, deren Wahrnehmung immer subjektiv ist. Für die Gläubigen ist das grundlegend Gute Gott, ihr Gott. „Gott ist gut“ – dieser Glaubenssatz erkennt in Gott die Quelle, den Maßstab und den Lehrer des Guten.

Keine leeren Formeln!

Immer wieder wiederholt sich in den Psalmen und den restlichen Büchern der Bibel diese eine Aussage:

Der HERR ist gut … Psalm 25,8

Und diese Aussage ist immer relativ. Sie ist nicht eingeschränkt, sondern immer als Teil einer Beziehung zu verstehen. Gott erweist sich dem Menschen als der gute Gott. Ohne ein Gegenüber wäre diese Aussage gar nicht denkbar.

Fürwahr, Gott ist gut für Israel, für alle, die reinen Herzens sind. Psalm 73,28

Das Gute zeigt sich in der Beziehung. Wie könnte jemand Gott als „gut“ bekennen, wenn er ihn nicht als das Gute erfahren hat? Wen überzeugt ein solcher Psalmenvers, wenn er sich nicht im Leben des Sprechenden verwirklicht hat?

Kostet und seht, wie gut der HERR ist! Psalm 34,9

Das Fundament der Verkündigung und – dem vorausgehend – des eigenen Glaubens ist die selbstgemachte Erfahrung. Erfahre ich in meinem Leben den geglaubten Gott als gut? Ist er das Gut meines Lebens? Es ist nicht nur eine Glaubensübung zu fragen, ob man den folgenden Psalmenvers beten kann:

Gut bist du [Gott] und tust Gutes. Psalm 119,68

Wir glauben, dass Gott gut ist. Dies zeige sich in seiner Güte und Liebe den Menschen gegenüber. Gott ist nicht nur gut, sondern er bewirkt Gutes.

Zeugnis

In den Zeiten der Kirchenkrisen gewinnt diese Frage noch eine tiefgreifendere Relevanz: Wo zeigt sich heute, dass Gott gut ist und Gutes tut? Auf dem Weg der Kirche, sei es der synodale oder der alltägliche, ist diese Frage die Lebenslinie. Wenn diese Frage verklingt, dann bleiben nur leere Worthülsen, denen keiner mehr glaubt.

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Bildnachweis

Titelbild: Perfekt, Hände. Das Bild stammt aus der Bild-Datenbank Pixabay. Lizenz: Pixabay Lizenz.

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