Kapitel
Res publica

Mit Schrecken gegen den Terror Eine alttestamentliche Perspektive auf Terroranschläge

Terror soll Angst und Schrecken verbreiten. Die Bilder von unschuldigen, blutüberströmten Opfern und Ermordeten sollen die Gelassenheit des Alltags zerstören – und die Bilder wirken, der erste Schock sitzt. Doch die Gefahr, die von Terror ausgeht, „ist nicht so sehr eine existenzielle, als vielmehr eine politische. Im schlimmsten Fall erlauben wir ihr, unsere freien Gesellschaften zu verändern“1). Die Terroranschläge dienen der Verzerrung der Wahrnehmung. Mit 3997mal höher Wahrscheinlichkeit stirbt ein deutscher Bürger eher an einer Grippe als dass er durch einen Terroristen umgebracht wird.2) Und dennoch wird über Antiterrormaßnahmen mehr diskutiert als über das Gesundheitssystem.

Schrecken und Furcht

Das Wort „Terror“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „Schrecken“. Mit dem deutschen Wort Schrecken werden in manchen Übersetzungen des Alten Testament bis zu 20 verschiedene hebräische Begriffe wiedergegeben. Wörter, die sowohl „Angst“, „Furcht“, „Gefahr“ als auch „Unheil“ bedeuten können, werden unter dem deutschen Begriff „Schrecken zusammengefasst.3) Das Phänomen „Schrecken“ kann sich in den Schriften des Alten Testaments auf recht unterschiedliche Bereiche beziehen. Es gibt den Schrecken, der von Gott ausgeht, und es gibt den Schrecken, der durch Kriege, Gewalttaten und unmenschliche Gefühle ausgelöst werden kann. Im Buch Jesaja findet sich eine wichtige Relativierung bzw. Einordnung dieses Phänomens:

Was es [das Volk] fürchtet, sollt ihr nicht fürchten: wovor es erschrickt, davor sollt ihr euch nicht erschrecken. Den HERRN der Heerscharen sollt ihr heilig halten; vor ihm sollt ihr euch fürchten, vor ihm sollt ihr erschrecken. Jesaja 8,12-13

Furcht und Schrecken gebührt nur Gott. Sich vor ihm zu fürchten und sich vor ihm zu erschrecken, bedeutet ihn als heilig zu verehren. Ohnmächtig ist der Mensch nur gegenüber dem Allmächtigen, dem er hilflos ausgeliefert ist und der in den Schriften des Alten Testament auch immer als Angst erregend und furchtbar beschrieben wird (z.B. Exodus 15,11). Wenn der Mensch sich vor Gott erschreckt, ist dies ein im Staunen anerkanntes „schlechthinniges Abhängigkeitsgefühl“. Die dazugehörige Gottesfurcht ist das sich aus dem Gottesschrecken ergebene richtige Handeln und die rechte Lebensführung im Angesicht Gottes (z.B. Sprichwörter 14,2).

Leben

Ein Leben in Angst und Schrecken aufgrund von Terror würde nur den Zielen der Terroristen in die Hände spielen. Gemäß dem Alten Testament geht wahrer Schrecken nur von Gott aus und nur Gottesfurcht ermöglicht ein glückliches und gesegnetes Leben:

Selig jeder, der den HERRN fürchtet, der auf seinen Wegen geht! Psalm 128,1

Nur gegenüber dem Allmächtigen ist man ohnmächtig. Der Terror ist nicht allgegenwärtig – auch wenn die Anschläge diesen Eindruck vermitteln wollen.

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Einzelnachweis   [ + ]

1. Terrorexperte Neumann: ‚Der IS will uns verrückt machen‘“, Antje Berg und Axel Habermehl, Südwest Presse, 2.08.2017 [Stand: 18. August 2017].
2. Vgl. „Warum vieles wahrscheinlicher ist, als Opfer eines Terroranschlags zu werden“, Südkurier, 14.04.2016 [Stand: 18. August 2017].
3. Vgl. Art. „Schrecken“, T. R. Elßner, WiBiLex 2013 [Stand 18. August 2017].
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