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Res publica

Das Zeitalter der Frösche Ein Weckruf gegen Feuer und Zorn


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Der Frosch ist ein lärmendes Raubtier. Seine Zunge ist seine Waffe, sein quakender Balzruf ist kilometerweit zu hören. Aufmerksamkeitsheischend knattert, keckert, ruft und pfeift er; es ist halt seine Natur. Seine Zunge ist schnell, schneller als es mancher Fliege lieb ist, die dem, was dort aus dem Froschmaul schnellt, auf dem Leim geht und so einverleibt ihr Leben lässt. Der Frosch ist ein lauter Jäger – und ein schlauer dazu. In den Märchen und Mythen der lateinamerikanischen Ureinwohner besitzt der Frosch das Feuer lange, bevor es die Menschen haben. In dem Märchen „Coshiri perani ifiaaquero paamari“1) heißt es:

„Früher kannte der Affe das Feuer nicht, nur der Frosch kannte das Feuer. Wenn der Affe den Rauch des Feuers beim Frosch sah, kam er, um seine cañiri zu kochen. Einmal hatte der Affe ein Stück glühende Kohle zu sich gesteckt und geraubt. ER nahm die Glut in sein Haus, der Frosch aber wusste nicht, dass ihm die Glut geraubt worden war. Es verging ein Tag, da sah der Frosch, dass beim Affen Rauch aufstieg. Da sagte der Frosch zu sich: ‚Der Affe hat mir das Feuer gestohlen. Ich werde es mir zurückholen.’“2)

Spiel mit dem Feuer

In dem Märchen entspinnt sich ein gefährliches Spiel mit dem Feuer. Raub und Gegenraub wechseln sich ab, bis schließlich der Frosch im Feuer stirbt. Die Affen haben gewonnen – und auf die Affen, so das Märchen, folgt der Mensch:

„Das war zu der Zeit, als der Mensch ein Affe war. Deshalb kennen wir jetzt das Feuer. So haben wir gelernt, Holz zu reiben, um Feuer zu machen. Wenn du den richtigen Stamm nimmst und einen Feuerbohrer, kannst du Feuer machen. Von einem Affen haben wir es gelernt, der den richtigen Stamm fand, und von seinem Schwager, der den Feuerbohrer kannte.“3)

Im Märchen weiß der Mensch nicht mehr, wessen Ursprung das Feuer ist. Aber der Streit um das Feuer hat bereits ein Leben gekostet: das des Frosches. Es war sein Zorn, der den Frosch das Feuer nicht teilen ließ – und der Zorn ließ Krieg um das Feuer entstehen.

Froschperspektive

Von unten betrachtet sieht jeder Affe bedrohlich aus. Vielleicht konnte genau das der Frosch aus dem Märchen nicht ertragen, er, der laut um Aufmerksamkeit herrscht, mag nicht von oben herab betrachtet werden. Wieso verhandeln, wenn man quaken kann? Frog first! Es ist sicher kein Zufall, dass im US-amerikanischen Wahlkampf 2016 das Symbol des Frosches eine besondere Rolle spielte, als der eigentlich von Matt Furie entwickelte Comic-Figur „Pepe, der Frosch“ erst zum Internet-Meme avancierte4), dann aber von der Alt-right-Bewegung entdeckt und okkupiert wurde. Es spielte schließlich in der Trump-Wahlkampfcampagne des rechtskonservativen, identitären Flügels eine wichtige Rolle5). Aus der witzigen Figur wurde ein Symbol von Nationalisten, auch, weil das demokratische Lager der Präsidentschaftskandidatin Hilary Clinton es als „Symbol der White-Supremacy-Bewegung“ bezeichnete6). In diesem Zusammenhang bezeichnete Hilary Clinton die Hälfte von Trumps Anhängen als „erbärmlichen Haufen“7), woraufhin Trumps Sohn Donald Trump Junior bei Instagram eine Fotomontage postete, die neben prominenten Trump-Promotern auch Pepe, den Frosch, zeigte8).

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Der Frosch und das Feuer

Der Frosch spielt auch heute wieder mit dem Feuer. Dass der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un selbst von Allmachtsphantasien beseelt wirren Wahnvorstellungen folgt, dürfte ebenso wirklich niemanden überraschen wie die im Koreakrieg begründete Erbfeindschaft zwischen dem kommunistischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten von Amerika. Nun hat der Affe dem Frosch wieder einmal das Feuer gestohlen; Nordkorea scheint zur Atommacht geworden zu sein und bedroht unverhohlen die USA. Eine offene Provokation, die man aus der starken Position, in der sich die USA eigentlich befinden, gelassen abprallen lassen könnte. Aus der Froschperspektive aber erscheint alles bedrohlich, was den eigenen Aufmerksamkeitsanspruch gefährden könnte. Und so lässt Donald Trump in gewohnter Impulsivität seine Zunge drohend hervorschnellen:

„Neuen Provokationen würden die USA mit Feuer und Zorn begegnen, sagte Trump wörtlich.“9)

Aufmerksame Chronisten haben zügig nach den Wurzeln der Trumpschen Feuerrede geforscht, denn die Diktion ist zweifelsohne biblisch. Und sie sind fündig geworden. Lucas Wiegelmann von der „Welt“ ist sich sicher, dass Trump den biblischen Hintergrund auf jeden Fall mit meint und sich als Vollstrecker des göttlichen Weltgerichtes sieht10). Insbesondere scheint er auf eine Stelle des Propheten Jesaja anzuspielen:

Denn siehe, der HERR kommt im Feuer heran, wie der Sturm sind seine Wagen, um in Glut seinen Zorn auszulassen und sein Drohen in feurigen Flammen. Jesaja 66,15

Freilich bedarf Gott hier keines Stellvertreters. Er streitet selbst für seine Sache. Die Stärke JHWHs braucht auch keinen US-amerikanischen Präsidenten, um sein Werk auszuführen. Gott selbst ist es, der im Feuer kommt und seinen Zorn auslässt.

Dies irae, dies illa

Der Tag des Zornes ist biblisch gesehen immer auch der Tag des Gerichtes. Das Gericht Gottes aber hat nicht die Vernichtung der Welt im Blick. So ist das göttliche Gericht gerade kein Strafgericht, sondern die Aufrichtung der letzten, unverbrüchlichen Gerechtigkeit. So heißt es bei Paulus:

Der Gnade Gottes entsprechend, die mir geschenkt wurde, habe ich wie ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer baut darauf weiter. Aber jeder soll darauf achten, wie er weiterbaut. Denn einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus. Ob aber jemand auf dem Grund mit Gold, Silber, kostbaren Steinen, mit Holz, Heu oder Stroh weiterbaut: Das Werk eines jeden wird offenbar werden; denn der Tag wird es sichtbar machen, weil er sich mit Feuer offenbart. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, wird das Feuer prüfen. Hält das Werk stand, das er aufgebaut hat, so empfängt er Lohn. Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch. 1 Korinther 3,10-15

Es besteht kein Zweifel: Selbst der, dessen Lebenswerk nicht Ewigkeitstaugliches, das in den Augen Gottes Bestand haben könnte, hervorgebracht hat, wird gerettet werden. Er muss zwar durchs Feuer gehen, aber er selbst wird gerettet!

Das Gericht am Tag des Zornes ist aber nicht nur nicht von Vernichtung, sondern von Aufrichtung der Gerechtigkeit geprägt; es ist auch nicht der Menschen Angelegenheit, an Gottes Statt zu handeln. Deshalb mahnt Paulus, die Weisung von Deuteronomium 32,35 aufnehmend, ausdrücklich:

Übt nicht selbst Vergeltung, Geliebte, sondern lasst Raum für das Zorngericht Gottes; denn es steht geschrieben: Mein ist die Vergeltung, ich werde vergelten, spricht der Herr. Römer 12,19

Apokalypse now!

Gott selbst richtet. Er richtet durch Jesus Christus. Er ist derjenige, der auf dem Richterstuhl Christi sitzt, vor dem alle offenbar werden müssen,

Übt nicht selbst Vergeltung, Geliebte, sondern lasst Raum für das Zorngericht Gottes; denn es steht geschrieben: Mein ist die Vergeltung, ich werde vergelten, spricht der Herr. 2 Korinther 5,10

Jesus selbst spricht über diese Ereignisse in den matthäischen Reden vom Weltgericht:

Sofort nach den Tagen der großen Drangsal wird die Sonne verfinstert werden und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Danach wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen; dann werden alle Völker der Erde wehklagen und man wird den Menschensohn auf den Wolken des Himmels kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Er wird seine Engel unter lautem Posaunenschall aussenden und sie werden die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, von einem Ende des Himmels bis zum andern. Matthäus 25,29-31

In der inneren Dramaturgie des Matthäusevangeliums gehört diese Rede in die letzten Tage des Lebens Jesu. So hätte er nicht in den Zeiten des Aufbruchs, des euphorischen Anfangs, des sogenannten „galiläischen Frühlings“ gesprochen. So spricht jemand, der spürt, dass die Entscheidung unmittelbar bevorsteht; jemand, der weiß, dass diese Entscheidung existentiell, krisenhaft, fundamental sein wird. Es ist im wahrsten Sinn des Wortes Endzeitstimmung. Für Kompromisse ist hier kein Platz mehr. Die Drangsal ist real. Sie umgibt den Redner. Er spürt sie nahezu am eigenen Leib. Er erlebt dieses Gericht, es ereignet sich jetzt.

Aus der nachösterlichen Perspektive, in der der Evangelist Matthäus diese Worte aufschreibt, steht der Sieg des so redenden Jesus Christus über den Tod längst fest: Er ist der vom Kreuzestod Auferstandene. Die apokalyptische Stimmung, die die Worte Jesu umgibt, verliert nichts von ihrem Schrecken. Aber sie ist eben nicht perspektivlos. Die Worte kurz vor der Entscheidung haben sich als wahr erwiesen. Sie sind kein Gequake, kein Getwitter, kein hohles Geschwätz. Jesus Christus ist vom Kreuzestod auferstanden. Er ist jetzt der Richter. An seinem Leiden, Sterben und Auferstehen ist deutlich geworden, dass selbst in der Apokalypse noch Anlass zur Hoffnung besteht. Die apokalyptische Drangsal in den irdischen Zeiten aber besteht weiter. Mehr noch: Sie werden selbst zum Gericht, wie das Konzept der Offenbarung des Sehers Johannes zeigt.

Es ist immer Endzeit

Die Offenbarung des Johannes entwickelt ein eigenes Konzept des Ineinanders von Zeit und Ewigkeit. Die Zeit entspringt der Ewigkeit und kehrt in sie zurück. Die Ewigkeit ist in der Zeit da, umfängt sie; die Zeit aber ereignet sich in und aus der Ewigkeit. So gesehen ist die Zeit Ewigzeit11).

Für den Seher Johannes steht aus der Perspektive der Ewigkeit der Sieg Gottes längst fest: Jesus Christus ist vom Kreuzestod auferstanden und hat den Tod besiegt. Daran gibt es nichts zu rütteln. Gerade in dieser Gewissheit und mit Blick auf diese ewig-himmlische Perspektive können die Gläubigen die Nöte und Bedrängnisse ihrer jeweiligen Zeiten bestehen. Dabei entwickelt der Seher Johannes keine Vision über irgendwelche in der Zukunft liegenden endzeitlichen Ereignisse; was würden solche Visionen seinen eigentlichen Adressaten Anfang des ersten Jahrhunderts nützen. Vielmehr beabsichtigt er, seine ersten Leserinnen und Hörer aufzurichten, ihnen Hoffnung zu stiften und ihren Glauben zu stärken. Dazu bedient er sich einer aufrüttelnden Sprache. Der Duktus ist motivierend. Es sind Kampfworte, die er findet, keine Kompromissformeln. Deshalb ist die Redeweise oft archetypisch und bildhaft, denn gerade die Bilder wirken in besonderer Weise. Und die Bildwelten, derer sich der Seher Johannes bedient, sind zeitlos. Deshalb wirkt die Offenbarung des Johannes auch durch alle Zeiten. Deshalb ist durch alle Zeiten immer wieder gedacht worden, die Worte der Offenbarung würden sich jetzt erfüllen: Jetzt ist die Endzeit, von der dort gesprochen wird. Dabei sollte die Erfahrung längst gelehrt haben, dass Endzeit eigentlich immer ist!

Der Seher Johannes nutzt aber noch andere Stilmittel, die die Zeitgebundenheit seines Schreibens dann doch deutlicher hervortreten lassen. Er nutzt etwa die Mittel der Satire, wenn er in Offenbarung 13 den Kaiserkult persifliert und spöttisch beschreibt. Er spricht dort von zwei Tieren, von denen das erste zehn Hörner auf dem Kopf hat (eine Anspielung auf die Kaiserkrone)12), während das zweite Tier ein Standbild zur Anbetung des ersten Tieres errichten lässt:

Es befahl den Bewohnern der Erde, ein Standbild zu errichten zu Ehren des Tieres, das die Schwertwunde trug und doch wieder zum Leben kam. Es wurde ihm Macht gegeben, dem Standbild des Tieres Lebensgeist zu verleihen, sodass es auch sprechen konnte und bewirkte, dass alle getötet wurden, die das Standbild des Tieres nicht anbeteten. Die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Sklaven, alle zwang es, auf ihrer rechten Hand oder ihrer Stirn ein Kennzeichen anbringen zu lassen. Kaufen oder verkaufen konnte nur, wer das Kennzeichen trug: den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. Hier ist die Weisheit. Wer Verstand hat, berechne den Zahlenwert des Tieres. Denn es ist die Zahl eines Menschennamens; seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig. Offenbarung 13,14b-18

Der Seher Johannes mahnt, seinen Worten mit Verstand und Weisheit zu begegnen. Der Kundige erkennt den eigentlichen Sinn, denn Johannes spricht hier von dem Kaiserkult, den der Statthalter Plinius der Jüngere zu Ehren Trajans unterhält. In einem Briefwechsel zwischen Plinius dem Jüngeren und Trajan ist überliefert, dass gerade die Christen sich dem Kaiserkult verweigerten und von Plinius mit Billigung Trajans verfolgt und mitunter auch mit dem Tod bestraft wurden. Dass es hier um eine ganz konkrete Gefährdung ging, ist auch an der berühmten Zahl Sechshundertsechsundsechzig zu erkennen, die den Namen des Tieres – hier ist Trajan gemeint – bezeichnet. Tatsächlich beträgt der Zahlenwert des griechisch geschriebenen Familiennamens Trajans, Ulpius, genau 66613).

Apotheose der Frösche

Johannes verballhornt den Kaiser und seinen Statthalter. Er codiert seine Kritik mit den Mitteln der Satire. Für ihn steht aber auch fest, dass die wahren Glaubenden die von den römischen Machthabern verübten Bedrängnisse mit Blick auf den längst feststehenden Sieg Gottes zu bestehen vermögen. Ihnen blüht im wahrsten Sinn des Wortes der Himmel. Jetzt aber, in dieser Zeit, ereignet sich das Gericht. Deshalb erweist sich die Zeit als Sphäre des Kampfes, in denen gerade die Mächtigen der Erde immer wieder gegen Gott opponieren. Und genau davon spricht Johannes in den Schilderungen des letzten Kampfes, bevor Gott die letzte Gerechtigkeit aufrichtet. Es sind sieben Schalen des göttlichen Zornes, die im 16. Kapitel der Offenbarung über die Erde ausgegossen werden. Ab der vierten Schale heißt es:

Der vierte Engel goss seine Schale über die Sonne. Da wurde ihr Macht gegeben, mit ihrem Feuer die Menschen zu verbrennen. Und die Menschen verbrannten in der großen Hitze. Dennoch lästerten sie den Namen Gottes, der die Macht über diese Plagen hat. Sie bekehrten sich nicht dazu, ihm die Ehre zu geben. Der fünfte Engel goss seine Schale über den Thron des Tieres. Da kam Finsternis über das Reich des Tieres und die Menschen zerbissen sich vor Angst und Schmerz die Zunge. Dennoch lästerten sie den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und ihrer Geschwüre; und sie ließen nicht ab von ihrem Treiben. Der sechste Engel goss seine Schale über den großen Strom, den Eufrat. Da trocknete sein Wasser aus, sodass den Königen vom Aufgang der Sonne der Weg offen stand. Dann sah ich aus dem Maul des Drachen und aus dem Maul des Tieres und aus dem Maul des falschen Propheten drei unreine Geister hervorkommen, die wie Frösche aussahen. Es sind Dämonengeister, die Wunderzeichen tun; sie schwärmten aus zu den Königen der ganzen Erde, um sie zusammenzuholen für den Krieg am großen Tag Gottes, des Herrschers über die ganze Schöpfung. Offenbarung 16,8-14

Gott ist es, der hier Gericht hält. Die, die auf Gott schauen, werden in diesen Zeiten bestehen. Ihnen blüht das himmlische Jerusalem. Sie werden singen, und können es jetzt schon:

Halleluja! Das Heil und die Herrlichkeit und die Macht ist bei unserm Gott. Seine Urteile sind wahr und gerecht. Er hat die große Hure gerichtet, die mit ihrer Unzucht die Erde verdorben hat. Er hat Rache genommen für das Blut seiner Knechte, das an ihren Händen klebte. Noch einmal riefen sie: Halleluja! Der Rauch der Stadt steigt auf in alle Ewigkeit. Und die vierundzwanzig Ältesten und die vier Lebewesen fielen nieder vor Gott, der auf dem Thron sitzt, beteten ihn an und riefen: Amen, halleluja! Und eine Stimme kam vom Thron her; sie sagte: Preist unsern Gott, all seine Knechte und alle, die ihn fürchten, Kleine und Große! Da hörte ich etwas wie den Ruf einer großen Schar und wie das Rauschen gewaltiger Wassermassen und wie das Rollen mächtiger Donner; die Worte waren: Halleluja! Denn König geworden ist der Herr, unser Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung. Wir wollen uns freuen und jubeln und ihm die Ehre erweisen. Denn gekommen ist die Hochzeit des Lammes und seine Frau hat sich bereit gemacht. Sie durfte sich kleiden in strahlend reines Leinen. Das Leinen bedeutet die gerechten Taten der Heiligen. Offenbarung 19,1b-8

Demgegenüber gleichen die, die in ihrer Selbstapotheose dem Zorn Raum geben und sich zu Richtern aufspielen, die das Feuer bringen, Froschexistenzen, die Johannes als unreine Geister (πνεύματα ἀκάθαρτα – gesprochen: pneúmata akátharta) beschreibt, die ausschwärmen zu anderen Mächtigen, auf dass sie ihnen auf den Leim gehen.

Feuertanz

Frösche, die ums Feuer tanzen, kommen darin um, so lehrt die Weisheit des Märchens der lateinamerikanischen Ureinwohner. Wie Frösche quakend nach Aufmerksamkeit gierend spielen Mächtige heute wieder mit dem Feuer, das in seiner atomaren Gewalt imstande ist, ganze Völker auszuradieren. Sie setzen sich an die Stelle dessen, der allein das Recht über Leben und Tod in Händen hält. Allein Gott kann Gericht halten. Wehe dem, der sich selbstermächtigt auf den Thron Gottes setzt. Aus der Perspektive eines Frosches aber ist der Himmel zu weit weg. Er begreift nicht, was die weisen unter den Menschen erkennen können: Der Ewige ist es der retten will. Wehe denen, die sich dem Ewigen in den Weg stellen. Es scheint in dieser Phase der Endzeit wieder von besonderer Relevanz zu sein, das Wort Gottes in Erinnerung zu rufen, denn es ist und bleibt relevant – auch in dieser Zeit. Oder, um es mit den wissenden Worten der Indianer zu sagen:

„Ich erzähle euch das, dass auch ihr es wisst und anderen erzählen könnt, wie es früher war. Wenn einer kommt, der es wissen will, wie es früher war, dann sollt ihr ihm das erzählen.“14)

Erzählt es deshalb, vor allem den Mächtigen: Frösche, die mit dem Feuer spielen, kommen darin um! Gott allein ist es, der rettet! Wider das Lärmen der Frösche darf gerade heute davon geschwiegen werden!

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Bildnachweis

Titelbild: belle gueule va (Michel Béné – Nantes) – Quelle: flickr – lizenziert als CC BY-NC-ND 2.0.

Bild 1: A Trump supporter holding up a sign reading „Deplorables and Alt-Right Unite“ (Fibonacci Blue) – Quelle: Wikicommons – lizenziert als CC BY 2.0.

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1. Vgl. hierzu Klaus Keplinger, Der Baum, der einem Mann ein Kind schenkte. Indianische Märchen und Mythen aus dem Regenwald, Freiburg i. Br. 1993, S. 71-73.
2. Klaus Keplinger, Der Baum, der einem Mann ein Kind schenkte. Indianische Märchen und Mythen aus dem Regenwald, Freiburg i. Br. 1993, S. 71-73, hier: S. 71.
3. Klaus Keplinger, Der Baum, der einem Mann ein Kind schenkte. Indianische Märchen und Mythen aus dem Regenwald, Freiburg i. Br. 1993, S. 71-73, hier: S. 73.
4. Vgl. hierzu Eike Kühl, Wo Frösche sind, da sind auch Rechte, in: Zeit online (28.9.2016), Quelle: http://www.zeit.de/digital/internet/2016-09/meme-pepe-frosch-alt-right-donald-trump/komplettansicht [Stand: 13. August 2017].
5. Vgl. hierzu Eike Kühl, Wo Frösche sind, da sind auch Rechte, in: Zeit online (28.9.2016), Quelle: http://www.zeit.de/digital/internet/2016-09/meme-pepe-frosch-alt-right-donald-trump/komplettansicht [Stand: 13. August 2017].
6. Vgl. hierzu Eike Kühl, Wo Frösche sind, da sind auch Rechte, in: Zeit online (28.9.2016), Quelle: http://www.zeit.de/digital/internet/2016-09/meme-pepe-frosch-alt-right-donald-trump/komplettansicht [Stand: 13. August 2017].
7. Siehe hierzu Wolfgang Stuflesser, Grüne Galionsfigur mit braunen Gedanken, Deutschlandfunk Kultur (27.9.2016), Quelle: http://www.deutschlandfunkkultur.de/pepe-der-frosch-gruene-galionsfigur-mit-braunen-gedanken.2156.de.html?dram:article_id=366957 [Stand: 13. August 2017].
8. Siehe https://www.instagram.com/p/BKMtdN5Bam5/ [Stand: 13. August 2017].
9. Quelle: http://www.deutschlandfunk.de/nordkorea-konflikt-trump-droht-mit-feuer-und-zorn.1939.de.html?drn:news_id=778204 (9.8.2017) [Stand: 13. August 2017].
10. Vgl. hierzu Lucas Wiegelmann, Die geheimnisvolle Bibelstelle hinter Trumps Drohung, in: Welt online (10.8.2017), Quelle: https://www.welt.de/kultur/article167514779/Die-geheimnisvolle-Bibelstelle-hinter-Trumps-Drohung.html [Stand: 13. August 2017]
11. Vgl. hierzu Werner Kleine, Eine halbe Stunde Ewigkeit. Das Paradox von Zeit und Ewigkeit und die Offenbarung des Johannes, in: Pastoralblatt für die Diözesen Aachen, Berlin, Essen, Hildesheim, Köln und Osnabrück, 2015 (67. Jahrgang), S. 248-253.
12. Vgl. Offenbarung 13,1.
13. Von Oὔλπιος (gesprochen: Oúlpios) – die Zahlenwerte ο – 70, υ – 400, λ – 30, π – 80, ι – 10, ο – 70, ς – 6 ergeben in der Summe 666. Eine Gesamtübersicht über die altgriechischen Zahlenzeichen findet sich unter https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Zahlschrift.
14. Klaus Keplinger, Der Baum, der einem Mann ein Kind schenkte. Indianische Märchen und Mythen aus dem Regenwald, Freiburg i. Br. 1993, S. 71-73, hier S. 73.
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