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Ecclesiastica·Exegetica

Kenterkram Ein Essay über den Zeitgeist


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Äonen kommen, Äonen gehen. Der Lauf der Zeiten bringt es mit sich, dass ständig Ären enden. Der Geist, der durch die Zeiten weht, hat schon so viele kommen und gehen sehen. Der Zeiten Geist gibt im Wechsel Kontinuität, haben Raum und Zeit doch selbst ihre Ursache in jenem schöpferischen Akt Gottes. Es genügte nur ein sanfter göttlicher Hauch, ein Impuls durch den Finger Gottes, um Raum und Zeit hervorzubringen, die in sich den Atem Gottes tragen, ja vielleicht sogar ständiges Wehen des göttlichen Geistes sind. Der Geist der Zeiten weht weiterhin mit kreativer Tradition, gestern, heute und morgen. Der Zeiten Geist schafft stetig neu. Nicht ohne Grund bekennt Paulus mit Gewissheit:

Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. Aber nicht nur das, sondern auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, auch wir seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes also Söhne offenbar werden. Denn auf Hoffnung hin sind wir gerettet. Hoffnung aber, die man schon erfüllt sieht, ist keine Hoffnung, Denn wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht? Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld. So nimmt sich der Geist unserer Schwachheit an. Römer 8,22-26a

Nur Geduld!

Die Worte des Paulus sind von einem grundständigen Optimismus erfüllt, den er mit dem Begriff „Hoffnung“ (griechisch: ἐλπίς – gesprochen: elpís) verbindet. ἐλπίς meint dabei eine konkrete Erwartung, ein Aussicht auf etwas, das mit Sicherheit eintreten wird1). Es konnotiert damit im Unterschied zum landläufigen und umgangssprachlichen Gebrauch des deutschen Wortes „Hoffnung“, dem immer etwas Unbestimmtes beiwohnt, eine Gewissheit des Eintretens eines Zustandes, der noch nicht gegenwärtig ist, sich in der Zukunft aber absolut ereignen wird. Genau davon schreibt Paulus. Den Zeitraum zwischen dem Jetzt, in dem das Erhoffte noch nicht da ist, und dem Eintreten des Erhofften sieht er als ein Ausharren in Geduld (griechisch: ὑπομονή – gesprochen: hypomoné). Das Ausharren selbst entspricht dabei in der Tat einer erwartenden Haltung, wie das hier verwendete Verb ἀπεκδέχεσθαι (gesprochen: apekdéchesthai) nahelegt, das wörtlich eben „erwarten“ heißt.

Der Absatz spiegelt sehr gut die Situation wider, in der sich Paulus selbst befindet. Er spricht am Beginn des Abschnittes in Römer 8,18 von den „Leiden der gegenwärtigen Zeit“ (τὰ παθήματα τοῦ νῦν καιροῦ – gesprochen: tà pathémata toû nyn kairoû). Das νῦν (gesprochen: nyn) deutet an, dass er an die konkrete, jetzige Gegenwart denkt. Paulus schwadroniert also nicht über irgendwelche dräuenden Entwicklungen. Ihm stehen konkrete Leiden vor Augen, die ihm leibhaftig widerfahren sind. Trotzdem verliert er die Hoffnung nicht. Im Schauen auf das erhoffte Ziel, das für ihn mit überzeugter Gewissheit kommen wird (vgl. das οἴδαμεν – gesprochen: oídamen/wir wissen in Römer 8,22 sowie das λογίζομαι – gesprochen: logízomai/ich bin überzeugt in Römer 8,18), bringt er die Geduld auf, die gegenwärtigen Wirren und Leiden zu ertragen ohne in eine defätistische Depression zu verfallen.

Dämmerung der Hoffnungsschimmer?

Geduld ist die Haltung, die Paulus die Zeit zwischen dem Schon und Noch nicht des Offenbarwerdens der göttlichen Vollendung erleben lässt. Es ist eine Geduld voller Hoffnung. Es ist der Geist, der in den Zeiten diese Stärkung bewirkt – jener Geist, aus dessen Wirken Raum und Zeit entstehen und weiter werden. Dieser Zeitgeist ist göttlich. Er gibt denen Halt, die den Blick voller Hoffnung auf die Ewigkeit richten und sich in Geduld den Herausforderungen der Gegenwarten stellen, von Äon und zu Äon und von Ära zu Ära.

Nun sind in der jüngeren Vergangenheit gleich mehrere Ären zu Ende gegangen – so jedenfalls die gängige Sprachregelung. Mit dem Tod von Altbundeskanzler Helmut Kohl am 16. Juni 2017 ist so eine ganze Ära bundesrepublikanischer Nachkriegspolitik zu Grabe getragen worden. Mit dem Tod des früheren Erzbischofs von Köln, Joachim Kardinal Meisner, am 5. Juli 2017 wird gar eine ganze Epoche der Kirchengeschichte beerdigt2). Ohne Zweifel spielt bei solcher Art temporaler Überhöhung immer auch das Lob der Verstorbenen und eine Würdigung ihres Wirkens eine Rolle. Gleichwohl schwingt bei solcher Art Rede immer auch ein Aspekt mit, der nahezu ein Bruch des Raum-Zeit-Kontinuums vermuten lässt: Wie soll es jetzt bloß weitergehen, wo man ganze Epochen zu Grabe getragen hat und Ären ihr Ende gefunden haben.

Kann es überhaupt noch Hoffnung geben? – so mag man sich gar fragen, wenn man das Grußwort des resignierten Papstes Benedikt XVI liest3), das über zwei DIN A4-Seiten den verstorbenen Erzbischof emeritus Joachim Kardinal Meisner mit großem Respekt und warmer Wertschätzung würdigt, um dann doch in zwei Sätzen wieder einmal genau jene Angst und Skepsis hervortreten zu lassen, die Gott Geist offenkundig nicht traut, dass er es ist, der durch die Zeiten weht. Sich selbst treu bleibend schreibt Joseph Ratzinger dort:

„Wir wissen, dass es ihm, dem leidenschaftlichen Hirten und Seelsorger, schwerfiel, sein Amt zu lassen und dies gerade in einer Zeit, in der die Kirche besonders dringend überzeugender Hirten bedarf, die der Diktatur des Zeitgeistes widerstehen und ganz entschieden aus dem Glauben leben und denken. Aber um so mehr hat es mich bewegt, dass er in dieser letzten Periode seines Lebens loszulassen gelernt hat und immer mehr aus der tiefen Gewissheit lebte, dass der Herr seine Kirche nicht verlässt, auch wenn manchmal das Boot schon fast zum Kentern angefüllt ist.“4)

Äonenfixierung

Auch er spricht hier in nahezu paulinischer Diktion von Gewissheit („Wir wissen“). Seine Gewissheit aber bezieht sich nicht positiv auf eine Hoffnung, die sich gerade in den Widerständen geduldig bewährt und durch den Geist in der Zeit gestärkt wird. Vielmehr spricht er von einer Diktatur des Zeitgeistes – wobei offenbleibt, was der Zeitgeist sein soll. Vielleicht spielt er hier auf den „Gott des Äons“ (ὁ θεὸς τοῦ αἰῶνος τούτου – gesprochen: ho theós aiônos toútou) an, von dem Paulus im 2. Korintherbrief spricht:

Wenn unser Evangelium dennoch verhüllt ist, ist es nur denen verhüllt, die verloren gehen; denn der Gott dieser Weltzeit hat das Denken der Ungläubigen verblendet. So strahlt ihnen der Glanz des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, der Gottes Bild ist, nicht auf. 2 Korinther 4,3-4

Der „Gott dieser Weltzeit“ wird ansonsten nur noch einmal im Johannesevanglium erwähnt, wird dort aber schon nicht mehr „Gott“ genannt, sondern ist bloß noch „Herrscher“ (ὁ ἄρχων – gesprochen: ho árchon). Dort spricht Jesus:

Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt; jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. Johannes 12,31

Was oder wer auch immer sich genau hinter diesem Begriff verbirgt: Er hat seine Macht längst verloren, denn das Gericht hat sich schon ereignet. Der Herrscher dieser Welt ist hinausgeworfen worden.

Genau darin begründet sich ja die Hoffnung des Paulus, dass der Sieg Gottes über den Herrscher dieser Welt längst feststeht. Der Herrscher dieser Welt hat eben keine göttliche Macht. Er ist Geschöpf mit fehlgeleitetem Anspruch – eben ein weltlich Was oder Wer, nicht mehr. Er mag einen Äon beherrschen, die Zeit vermag er nicht in Händen zu halten.

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Wer ist der Herr der Zeiten, wenn nicht Gott? Sein Geist gebiert die Zeit. Kann der Zeiten Geist ein anderer sein?

Zeitenwende

Der Sieg, von dem Paulus spricht, hat in der Tat eine Zeitenwende bewirkt – oder besser: einen neuen Blick auf die Zeiten. So schreibt er im Eingang des Briefes an die Galater:

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus, der sich für unsere Sünden hingegeben hat, um uns aus der gegenwärtigen bösen Welt zu befreien, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters. Galater 1,3-4

Diese Befreiung hat einen neuen Zustand bewirkt:

Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. 2 Korinther 5,175)

Und das wirkt sich auch auf die Sicht auf die Verhältnisse der Zeit aus:

Wenn wir allein für dieses Leben unsere Hoffnung auf Christus gesetzt haben, sind wir erbärmlicher daran als alle anderen Menschen. Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden als der Erste der Entschlafenen. Da nämlich durch einen Menschen der Tod gekommen ist, kommt durch einen Menschen auch die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden. Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann folgend, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören. Danach kommt das Ende, wenn er jede Macht, Gewalt und Kraft entmachtet hat und seine Herrschaft Gott, dem Vater übergibt. 1 Korinther 15,19-24

Genau das ist das Bewusstsein, in dem Paulus lebt. Es ist das Bewusstsein einer Zeitenwende. Ausgespannt zwischen Verheißung und Vollendung ereignet sich die Erlösung – es ist die Erlösung von der Angst, ein Herrscher der Weltzeit könnte obsiegen. Es ist die befreiende Erkenntnis, dass es immer noch der Geist Gottes ist, der die Zeiten durchweht, Geduld und Hoffnung verleiht und die Gewissheit, dass Gottes Sieg längst feststeht.

Lehrzeiten

Die Rede vom Zeitgeist ist also höchst verwirrend, denn es ist ja der Atem Gottes selbst, der die Zeit immer neu gebiert. So gleicht die Zeit einer Welle, entstanden aus dem Urimpuls der sachten Berührung mit einem Finger Gottes aus der Fülle der Ewigkeit. In jedem Impuls der Welle ist dieser Urimpuls gegenwärtig. Jedes Aufbäumen der Wellen trägt diesen Urimpuls ebenso in sich wie jedes Wellental. Gott ist nicht hier oder dort. Er ist!

Vielleicht ist das der tiefere Sinn jener Erfahrung, der Jesus seine Jünger im Markusevangelium ausliefert. Nach der Speisung der Fünftausend im Markus 6,30-44 heißt es dort:

Gleich darauf drängt er seine Jünger, ins Bott zu steigen und ans andere Ufer nach Betsaida vorauszufahren. Er selbst wollte inzwischen die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sich von ihnen verabschiedet hatte, ging er auf einen Berg, um zu beten. Als es Abend wurde, war das Boot mitten auf dem See, er aber war allein an Land. Und er sah, wie sie sich beim Rudern abmühten, denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam er zu ihnen; er ging auf dem See, wollte aber an ihnen vorübergehen. Als sie ihn über den See gehen sahen, meinten sie, es sei ein Gespenst, und schrien auf. Alle sahen ihn und erschraken. Doch er begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Dann stieg er zu ihnen ins Boot und der Wind legte sich. Sie aber waren bestürzt und fassungslos. Denn sie waren nicht zur Einsicht gekommen, als das mit den Broten geschah; ihr Herz war verstockt. Markus 6,45-52

Die Erzählung des auf dem Wasser laufenden Jesus gehört sicher zu den sehr bekannten Geschichten des Neuen Testamentes. Häufig aber überdeckt der Wiedererkennungseffekt den Drang, tiefer nach dem Sinn des Textes zu forschen. Zu stark steht hier das vermeintliche Wunder des auf dem Wasser laufenden Jesus im Vordergrund (obschon von Wasser an keiner Stelle die Rede ist, sondern „nur“ davon, dass sie Jesus über den See gehen sehen – nicht mehr und nicht weniger). Bei näherer Betrachtung nämlich fallen diverse Merkwürdigkeiten auf.

Da ist zum einen der Hinweis, dass Jesus seine Jünger unmittelbar nach der Brotspeisung drängt, ins Boot zu steigen. Das εὐθύς (gesprochen: euthys) spielt auf ein sofortiges, unmittelbares Drängen an. Das Verb ἀναγκάζειν (gesprochen: anangkázein) konnotiert eine Nötigung mit äußerem oder innerem Zwang. Die Jünger sind nicht freiwillig ins Boot gestiegen. Jesus hat sie gezwungen. Warum?

Der Text gibt als Grund an, dass er die Leute nach Hause schicken wollte. Freilich bleibt fraglich, warum er die Jünger hierbei nicht zugegen haben wollte. Nach der Verabschiedung der Leute begibt er sich jedenfalls auf einen Berg, um zu beten. Offenkundig aber betet er dort nicht nur, sondern beobachtet auch die Bemühungen seiner Jünger, mit dem Boot gegen den Wind anzurudern. An keiner Stelle ist von großer Gefahr die Rede, wohl aber von großer Anstrengung, den Herausforderungen der Naturgewalt Herr zu werden.

Jesus wartet lange, bis er sich bewegt. Es wartet bis zur vierten Nachtwache. Nach römischer Zählung (die jüdische Zählung kennt nur drei Nachtwachen)6) bedeutet das, dass die Morgendämmerung bereits eingesetzt hat. Er hat also die ganze Nacht gewartet, ohne seinen Jüngern beizustehen. Jetzt bricht er auf und will – über den See gehend – zuerst an ihnen vorbeigehen. Er würdigt ihre Bemühungen nicht einmal. Er will einfach vorübergehen. Die Jünger bleiben auf sich allein gestellt. Sie sollen die Herausforderung offenkundig allein bewältigen.

Des Geistes Herausforderungen

Die Jünger aber befällt angesichts dessen, was sie sehen, Furcht und Schrecken. Das Erschrecken lässt sogar die naturgewaltige Not in den Hintergrund treten. Sie scheinen sogar unfähig zu sein, ihn um Hilfe anzurufen. Und doch wendet er sich ihnen zu – jetzt erst; und er tadelt sie:

Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Markus 6,50

Dass es sich hierbei um einen Tadel und nicht um Zuspruch handelt, zeigt sich sowohl am folgenden Entsetzen der Jünger, vor allem aber in der markinischen Schlussbemerkung, dass sie noch nicht zur Einsicht gekommen waren, als das mit den Broten geschah. Sie hatten noch nichts begriffen, ihr Herz war verstockt. Was aber hätten sie denn begreifen sollen?

Auch bei der Broterzählung7) steht die vermeintliche Vermehrung von fünf Broten und zwei Fischen im Vordergrund. Allein: Der Text erzählt an keiner Stelle, dass alle von diesen fünf Broten und zwei Fischen satt geworden seien. Es wird nur erzählt, dass Jesus die Jünger auffordert, alles zu geben, was sie hatten. Er selbst fordert die Menschen auf, aus einer gesichtslosen Masse zu Nachbarn zu werden und kleine Gruppen zu bilden. Hierhin tragen die Jünger alles, was sie haben. Mit einem Nachbarn teilt man, mit einem Unbekannten noch lange nicht. Das Beispiel der Jünger wird Schule gemacht haben. Es motiviert die anderen, es ihnen gleich zu tun. Mit wenig Einsatz, vor allem aber das Vertrauen in den Geist, der so zu wirken beginnt, werden alle satt. Gottvertrauen und darauf basierend Vertrauen auf die eigene Stärke, die in der Bereitschaft liegt, alles zu geben und sich dem Wehen des Geistes anzuvertrauen – das wäre es gewesen, was die Jünger hätten lernen können. Auf dem See aber kämpfen sie nur wieder gegen dieses Wehen an – jeder für sich, alle durcheinander, ohne Erfolg.

Petrus in der Bildungsferne

Das vermeintliche Wunder des auf dem See wandelnden Jesus entpuppt sich also bei näherem Hinsehen als Lehrstück, wie die Jünger Jesu im Wehen der Zeiten ihren Herausforderungen begegnen sollen: In kleinen Gruppen, gemeinsam und mit dem Geist, der in allen Zeiten frisch weht, neuen Herausforderungen offensiv und positiv begegnen. Das Matthäusevangelium hingegen weiß, dass ausgerechnet der Lautsprecher der Zwölf wenig begriffen hat. Über das Markusevangelium hinaus weiß er von folgender Episode zu berichten. Petrus erwidert dem auf dem See wandelnden Jesus nach dessen Tadel:

Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme! Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und kam über das Wasser zu Jesus. Als er aber den heftigen Wind bemerkte, bekam er Angst. Und als er begann unterzugehen, schrie er: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Matthäus 14,26-31

Petrus traut sich nicht. Der Herr muss es richten. Er muss befehlen. Und tatsächlich: Petrus kann auf dem Wasser gehen. Das aber ist nicht Beweis genug. Wo das Gottvertrauen fehlt, kann auch ein Befehl Jesu nichts ausrichten. Petrus spürt die Macht des Wehens – und versinkt. Hätte er doch nur mehr Selbstvertrauen gehabt. Er muss noch lernen, viel lernen, bis er offen das Wort Gottes verkünden wird – in Jerusalem, am 50. Tag nach der Auferstehung Jesu, als der Geist wieder einmal mit Macht in die Zeit hinein wehte …

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Fürchtet euch – nicht; oder doch?

Liest man das Grußwort des Altbischofs von Rom, dann kann man den Eindruck gewinnen, dass die Angst bei den Verantwortlichen manchmal größer ist als die Hoffnung angesichts der Verwehungen, denen Gott die Seinen ausliefert. Das Boot der Kirche sei manchmal schon fast zum Kentern angefüllt8). Das Schifflein Petri, das dort fast untergeht, hat nämlich einen Garanten an Bord, der seelenruhig zu schlafen bereit ist und doch das Kentern verhindert:

Am Abend des Tages sagte er [Jesus, WK] zu ihnen [den Jüngern, WK]: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; und andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckte ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht und sie sagte zueinander: Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen? Markus 4,35-41

Gottvertrauen

In der Dramaturgie des Markusevangeliums steht diese Seeerfahrung vor der, in der Jesus über den See zu den Jüngern kommt. Es scheint so, als verfolge Jesus eine eigene Pädagogik. Er schult seine Jünger in Wort und Tat. Sie sollen aber auch begreifen, dass sie selbst in der Lage sind, die Herausforderungen zu bewältigen. Das mutet er ihnen ja hier schon zu, wenn er sich in offenkundig blindem Vertrauen schlafend in das Heck legt und die Klein- und Keingläubigen erst mal machen lässt.

So fährt die Kirche nun durch die Zeiten, die ja seit der Auferstehung des Gekreuzigten neue Zeiten sind. Die Jünger Jesu müssten doch wie Paulus längst begriffen haben, dass der Sieg Gottes längst feststeht. Warum also immer diese Larmoyanz über einen Zeitgeist, der sich doch in der Kirchengeschichte immer wieder als Herausforderung des Geistes der Zeit offenbart hat. Sein Wehen hat die Kirche vorangetrieben. Wenn er heute anders weht, muss man vielleicht die Richtung ändern – oder gegen den Wind kreuzen. Kreuz aber bedeutet Tod. Tod führt zur Auferstehung. Auferstehung bedeutet Veränderung.

Haben denn die Nachfolger der Apostel der Gegenwart auch nach 2.000 Jahren Kirchengeschichte, die ja immer auch Geschichte Gottes mit den Menschen ist, immer noch die alten Ängste? Die Angst vor der Veränderung ist schwer zu begreifen. Sie zeigt doch nur, dass das Leben in sich nicht statisch, sondern dynamisch ist. Vor dem absoluten Gott ist jedes Leben relativ. Des Lebens Herausforderungen müssen in dieser Relation zu Gott immer neu ausgelotet werden. Das Gottvertrauen ist jedenfalls groß: Gott mutet seinen Jüngern schließlich einiges zu. Er mutet ihnen zu und vertraut offen darauf, dass sie die immer neuen Herausforderungen der Zeiten gemeinsam und in Solidarität immer neu bewältigen. Die Gewissheit des längst errungenen Sieges könnte die Hoffnung stark und die Geduld ausdauernd machen.

Wer aber Angst vor den Zeiten hat, gibt dem Geist wenig Raum zum Wehen. Sollen die Verkünderinnen und Verkünder das in sie gesetzte Gottvertrauen wirklich in Frage stellen? Das Schiff jedenfalls muss fahren; wer vor Angst Anker wirft, wird nie ans andere Ufer gelangen. Die Zeit aber geht weiter; und mit und in ihr weht der Geist. Seid geduldigt! Hofft! Er kommt! Nein, er ist schon da!

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Bildnachweis

Titelbild: Tenglo|gekentert (Claudius Prößer) – Quelle: flickr – lizenziert als CC BY-NC 2.0.

Bild 1: Time (JD) – Quelle: flickr – lizenziert als CC BY 2.0.

Bild 2: fische (Ed S. Johovac) – Quelle: flickr – lizenziert als CC BY 2.0.

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1. Vgl. hierzu W. Bauer, Griechisch-deutsches Wörterbuch zu den Schriften des Neuen Testamentes und der frühchristlichen Literatur (hrsg. Von Kurt und Barbara Aland), Berlin 1988, S. 510.
2. So Ludwig Ring Eifel (KNA) am 15.7.2017 bei katholisch.de (Quelle: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/mit-kardinal-meisner-wird-eine-epoche-beerdigt [Stand: 22. Juli 2017]).
3. Vgl. hierzu PEK Dokumentation vom 11.7.2017 – Quelle: https://www.domradio.de/sites/default/files/pdf/170715_papst_em_benedikt_gr_requiem_meisner.pdf [Stand: 22. Juli 2017].
4. https://www.domradio.de/sites/default/files/pdf/170715_papst_em_benedikt_gr_requiem_meisner.pdf [Stand: 22. Juli 2017].
5. Vgl. auch Galater 6,15.
6. Vgl. hierzu den Artikel „Nachtwache“ im wissenschaftlichen Bibelportal der Deutschen Bibelgesellschaft „Wibilex“: https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/nachtwache-1/ch/f3a387cfdbd4a276d28c413abfcd72b9/ [Stand: 23. Juli 2017].
7. Vgl. zum Folgenden auch den Dei Verbum-Beitrag „Borderline“ von Werner Kleine: http://www.dei-verbum.de/borderline/ [Stand: 23. Juli 2017].
8. Vgl. https://www.domradio.de/sites/default/files/pdf/170715_papst_em_benedikt_gr_requiem_meisner.pdf [Stand: 22. Juli 2017].
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17 Replies

  1. Sehr geehrter Herr Kleine!
    Sie behaupten bzgl. des Berichtes von der Speisung der Fünftausend im 6. Kapitel des Markusevangeliums:
    „Allein: Der Text erzählt an keiner Stelle, dass alle von diesen fünf Broten und zwei Fischen satt geworden seien.“

    Das ist allerdings nicht richtig.

    In Mk 6,42 heißt es nach der vom Herrn befohlen Verteilung der 5 Brote und 2 Fische unter alle [fünftausend]:
    „Und alle aßen und wurden satt.“
    In Mk 6,44 wird sogar nochmals bekräftigt, dass die [gesamten] Männer eben von diesen Broten gegessen hatten.

    Und dann werden sogar noch 12 Körbe voll der übrigen Reste gesammelt.

    Sie, Dr. Kleine, behaupten nun, dass die Menschen nicht von den vorhandenen 5 Broten und 2 Fischen satt geworden seien, sondern weil sie anfingen, das, was sie bei sich hatten, zu teilen und das wäre eben genug zum Sattwerden gewesen.
    Aber davon war hier im gesamten vorherigen Text keine Rede, dass die doch riesige Menschenmenge genug zum Sattwerden mithalten – lediglich ungleich verteilt und dass sie erst das Teilen durch das vom Herrn initierte Beispiel der Jünger lernen mussten.

    Nein, nein, ich für meinen Teil lehne solchen m.E. textlich nicht stichhaltigen Spekulationen ab und halte mich vielmehr strikt an das, was im Text steht (s.o.) und dass hier wirklich ein Wunder (!) geschah.
    Eben weil Jesus kein einfacher Mensch ist sondern Gottes einziger Sohn, der eben auch auf dem Wasser gehen kann…

    • Sehen Sie: im griechischen Urtext fehlt das Wörtchen απο. Der Text sagt gerade nicht, dass alle von den nur fünf Broten und zwei Fischen gegessen haben.

      Auch mir ist natürlich klar, dass im allgemeinen Verständnis der Text anders gelesen wird. Allein: im Text steht eben nicht, dass alle von den nur fünf Broten und zwei Gidchen gegessen haben. Darauf liegt ja gerade die eigentliche Sinnspitze, die dann auch den markinischen Radel nach der See-Perikope erklärt.

      Rein vom Text her müssten Sie daher belegen, wieso die Wendung sich exklusiv auf die fünf Brote und zeei Fische bezieht. Wie hesagt: das ist die gewöhnte Interpretation, die so aber keinen Halt am Text findet. Gewohnheit alleine ist aber kein Argument. Die Beweislast liegt da eher bei Ihnen.

      Im Übrigen tut meine Lesart weder dem Wunder nich der agöttlichkeit Jesu einen Abbruch. Im Gegebteil: die mk. Pointe der Seeperikope zeigt doch, dass es um viel mehr als das bliße Wunder ging: es geht um die Erkenntnis, dass man selbst mit kleinen Mitteln Großes bewegen kann. So kann dann such der Glaube scheinbar Unmögliches möglich machen.

      Näheres erläutere ich im Übrigen in dem verlinkten Artikel http://www.dei-verbum.de/borderline/

      • Es geht eben letztendlich darum, ob Jesus der Christus, der einzige und wahre Sohn Gottes ist und damit als eine der 3 göttlichen Personen entsprechende Wunder bewirken kann, oder ob das hier Berichtete nur eine phantastische Lügengeschichte über einen in Wahrheit rein menschlichen Religionsstifter ist, die ihn mystisch verklärt und seine moralischen Lehren für die Menschen annehmbar machen sollen.
        Ich für meinen Teil lese den gesamten Evangelientext im Zusammenhang, aus dem die wunderbare alle sättigende Speisung einer großen Volksmenge mit nur wenigen Broten unmissverständlich und klar hervorgeht ebenso wie Jesu Lauf auf dem Wasser.
        Und ich halte mich an das Große Glaubensbekenntnis der Kirche, wonach Er, Jesus Christus, der wahre und einzige Sohn des lebendigen Gottes ist:
        „Licht vom Licht – wahrer Gott vom wahren Gott – gezeugt, nicht geschaffen …“

        Ja, und eben auch durch solche Wunder hat sich der Gottessohn vor seinen Zeitgenossen als Gott bezeugt!

        Wenn Sie das nicht [mehr] glauben können, sollten Sie das offen und ehrlich zugeben.

        • Damit erheben Sie die Wunder zum nahezu exklusiven und absoluten Beweis für die Göttlichkeit Jesu. Das sind sie aber nicht. Die wunderkritische Tendenz des Neuen Testamentes allein spricht schon dagegen. Außerdem sind die Wunder in sich ambivalent (mancher Zeitgenosse sieht ihn ihnen eher sogar den Beweis, Jesus sei mit dem Teufel im Bunde…). Selbst die, die die Wunder Jesu leibhaftig erlebt haben, kommen dadurch ja nicht zwingen zu Glauben. Da überfordern Sie die vermeintlichen Wunder, die in sich, zumindest aus neutestamentlichen Sicht, eigentlich nichts beweisen. Und es fehlt letztlich der Anhalt am Text. So spricht der griechische Urtext selbst nicht ohne Grund gar nicht von „Wundern“, sondern von Zeichen (Johannes) oder einfach nur „Erweis der Kraft“ (Synoptiker), die eben auch in der Vollmacht Jesu die Jünger tun können und sollen. Die Wunder sind also nicht nur kein Beweis für die göttlichkeit Jesu, sondern sie sind reproduzierbar und sollen das sogar sein (Das zeigt ja gerade die Schlussbemerkung (Das sagt ja gerade die Schlussbemerkung der Erzählung vom Seegang je so bei Markus). Offenkundig geht es eben um doch viel mehr, als die bloße Außergewöhnlichkeit des Ereignisses. Zumindest ist das die Botschaft der Evangelien, wenn man sich die Texte genau ansieht.

          • Das sind vielfach Wortklaubereien [z.B. „Zeichen“ statt „Wunder“] und Haarspaltereien [Hinweis auf einzelne Wundertaten der Apostel, die diese ausdrücklich in Jesu Namen (!) taten], mit denen Sie hier die Evangelienberichte zu entmythologisieren versuchen.
            „Glauben Sie etwa, es sei für die damaligen Zeitgenossen Jesu leichter als für uns gewesen, in diesem einstigen armen Zimmermannssohn den Messias, den Sohn Gottes zu erkennen?“ hat bereits vor Jahrzehnten Prof. Josef Ratzinger in einem im Klerusblatt abgedruckten Aufsatz berechtigterweise gefragt. „Keineswegs“, lautet seine Antwort, und auch u.a. aus diesem Grunde, der verständlichen Skepsis selbst der Zeitgenossen Jesu Christi, sind gelegentliche naturwissenschaftlich unerklärliche Wundertaten zur sichtbaren Beglaubigung Seiner eben übermenschlichen Göttlichkeit geradezu zwingend notwendig gewesen.
            Dass trotz
            best. unerklärlicher Wundertaten Jesu manche nicht zum Glauben kamen und sogar satanische Einflüsse dafür machten, spricht nicht gegen die Sinnhaftigkeit der Wundertaten selbst, sondern für die Schwierigkeit der Bekehrung eines im Herzen in alten eigenen alttestamentlichen Glaubensvorstellungen Verstockten zum Glauben an Jesus Christus als den Messias und wahren Menschen und zugleich den wahren und einzigen Sohn Gottes.

            Ich selbst bin übrigens nicht etwa auf die Wundertaten Jesu fixiert, wie sie vielleicht irrtümlich annehmen, aber sie runden das Bild, welches ich von ihm basierend auf dem christlichen Glaubensbekenntnis habe, eindrucksvoll und logisch ab.

          • Oh nein, Wortklaubereien sind das ganz und gar nicht. Im Gegenteil: das Griechische kennt ja das Äquivalent zum deutschen Wort „Wunder“ (θαῦμα). Man kann also nicht einfach von Wundern sprechen, wenn von Zeichen die Rede ist (was z.B. die neue Einheitsübersetzung konsequenterweise auch nicht tut). Interessanterweise benutzt Lukas das Wort θσῦμα/Wunder aber, wenn er von dem Wirken der Apostel in der Apostelgeschichte spricht. Dass er es nicht für die Machterweise Jesu verwendet, muss also einen Grund haben. Wie gesagt (und da hilft auch ein Ratzingerzitat nicht weiter, weil Zitate immer nur zeigen, dass jemand etwas gesagt hat; als Argumente taugen Zitate leider nicht. Im Übrigen stimme ich Ratzinget in diesem Punkt nicht zu, denn die Jünger sollen ja erkennen und lernen, um selbst so zu handeln, wie Jesus – so eben der Hinweis am Ende der Seeperikope. Es geht bei nöherem Hinsehen bei den Zeichen Jesu eben gerade nicht um die Außergewöhnlichkrit des Ereignisses, sondern um die Beziehung, die Jesus stiftet – und selbst die zielt nicht immer auf direkte Nachfolge, wue etwa due Heilung des Besessenen vin Gerada zeigt.): ntl. dienen die Wunder gerade nicht als Beweis der Göttlichkeit Jesu; und Jedus verweigert sie dogar, wenn er sufgegordert wird eines als Ausweis seines besonderen Wesens zu wirken. Das slles spricht eigentlich gegen Ihre These. Sicher: Sie runden das – und da stimme ich Ihnen gerne und ausdrücklich zu – wohl ab – ob als Zeichen (wie ich das in der Folge der ntl. Texte sehe) oder als Wunder (wie Die es glauben) erscheint mir dann wirklich zweitrangig.

  2. Ich bleibe dabei:

    Für den normal denkenden und empfindenden Christen ist das, was Sie [und wohl künftig auch die rev. EÜ] hier als „Zeichen“ oder „Machterweise“ bezeichnen, herkömmlicherweise ein sog. Wunder oder eine Wundertat – die nicht medizinisch bzw. naturwissenschaftlich erklärbar oder gar nachvollziehbar ist.

    Im vorliegenden Beispiel ist das die Sättigung der vielen Menschen mit nur wenigen Broten und Fischen, der Gang über das Wasser des Sees sowie die geradezu unerhörte Einflussnahme auf das Wetterphänomen des Seesturms durch den Herrn.

    Im Gegensatz zu Ihnen pflichte ich Josef Ratzinger voll bei, wenn er in der von mir zitierten Schrift die Schwierigkeit der Zeitgenossen Jesu Christi anschaulich beschreibt, in ihm wirklich den Herrn und Sohn Gottes zu erkennen und zu bezeugen.

    Ohne Wundertaten wäre Er ein rein menschlicher Religionsstifter oder Weisheitslehrer ohne eigene göttliche Eigenschaft.

    Die Wundertaten selbst weisen Ihn auch noch nicht allein zwingend als Gottes Sohn aus.
    Manch ähnliche Wunder werden im AT auch von Mose und anderen Propheten berichtet, und manche Zeitgenossen Jesu scheinen Ihn ja auch für einen Propheten zu halten.

    Als Messias und Sohn Gottes bezeichnet Ihn zuerst Simon Petrus im geschützten Kreis der Jünger.

    Aber vom allmählichen Erkennen und Glauben des Meisters als Sohn Gottes bis zur Bezeugung desselben vor der Welt ist es für die Jünger noch ein weiter Weg.

    Dazwischen liegen noch ihre Flucht bei Seiner Gefangennahme, Verleugnung der Jüngerschaft durch Simon Petrus sowie ängstliche Verstecken bis zur Begegnung mit dem vom Tode Auferstandenen.

    Erst nach der zugesagten Herabkunft des Hl. Geistes am Pfingsttage bekennen sie frei und offen als Zeugen Jesu Christi Ihn, Seine Taten und Seine Botschaft vor den Menschen.

    • Ich möchte Ihnen Ihren Glaube ja auch gar nicht nehmen, rate aber zur Skepsis, gerade was den Hinweis auf die „normal denkende und empfindenden Christen“ angeht, damit damit sprechen Sie mir ja genau das ab. Woran aber soll sich der denkende Christ orientieren, wenn nicht am Wort Gottes – und das lässt meine Dkepsis Ihrer Argumentation gegenüber größer werden. Hier nur einige ahinweise, die Die zumindest bedenken sollten: 1. Markus 8,12: „Da seufzte er [Jesus] tief auf und sagte: Was fordert diese Generation ein Zeichen? Amen, das sage ich euch: Dieser Generation wird niemals ein Zeichen gegeben werden.“ – 2. Johannes 4,48: „Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht.“ Selig aber ist Glaube ohne zu sehen, wie Thomas, der Zweifler sich sagen lassen muss. – Die Außergewöhnlichkeit steht eben gerade nicht im Vordegrund. Was Jesus tut, ist für seine Jünger prinzipiell wiederholbar (ich wiederhole mich – siehe das Ende des Seeperikope). Auch die von den Evangelisten verwendeten Begriffe stehen sprachlich dagegen ( dann hätte man τέρας verwenden müssen – auch das keine Wortklauberei).
      Ich ahne, dass es Ihnen schwerfällt, ein liebgewordenes Jesusbild zu hinterfragen. Das verstehe ich auch. Allein: der neutestamentliche Befund weist in eine Andere Richtung. Wenn wir uns Gott nicht nach unseren Vorstellungen erschaffen wollen, dann müssen wir uns eben an d iesem, seinem Wort orientieren. Da haben Xie bisher leider keine wirklichen Argumente gebracht. Auch die Bzortteilung eignet sich da aus den von mir nin schon mehrfach genannten Gründen nicht. Wie gesagt: Es geht um das, was Texte sagen oder eben nicht, und nicht um das, was wir uns vorstellen, das sie sagewürden. Bei der Brotteilung steht nur, dass sie aßen, aber gerade nicht (wie übrigens in der Abendmahlsüberlieferung), dass sie von den Fünf Broten und zwei Fischen aßen. Alles Weitere habe ich aber. In dem bereits verlinkten Beitrag beschrieben.
      Wir können jetzt hier in loriotscher Art „nein“, „doch“ und „wohl“ spelenoder mit allgemeinen Behauptungen über „normal denkende und empfindende Christen“ agieren. Das dient leider nicht dem Erkenntisfortschritt und auch nicht der Glauben. Wenn wir uns am Wort Gottes orientieren, müssen wir neau das ernst nehmen. Ich kann und will das Wort Gottes nicht ändern, s ondern lese es so, wie es dort steht – ohne etwas wegzunehmen oder hinzuzufügen. Wenn Sie da Argumente haben, gerne – aber eben Argumente und nicht Behauptungen. Verifzieren Sie das am Text. Da aber deutet der Zusammenhang darauf hin, dass es darum geht, dass die Jünger lernen und erkennen sollen, wie sie die Lebenspraxis Jesu übernehmen könnne. Es geht gerade Nicht um außergewöhnliche Ereignisse. Wenn dem so wäre, welche Relevanz hätte das heute, gut 2000 Jahre später, wor jeder Atheist hingeht, lapidar feststellt, dass die Wunder des Glaubens liebstes Kind sind und die Evangelien als Lügengeschichten darstellt. Damit ist doch nichts gewonnen. Wenn wir aber als Jüngerinnen und Jünger Jesu hingehen und seine Mahnung ernst nehmen, aus seinem Wirken zu lernen, dann bekommen seien Zeichen auch heute noch Relevanz. Die Göttlichkeit Jesu greift viel tiefer, als dass sie sich in Außergewöhnlichkeiten, die manch einer schon damals als fauler Zauber diffamiert hat, ergehen würde. Das was sie gerne als Wunder sähen, bleibt suvh heute zu ambivalent, als dass daraus wirklich Erkenntnis zum Glauben entstehen könnte. Man mag an solcher Art Wunder glauben. Es nützt sber wenig in der Verkündigung und ghet letztlich an der in den Evangelien bezeugten Intention Jesu vorbei.
      Auch das mag sie nicht zu überzeugen. Das Wort Gottes, an dem wir uns hier bei Dei verbum orientieren, weist einen anderen Weg. Ich kann es leider nicht. Ich will es auch gar nicht.

  3. Nun, ich orientiere mich so wie wohl das weit überwältigende Gros der Christen an landessprachlichen Bibelübersetzungen – in diesem Falle an deutschsprachigen – da ich z.B. nicht Altgriechisch beherrsche (wiederum wie der normal denkende und urteilende „Durchschnittschrist“).

    Ihre Behauptungen bzgl. best. Textstellen im Urtext nehme ich zur Kenntnis, aber ich folge Ihnen nicht, wenn Sie behaupten, die EÜ und andere Bibelübersetzungen hätten bei dem Evangelienbericht der Sättigung der großen Volksmenge mit den wenigen Broten und Fischen falsch übersetzt.
    Ich – ebenso wie auch andere Durchschnittschristen – sind hier auch eigentlich die falschen Ansprechpartner für Sie:
    Wir müssen den approbierten Bibelübersetzungen, wie sie z.B. auch im Gottesdienst gebraucht werden, vertrauen, sonst können wir es gleich bleiben lassen.

    Wenn Sie der Ansicht sind, hier sei falsch übersetzt worden, so müssen Sie halt mit Ihren Fachkollegen in wissenschaftlichen Disput gehen und notfalls eine eigene Bibelübersetzung herausbringen, die Sie dann ja mit Ihrem neuen und revolutionär-anderem Gottesbild zur wissenschaftlichen und meinetwegen auch breiten Diskussion stellen können.

    Nun, ich argumentierte mit der Einheitsübersetzung und die ist bzgl. des NT und der Psalmen seinerzeit von sowohl kath. als auch evang. Theologen übersetzt worden und in D z.B. im kathol. Gottesdienst als offizielle Übersetzung der hl. Schrift akzeptiert.

    Da steht nun mal, dass „alle“ bei der Brotvermehrung satt geworden sind, wie ich ja bereits anhand der zitierten Textstelle dargelegt habe.

    Sie sagen, das Wort für „alle“ stehe aber nicht in der griech. Urfassung, worauf wiederum ich mit dem gesamten Textzusammenhang des betr. Evangelienberichtes – wiederum aus der deutschen offiziellen Übersetzung – argumentierte. Es ist dabei sogar von „5000 Männern“ im Text die Rede.
    Sie behaupten, ich hätte keine Argumente gebracht – das sehe ich diametral anders, denn ich argumentiere sehr wohl an Hand des mir und Ihnen sowie jedem lesekundigen deutsch verstehenden Christen einfach nur mit den offiziellen Bibeltexten.
    Die werden ja übrigens auch in Gottesdiensten, Predigten, Bibelkreisen etc. gelesen, ausgelegt und behandelt, und da habe ich in der Regel kein Problem, sie mit meinem Gottesbild, welches ich hier offen und ehrlich dargelegt habe, in Einklang zu bringen.

    Mein Glaube bzgl. Jesus Christus oder Gottvater orientiert sich strikt nach der Hl. Schrift, wie ich sie lesen und mit meinem Verstand sowie mit Hilfe von Auslegungen verstehen bzw. begreifen kann.

    Bei Auslegungen behalte ich mir allerdings vor, diese nach dem neutestamentlichen Motto „Prüfer alles – das Gute behaltet“ auf ihre Plausibilität und Einklang mit der göttlichen Offenbarung zu prüfen.

    Meine Vorstellung von Gott ist somit keineswegs etwa von mir selbst erschaffen – da können Sie ganz beruhigt sein.

    Aber ich folge halt auch nicht unkritisch jedem Geist, nur weil er behauptet, es sei alles ganz anders als bisher angenommen und schon gar nicht, wenn etwa fundamentale christliche Glaubenswahrheiten wie die Göttlichkeit des menschgewordenen Herrn Jesus Christus in Zweifel gezogen werden, indem etwa von den biblischen Glaubenszeugen berichtete Wundertaten Christi rabulistisch angezweifelt werden.

    Ihr Verweis auf Atheisten, die eh die biblischen Berichte in Zweifel ziehen würden, ist übrigens für meinen christlichen Glauben irrelevant.

    Ein alter lebenserfahrener Priester mit u.a. jahrzehntelanger Missionserfahrung sagte uns hierzu einmal vor vielen Jahren: „Die Bibel muss man mit gläubigem Herzen lesen – sonst verschließt sie sich dem Leser.“

    Ich habe die Richtigkeit dieser Aussage in meinem weiteren Leben immer wieder bestätigt gefunden.

    Damit möchte ich es eigentlich bewenden lassen und von meiner Seite diesen Disput beenden, denn die Argumente beider Seiten liegen auf dem Tisch – auch wenn Sie das mich betreffend in Abrede stellen.

    • Ich sehe, dass wir hier nicht weiterkommen. Sie möchten einfach das sehen, was sie glauben möchten. Das nehme ich zur Kenntnis. Das ist völlig ok so, Auch wenn das gerade nicht das ist, was ich darunter verstehe, mit dem Herzen zu sehen. Denn sie bleiben damit an der Oberfläche einer Übersetzung, die den Kern des Textes an dieser Stelle eben nicht trifft. Um das zu vermeiden, müssten Sie mehrere Übersetzungen miteinander vergleichen (für das neue Testament empfehle ich zum Beispiel Fridolin Stier, eine wirklich sehr gute Übersetzung. Im Übrigen übersetzt die EÜ gar nicht falsch. Auch in der EÜ steht nur, dass alle aßen und satt wurden. Nirgendwo wird ecplizit erwähnt, dass alle von den fünf Broten und zwei Fischen aßen.).
      Ich möchte Ihnen ihren Glauben ja auch gar nicht nehmen. Aber Sie werden sich da um gewöhnen müssen, denn die auch die neue Einheit Übersetzung ist bereits approbiert und wird ab Advent 2018 in der Liturgie verwendet. Dann werden sie da nicht mehr viel von wundern hören. Vielleicht hilft Ihnen das dann weiter. Wenn für Sie allein die Außergewöhnlichkeit so wichtig ist, gut! Die neutestamentlichen Schriftsteller, und das bildet die neue einer Übersetzung sehr gut ab, sind da viel weiter gegangen. Die Außergewöhnlichkeit und scheinbare und erklärbarkeit war eben nicht das, was sie ins Wort bringen wollten. Das geht eigentlich viel tiefer. Aber, wie gesagt: ich werde Ihnen diesen Glauben gar nicht nehmen. Dass Jesus zu außergewöhnlichen Taten fähig war, daran zweifle ich überhaupt nicht. Aber das ist nicht das, worum es in diesen Texten eigentlich geht… Und sie werden sicher verstehen, dass ich als Theologe da nicht einfach bei einer mehr oder weniger guten Übersetzung bleiben kann, sondern mich direkt mit den Quellen beschäftige. Und was machen wir da, wenn die Quelle gegen die Übersetzung spricht, wenn also die Übersetzung an dieser Stelle einfach nicht exakt oder korrekt ist? Jede Übersetzung muss ja den schmalen Steg zwischen wortgetreuer Übertragung und moderne im Sprachgebrauch finden. Und es spielen auch noch vor Annahmen eine Rolle, die gerade bei der Einheitsübersetzung von 1980 in vielfältiger weise eingeflossen sind. Um das mal an einem anderen Beispiel deutlich zu machen. Für die Luther Übersetzung ist es wichtig, dass im Römerbrief „allein aus Glaube wird man gerecht gemacht“ steht. Bloß: das Wörtchen „allein“ gibt es im Urtext gar nicht. Wird der Gläubige dann nicht dann doch in die irre geführt? Es ist bekannt, dass man hier auch der Gewohnheit Rechnung trägt. Aber es geht an der Intention der Texte massiv vorbei.
      Das ist ja in Teilen auch für die Einheitsübersetzung von 1980 bekannt. Deshalb haben die deutschen Bischöfe ja eine neue Einheitsübersetzung in Auftrag gegeben.
      Aber wir kommen hier, wie gesagt, nicht weiter. Damit muss ich leben. Wie gesagt, wenn ihre Sicht der Dinge zutrifft, und das nehme ich so zur Kenntnis, dann wird sich ab Advent 2018 doch einiges auch für Sie ändern. Denn dann wird nicht mehr die gewohnte Einheit Übersetzung in der Liturgie verwendet, sondern die Einheitsübersetzung von 2016. Und dann werden aus wundern Zeichen beziehungsweise macht Taten Jesu. Wie werden sie dann argumentieren?
      Jetzt aber kommen wir hier, wie gesagt, nicht weiter. Für das erste dürfte hier alles gesagt sein. Wir müssen wohl damit leben, dass wir an diesem Punkt nicht so ein Nanda finden werden.

  4. Nun doch noch eine kurze Erwiderung:
    Ob man in der neuen rev. EÜ best. naturwissenschaftlich bzw. medizinisch unerklärliche Taten Jesu, der Apostel oder von Propheten künftig statt als Wunder mit den Begriffen Zeichen oder Machterweise o.ä. belegt, käme für mich als „Durchschnittskatholiken“ zunächst einmal aufs Gleiche heraus, wenn man denn die Außergewöhnlichkeit der betr. Tat nicht leugnet.

    Ich werde die neue EÜ wachsam und nüchtern mit kritischem Verstand rezipieren und mit bewährten Bibelübersetzungen wie der bisherigen teilweise ökumenisch erstellten oder auch der von uns hoch geschätzten Bibelübersetzung von Hamp / Stenzel / Kürzinger v. 1966 vergleichen.

    Dann erst nach sorgfältigem längerem kritischen Vergleich werde ich mir ein Urteil über die neue EÜ bilden.

    Leider ist bereits jetzt der Titel im Vergleich zur bisherigen Einheitsübersetzung FÜR MICH als zumindest missverständlich einzustufen, denn die neue EÜ ist nicht mehr im Konsens und Zusammenarbeit mit evangelischen Theologen wie die alte EÜ entstanden.

    Ich schaue gelegentlich auch noch in andere mir über das Internet zugängliche Bibelübersetzungen, z.T. auch protestantischer Herkunft.

    Abschließend ein mir vor einigen Jahren bekannt gewordener Text eines leider unbekannten Verfassers zum rechten Bibelstudium:

    „Die Bibel musst du langsam lesen
    Behutsam und mit wachem Ohr,
    Und soll dein krankes Herz genesen,
    So lies sie laut dir selber vor.

    Wie edlen Wein musst du sie trinken:
    Bedächtig – und in Stiller Stund.
    Wenn Welten um dich her versinken,
    Tut sie dir ihr Geheimnis kund.

    Wie Roggenbrot musst du sie essen:
    Besinnlich – ohne Hast und Gier.
    So wie im Kloster weltberühmten
    Ein Mönch da betet sein Brevier.

    Und wie in abgeleg’ner Klasse
    Verharren gerne im Gebet,
    Wenn dich in schöpferischer Pause
    Der Odem Gottes sanft umweht.

    Viel Irrkraut wuchert auf den Feldern,
    Daraus keine Biene Honig saugt.
    Viel dürren Holz liegt in den Wäldern,
    Das schier nur zum Verbrennen taugt.

    Ich grub so viel mit meinem Spaten
    Und immer war es Wüstensand –
    Bis ich an jenes Buch geraten,
    Darin ich Gold und Silber fand.

    Auf alle meine tausend Fragen
    Gab Antwort mir das weiße Buch,
    Hat um mein kaltes Herz geschlagen
    Den Frieden, wie ein warmes Tuch.“

    • Was die Begrifflichkeit „Einheitsübersetzung“ angeht, haben Sie sicher recht. Aber es hilft Ihre Argumentation nicht weiter. Denn wenn dieser Text in der Liturgie verkündet wird, müssten Sie dann laut Ihrer Begründung ihrer Ansicht ändern.

      Aber noch einmal: Sie stellen die naturwissenschaftliche beziehungsweise medizinische und erklärbarkeit bei den Taten je so in den Vordergrund. Aber genau das ist aus meiner Sicht eben der springende Punkt: darum geht es eben gar nicht. Möglicherweise lassen sich die Taten je so naturwissenschaftlich oder medizinisch erklären. Uns fehlen dafür doch viel zu viele Angaben, um hier so oder so eine Aussage machen zu können. Da, wo wir solche Angaben haben, stellt sich sogar heraus, dass es eben nicht um naturwissenschaftliche oder medizinische und erklärbarkeit geht. Bei der Heilung der Tochter des Jaïrus etwa sagt Jesus: sie schläft doch nur! Wer schläft, Brauch nicht von den Toten auferweckt zu werden. Ist das jetzt ein Wunder?

      Das ist aber eine völlig neue Diskussion. Ich glaube eben, dass Sie hier als Begründung für den Glauben etwas sehen wollen, was die Texte nicht hergeben. Dabei ist es biblisch genau andersherum: der Glaube ermöglicht gegebenenfalls das Wirken Jesu. Das Wirken Jesu begründet aber nie den Glauben. Das ist doch genau der springende Punkt. Sie stellen der etwas in den Vordergrund, was für die neutestamentlichen Autoren gar nicht im Mittelpunkt steht. Das ist eine sehr neuzeitliche Denkweise, die sie damit den Wunden verbinden. Dazu nur ein Zitat des röm. Philosophen Celsus (um 180 n.Chr.), der feststellt, sicher habe „[…] vieles erst in der Erzählung der Jünger den Charakter des Wunderbaren erhalten […] Aber nehmen wir einmal an, er [Jesus] habe diese Wunder vollbracht, […] er habe Kranke geheilt, Tote auferweckt und […] eine große Menge gespeist:“ Es gebe andere Wundermänner, die für wenig Geld noch größere Wunder anböten: „Sie treiben Dämonen aus, blasen Krankheiten weg, beschwören Heroenseelen, zeigen kostbare Mahlzeiten […], die gar nicht wirklich vorhanden sind […] Wenn diese Leute solche Dinge vollbringen können, müssen wir sie dann für Gottes Söhne halten?“
      Wo wollen Sie denn da die Grenze ziehen? Wunder zu wirken, behaupten viele. Einen Beweis, ob das alles, was Jesus getan hat, wirklich naturwissenschaftlich beziehungsweise medizinisch und erklärbar ist, können wir weder positiv noch negativ verbringen. Das bleibt einfach eine Behauptung. Auch hier kommen wir also nicht weiter. Denn das nehmen viele für sich in Anspruch. Da überfordern Sie die biblischen Texte einfach. Das, was dort erzählt wird, hält weder so noch so für dieses Thema eine Antwort bereit.
      Es bleibt also dabei: wir kommen hier irgendwie nicht weiter, Solange etwas in die Texte hinein gelesen werden soll, was die Texte so nicht hergeben.

  5. Nö, würde ich so nicht stehen lassen. Die Evangelienberichte sind doch keine Lügengeschichten. Einen Seesturm zu stillen oder eine Totenerweckung und erst recht die Auferstehung von den Toten gelingt niemand rein Menschlichem ohne Weiteres . Wird etwas derartiges von einem Menschen behauptet, erweist es sich als Illusion oder gar als erfundene Lügengeschichte.

    Für Gott dagegen sind solche uns mit unseren immer selbst heutzutage noch begrenzten wissenschaftlichen Kenntnissen unerklärlichen geschweige denn nachvollziehbaren Phänomene offensichtlich selbst heutzutage möglich (siehe Wunderheilungen in Lourdes oder z.B. auf Fürsprache selig- oder heiliggesprochener Personen).

    Auch hier in erweist sich für mich und mein Gottesverständnis die größenmäßige UNFASSBARKEIT und UNBEGREIFLICHKEIT GOTTES!

    Nicht nur in Mensch und Natur treffendem unbegreiflichen Leid und Unglück, welches ja oft zur Theodizee führt.

    • Das hat ja auch niemand behauptet. Aber es ist schon eine Bewertung, die wir hier vornehmen und in der wir beide ja auch über einstimmen. Aber sie müssten schon begründen, warum andere, die für ihren Glauben in Anspruch nehmen, auch auf Wundertäter verweisen zu können, dann hier lügen. Es ist und bleibt eine Zuschreibung ihrerseits, die ich ihnen ja auch nicht nehmen will. Aber wir drehen uns weiter im Kreis. Es ist eigentlich alles gesagt.

  6. Ich dachte bei meiner geäußerten Kritik z.B. an die Okkultistin Mme. Blavatski, Begründer der Geheimlehre „Theosophie“, die bzw. deren Lehren offensichtlichen Einfluss bis in die zeitgenössische Esoterik haben.

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