Ecclesiastica

Aus der Kirche herausgerufen Ein Gedanke zu einer christlichen Organisationsform

Die Kirche ist kein Fels in der Brandung – auch wenn viele diese christliche Organisationsform so verstehen. Das pilgernde Gottesvolk auf dem Weg zum himmlischen Reich ist stets ohne Rast. Wenn Jesus zu Petrus spricht:

Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen … . Matthäus 16,18

– dann ist Petrus metaphorisch gesprochen ein Fels, aber die Kirche (ἐκκλησία, gesprochen: ek-klesia) ist wörtlich doch die Versammlung der „Herausgerufenen“, die zu dem aufgebrochen ist, dem sie zugehörig ist: Christen sind Jünger Jesu, die mitten in der Welt „umgekehrt“ sind. Sie haben sich nicht von der Welt abgewendet, sondern sie blicken in die göttliche Tiefe der Gegenwart. Ein Umdenken findet statt – eine Metanoia.

Als Herausgerufene sind die Christen als Jünger Jesu Berufene. Den Wenigsten ist jedoch Jesus entgegengetreten mit den Worten:

Kommt her, mir nach! Markus 1,17

Nein, heute ergeht es den Menschen – seien sie schon getauft oder nicht – doch eher so wie Simon, genannt Petrus, im Johannesevangelium. Das Bekenntnis eines Mitmenschen wird zur Berufung. Die Berufung von Petrus ist grundgelegt in den Worten seines Bruders Andreas:

Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden – das heißt übersetzt: Christus. Er führte ihn zu Jesus. Johannes 1,41-42

Auch Petrus bedarf des Bekenntnisses eines Anderen, um den Weg seiner Berufung antreten zu können. Die Kirche ist eben keine starre christliche Organisationsform, sondern die Versammlung der Herausgerufenen, die stets zum Umdenken berufen – auch in Krisen!

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Titelbild: “ShoutPut shout-out” von ShoutPut. Lizenz: CC BY 2.0.

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